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Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!

10. Dezember 2017 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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"Ist es nicht bemerkenswert, dass das Heil Gottes vom Propheten Johannes zuerst in der Wüste angekündigt wird?" Predigt zum 2. Adventssonntag von Josef Spindelböck


St. Pölten (kath.net/Sankt Josef) 2. Adventsonntag B (10.12.2017)
L1: Jes 40,1-5.9-11; L2: 2 Petr 3,8-14; Mk 1,1-8

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Mit dem Kommen seines Sohnes in unsere Welt vollzieht Gott eine heilsgeschichtliche Wende! Von nun an ist alles neu; die Sünde und der Tod haben kein Herrschaftsrecht mehr auf dieser Erde. Dem alten Zeitalter wird der Abschied gegeben!

Versetzen wir uns in die Lage jener Menschen, welche im Volk Israel schon jahrhundertelang auf die Ankunft des Erlösers gewartet hatten! Einerseits gab es schwere Prüfungen für die Israeliten; denken wir nur an die siebzig Jahre der Babylonischen Gefangenschaft und dann später an die Fremdherrschaft und religiöse Unterdrückung in der Zeit des Hellenismus und des Römischen Reiches. Andererseits ließ sich die Hoffnung auf eine Wende zum Besseren nicht auslöschen. Denn immer wieder traten Propheten auf, die von Gott gesandt waren. Sie riefen das Volk zur Umkehr auf und stärkten es im Glauben und im Gottvertrauen.

Die Lesung aus dem Buch Jesaja ist ein besonders eindrucksvoller Text. Denn hier wird der Stadt Jerusalem verkündet, „dass ihr Frondienst zu Ende geht, dass ihre Schuld beglichen ist“ (Jes 40,2). Nun sollen alle für Gott den Herrn einen Weg bereiten! Er ist schon unterwegs; bald kommt er zu seinem Volk, um ihm Erlösung zu schenken. Freude soll die Menschen erfüllen. Gott ist nicht fern; er wird seine Nähe zeigen und sich offenbaren. Darum ruft eine Stimme: „Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott!“ (Jes 40,3).


Wie aber wird sich diese großartige Verheißung von Gott, der kommen wird wie ein Hirt für sein Volk, verwirklichen? Wie sieht die Einlösung all dessen aus, was verheißen ist?

Eine unerhörte Spannung baut sich auf, die immer intensiver wird. Die Zeit drängt, und plötzlich tritt der Prophet Johannes der Täufer in der Wüste auf, von dem der Anfang des Markus-Evangeliums berichtet (vgl. Mk 1,1–8). Er ist jener Bote, der Gottes Sohn den Weg bereitet; er verkündet das Kommende und ruft die Menschen zur Umkehr und zur Buße auf. Denn ein weiteres Leben in den altbekannten Sünden verträgt sich nicht mit der Ankunft des Heils! Die Menschen bekannten am Jordan ihre Sünden und ließen sich von Johannes taufen. Dieser aber stellt sich nicht selber in den Vordergrund, sondern verweist auf den, der stärker ist als er und der nach ihm kommt: Es ist der Messias, Christus, der Herr! Jesus wird die Menschen nicht bloß mit Wasser vom Jordan taufen, sondern mit dem Heiligen Geist (vgl. Mk 1,8).

Ist es nicht bemerkenswert, dass das Heil Gottes vom Propheten Johannes zuerst in der Wüste angekündigt wird? Dort, wo nichts wächst, wo sich Stein und Sand vorfinden, soll sich das menschliche Herz Gott zuwenden und das Leben der Gnade neu in den Seelen erwachen! Die Wüste wird zum Ort göttlicher Fruchtbarkeit. Ein Ort, der unwirtlich und lebensfeindlich erscheint, wird zum Ort der Vorbereitung auf das göttliche Heil. Das Volk Israel wird sich an die Wüstenwanderung erinnert haben, da es nach der Befreiung aus der Sklaverei der Ägypter vierzig Jahre lang unterwegs gewesen war in der Wüste und schließlich ins Gelobte Land geführt wurde. Jesus Christus, der kommende Messias, führt sein Volk ins Himmelreich; denn nicht als irdischer Herrscher und König wird er auftreten, sondern in der Demut und Niedrigkeit eines Lebens als Wanderprediger. Sein Schicksal aber vollendet sich in Kreuz und Auferstehung!

Wie geht es uns, die wir fast 2000 Jahre später leben? Im Rückblick können wir sagen: Die Botschaft des Heiles hat sich erfüllt; Jesus, der Retter, ist da. Seine Geburt aus der Jungfrau Maria feiern wir zu Weihnachten, und die Engel vom Himmel verkünden den Hirten die frohe Botschaft des Heils.

Hat auch uns die rettende Botschaft von Gottes Heil schon im Herzen erreicht? Haben wir schon bewusst jene Zeit der Gnade wahrgenommen, die Gott uns anbietet? Gerade jetzt im Advent ist uns diese einmalige Chance eröffnet und wird uns angeboten! Machen wir unser Herz frei von allem, was der Ankunft des Erlösers entgegensteht. Ein Stück weit sollten auch wir uns auf die Bußpredigt Johannes des Täufers einlassen. Denn die Umkehr zu Gott haben wir alle nötig!

Sagen wir nicht: Wo bleibt denn Gottes Heil? Denn an uns liegt es, ob wir Christus, dem Herrn, einen Weg bereiten und ob wir ihn aufnehmen, der mit Maria und Josef gleichsam auf Herbergsuche ist wie kurz vor seiner Geburt damals in Bethlehem. Nicht hart werden sollte unser Herz: „Hier ist kein Platz! Geht weiter.“ Und wenn wir wirklich keinen Platz in unserem Herzen für Gott den Herrn haben, dann lasst uns Raum schaffen. Schieben wir alle Hindernisse beiseite; richten wir unseren Blick auf das eine Notwendige, auf das wirklich Wesentliche. Dann kann der Sohn Gottes auch bei uns ankommen und geistlich in uns geboren werden.

Wir werden dann auch nicht mehr fragen, wie lange es denn noch dauert, bis Gott endlich machtvoll eingreift (vgl. 2 Petr 3,9)! Er hat ja längst eingegriffen in den Gang der Weltgeschichte; er ist längst am Werk und wird einst alles vollenden, wenn Christus der Herr in Herrlichkeit wiederkommt am Ende der Zeiten. Niemand weiß den Tag und die Stunde. Für uns aber ist die gegenwärtige Stunde die Wichtigste. Diese Stunde – unsere Gegenwart, unser „Heute“ – lasst uns ergreifen in Glaube, Hoffnung und Liebe.

Heilige Maria, Gottesmutter und Jungfrau: bereite dem Herrn einen Platz in unserem Herzen, wo er gerne Wohnung nimmt und uns mit der Freude seiner Gegenwart erfüllt! Amen.


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