Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  3. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  4. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  8. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  9. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  10. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  11. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  12. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder
  13. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  14. Wir machen da was mit Medien
  15. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich

Ägypten: Christen zweifeln nicht an Wiederwahl al-Sisis

25. März 2018 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Jesuit Boulad: Amtierender Präsident "zwar nicht der ideale Kandidat, aber derzeit die beste Option" - Menschenrechtsorganisation IGFM: Christen in Ägypten "zwischen allen Stühlen"


Kairo (kath.net/KAP) In Ägypten finden ab kommenden Montag Präsidentschaftswahlen statt. An der zu erwartenden Bestätigung von Staatschef Abdel Fattah al-Sisi im Amt gibt es auch unter den Christen im Land kaum Zweifel, zumal es mit dem politischen "No-Name" Moussa Mustafa Mussa nur einen Gegenkandidaten gibt. Al-Sisi werde die dreitägige Wahl gewinnen, prognostizierte etwa der bekannte Jesuitenpater Henri Boulad; auch etliche christliche Wähler würden dem früheren Geheimdienst- und Militärchef ihre Stimme geben. "Es gibt keine Alternativen. Der General ist zwar nicht der ideale Kandidat, aber derzeit die beste Option", sagte Boulad dem römischen Pressedienst "Fides".

Viele Wähler, Christen allen voran, betrachteten al-Sisi als die einzige Möglichkeit zur Verhinderung einer Rückkehr der islamistischen Muslimbrüder an die Macht, so Boulad. Ein Sieg des Amtsinhabers sei sowohl wegen des Mangels an Konkurrenten als auch deshalb wahrscheinlich, weil er immer noch als Bollwerk gegen den islamistischen Extremismus wahrgenommen wird, schilderte auch der Franziskanerpater Mamdouh Chehab gegenüber "Fides". Zahlreiche Bürger stünden noch unter dem Schock der Erfahrung von 2013 mit der Regierung der Muslimbruderschaft und "unterstützen sicherlich weitgehend den derzeitigen Präsidenten", analysierte der Apostolische Nuntius in Ägypten, Erzbischof Bruno Musaro, in einem Vatican-News-Interview mit Blick auf die Wahl.


Nach dem Sturz von Ägyptens Langzeit-Diktator Hosni Mubarak 2011 war die Lage für die christlichen Kopten unter der Herrschaft der Muslimbruderschaft zunehmend prekär geworden. Es gab vermehrt Übergriffe von Muslimen auf koptische Einrichtungen. Al-Sisi übernahm in Folge eines Militärputschs 2013 die Macht, im Jahr darauf wurde er zum Staatspräsidenten gewählt.

Kopten geben keine Wahlempfehlung ab

Man sei heute von dschihadistischen Extremisten gefährdet, unter der Herrschaft al-Sisis habe sich die Lage der Kopten aber verbessert, versicherte Bischof Daniel, Stellvertreter des koptisch-orthodoxen Papst-Patriarchen Tawadros II., vor wenigen Tagen der "Austria Presse Agentur" (APA) in einem Interview in Kairo. "Wir haben gute Beziehungen zum ägyptischen Staat", wurde er zitiert. Eine Wahlempfehlung für al-Sisi werde die koptische Kirche aber dennoch nicht abgeben. Das müsse jeder für sich entscheiden. "Wir rufen nur dazu auf, an der Wahl teilzunehmen."

Ägyptens Kirchen sind seit Jahren immer wieder Ziel blutiger Anschläge durch Islamisten. Zu Weihnachten 2016 starben 28 Menschen bei einem Sprengstoffanschlag in einem Nebenraum der koptischen Markus-Kathedrale von Kairo. Im Frühjahr 2017 wurden bei Terroranschlägen am Palmsonntag auf die Markus-Kathedrale in Alexandria sowie auf die Georgs-Kirche in Tanta 45 Menschen getötet. Kurz darauf töteten islamistische Terroristen bei einem weiteren Angriff auf einen mit koptischen Christen besetzen Bus nahe der Stadt Al-Minya mehr als 20 Menschen. Staatschef Al-Sisi ließ in der Folge die christlichen Gotteshäuser streng bewachen. Regelmäßig ist der muslimische Präsident demonstrativ bei den koptischen Gottesdiensten zu Gast.

NGO: Schlimmer als unter Mubarak

Menschenrechtsorganisationen wie die deutsche Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) kritisieren dennoch, dass al-Sisi in Ägypten die "systematische Diskriminierung und Bedrohung" von Minderheiten durch den Islamismus ignoriere. Zudem sei das Land "inzwischen eine Diktatur, die noch willkürlicher und grausamer" sei als jene Hosni Mubaraks. Auch die Kopten würden in Ägypten "staatlich diskriminiert und gesellschaftlich an den Rand gedrängt" und lebten "in ständiger Sorge vor Übergriffen und Mordanschlägen durch Islamisten", so die IGFM.

Auch al-Sisis "viel beachtete symbolische Gesten" gegenüber den Kopten hätte an den Grundproblemen der christlichen Minderheit nichts geändert. Im Bildungssystem, im öffentlichen Sektor und in weiten Teilen der Gesellschaft gebe es eine drückende Diskriminierung und viele Vorbehalte. "Selbst in staatlichen Institutionen wie der weltberühmten al-Azhar Universität können Scharfmacher ungehindert Menschenrechtsverletzungen an Andersgläubigen und Frauen propagieren und das gesellschaftliche Klima weiter vergiften", kritisiert IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.

Christen "zwischen allen Stühlen"

Insgesamt säßen die ägyptischen Christen "zwischen allen Stühlen". Viele Kopten würden trotz mancher Enttäuschungen bei der Alternative zwischen einer Diktatur von Generälen und einer islamistischen Diktatur letztlich im Militär "das kleinere Übel" sehen, so die IGFM. Die koptische Minderheit gelte in Ägypten als Stütze der Regierung von Präsident al-Sisi und gleichzeitig als Vertreterin westlicher Werte. Dies mache sie aus Sicht der Extremisten erst recht zu einem lohnenden Ziel.

Unter den überwiegend muslimischen rund 95 Einwohnern Ägyptens leben unterschiedlichen Angaben zufolge zwischen fünf und zehn Millionen Christen. Der weitaus größte Teil von ihnen gehört der koptisch-orthodoxen Kirche an. Es gibt aber auch rund 200.000 katholisch-koptische Christen.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ägypten

  1. Ägyptischem Konvertiten droht lebenslange Haft
  2. Ägypten – Das Land, auf dem Gott sich offenbart hat
  3. Papst gedenkt der Opfer von Kirchenbrand in Ägypten
  4. Ägypten: Mindestens 41 Tote bei Brand in koptischer Kirche in Kairo
  5. Ägypten legalisiert 1.800 kirchliche Gebäude
  6. Ägypten: „Ich habe Mitleid mit den Tätern“
  7. Bedeutendes frühchristliches Heiligtum in Kairo restauriert
  8. Keine Angst vor Corona
  9. Ägypten: Wegen Pandemie keine öffentlichen Ostergottesdienste
  10. Ägypten: Bisher knapp 1.200 Kirchen "legalisiert"







Top-15

meist-gelesen

  1. „Der Kurierfahrer steuerte die falsche Tür an und landete versehentlich in der Kathedrale“
  2. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  3. Fatima-Tag in Berlin
  4. Lucky Luke wird in Jubiläums-Comic zum Heiligen
  5. Die Liebe als Mitte des Glaubens: Das Gebot, das den ganzen Menschen umfasst
  6. Auf den Spuren des Hl. Paulus - Mit Michael Hesemann nach Griechenland
  7. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  8. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  9. Impuls für Körper und Geist: Kirchensportler empfehlen das Jesus-Gebet
  10. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  11. Im Licht der Liebe
  12. Gott inmitten von Töpfen und Geschirr
  13. Künstlerin Akiane Kramarik erzählt von Vision des Himmels in ihrer Kindheit
  14. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  15. Bravo! Erbprinz Alois legt Veto gegen Abtreibungsgesetz in Liechtenstein ein

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz