Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  2. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  3. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  4. Katholische Kirche in Island hilft Menschen mit homosexuellen Neigungen enthaltsam zu leben
  5. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  6. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!
  7. Beschließen ohne zu entscheiden?
  8. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  9. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen
  10. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  11. Frankreich: Neues Gesetz bestraft Versuch, von Suizidhilfe abzuhalten
  12. "Herr Kardinal Parolin, wieviele zehntausende Tote brauchen Sie noch im Iran, bis Sie aufwachen?"
  13. Junge Katholiken suchen in der Kirche lehramtliche Klarheit und nicht Anpassungsfähigkeit
  14. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an
  15. Iustitia et Pax Europa besorgt über Gewaltspirale im Nahen Osten

Budapest: Neue Appelle zum Schutz der Nahost-Christen

14. Oktober 2017 in Chronik, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Syrischer Patriarch Aphrem: Christen fühlen sich vom Westen allein gelassen - Premier Orban verknüpft Hilfe für Nahost-Christen mit Lage in Europa und positioniert Ungarn erneut als christliches Bollwerk.


Budapest (kath.net/ KAP)
Ungarns Regierung legt weiterhin einen politischen Schwerpunkt auf die Unterstützung von verfolgten Christen. Weltweit werde alle fünf Minuten ein Christ wegen seiner Religion ermordet, sagte Premier Viktor Orban bei einer internationalen Konferenz mit hochrangigen Kirchenführern, die am Freitag in Budapest zu Ende ging. Im Fokus des vom ungarischen "Staatssekretariat zur Hilfe für verfolgte Christen" organisierten Kongresses stand vor allem die Lage der Nahost-Christen. Man erlebe das Verschwinden eines alten und friedlichen Volkes, meinte etwa der chaldäisch-katholische Erzbischof Baschar Warda mit Blick auf die Situation der Christen im Irak. Es brauche mehr internationale Hilfe um die Christen zu schützen und ihnen die Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen.

Zu der insgesamt dreitägigen Konferenz über Christenverfolgung reisten auch der syrisch-orthodoxe Patriarch Mar Ignatius Aphrem II., der syrisch-katholische Patriarch von Antiochien, Mar Ignatius Yousif III. Younan und der Außenamtschef des orthodoxen Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, nach Budapest, ebenso der EU-Sonderbeauftragte für Religionsfreiheit außerhalb der Union, Jan Figel.


Würden die Christen aus dem Nahen Osten vertrieben, verliere die Gesellschaft ihre Vielfalt und der Fanatismus setze sich durch, warnte Patriarch Aphrem nach Angaben der ungarischen Nachrichtenagentur MTI. Er sieht die bedrohten Christen vom Westen allein gelassen. Die internationale Gemeinschaft kümmere sich mehr um gefährdete Pflanzen und Tiere als um den Schutz der Christen, meinte Aphrem. Es scheine aber auch so, dass sich selbst Christen in den westlichen Ländern nicht allzusehr um das Schicksal ihrer Glaubensbrüder kümmerten.

Die Ungarn hätten besonderes Verständnis für die Lage der Christen im Nahen Osten, sagte der Vorsitzende der katholischen Ungarischen Bischofskonferenz, Andras Veres. Der Bischof von Györ verwies dazu auf die Mongolenstürme im 13. Jahrhundert, die spätere türkische Herrschaft in Ungarn und die sowjetische Besatzung. In all diesen Fällen sei die Existenz der Christen in Ungarn auf die Probe gestellt worden.

Veres warnte aber auch vor Entwicklungen in Europa die "uns mit Furcht erfüllen". Er nannte hier islamistische Attentate wie die Ermordung des französischen Priesters Jacques Hamel, aber auch die Verbannung christlicher Symbole und die Verspottung des christlichen Glaubens, "die sich seit einigen Jahren in Europa ausbreitet", so der Bischofskonferenz-Vorsitzende.

Auch Regierungschef Orban verknüpfte beim Kongress die Christenverfolgung im Nahen Osten mit der Lage in Europa und positionierte sein Land einmal mehr als christliches Bollwerk. Die Zukunft und Identität Europas stehe auf dem Spiel, meinte er in seiner Rede vor den Kirchenführern und Kongressteilnehmern. "Die größte Gefahr ist die Gleichgültigkeit Europas, dass es seine christlichen Wurzeln verleugnet", sagte er, freilich nicht ohne im Gegensatz dazu die diesbezüglich andere Lage in Ungarn zu betonen. "Der liebe Gott hat uns diesen Teil Europas anvertraut und wir wollen seinen christlichen Charakter bewahren", betonte Orban.

Auch Außenminister Peter Szijjarto und Vizepremier Zsolt Semjen traten bei der Tagung auf. Wie zuvor Orban versicherte Szijjarto, dass verfolgte Christen weltweit auf die Hilfe Ungarns vertrauen könnten. Der Minister für Humanressourcen und Pastor der Evangelisch-Reformierten Kirche, Zoltan Balog, dessem Ressort das seit einem Jahr bestehende "Staatssekretariat für die Hilfe für verfolgten Christen" unterstellt ist, sagte, die Regierung in Budapest sehe im Einsatz für bedrohte Christen auch die Möglichkeit, die christlichen Wurzeln Europas zu erneuern.

Der Blick auf das Schicksal verfolgter Christen könne dazu beitragen, dass die Europäer den Wert der Glaubensfreiheit auf ihrem Kontinent stärker würdigen und sich für den Erhalt des christlichen Glaubens einsetzen. Balog beklagte ein geistiges und intellektuelles Vakuum in Europas Christenheit. Europa veröde geistig während die Christen schüchtern über ihren Glauben schwiegen oder von Selbsthass gekennzeichnet seien.

EU-Sonderbeauftragter Figel kritisierte den Missbrauch von Religion für Gewalt, der heute nicht nur für Christen eine Bedrohung darstelle. Er lobte die Initiativen Ungarns für die Nahostchristen unter dem Motto "Ungarn hilft". Daraus sollte allerdings "Mitteleuropa hilft" werden, rief er auch andere Staaten auf, tätig zu werden.

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

Foto: (C) Kirche in Not


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Syrien

  1. „Syrien darf nicht islamistisch werden“ – Missio-Nationaldirektor Wallner im Krisenland
  2. Syrien: Evangelikaler Pastor mit gesamter Familie ermordet
  3. Massaker in Syrien: Dramatischer Appell der Kirchenführer
  4. Vatikan fordert wichtige Rolle für Christen in Syrien
  5. Syriens neuer Machthaber äußert Hochachtung für Papst Franziskus
  6. Syrien: Neuer Machthaber macht Christen Zusicherungen
  7. Neuer Bischof von Aleppo ernannt - 2014 von Milizen entführt
  8. Syrien: „Eine knappe Minute war schlimmer als 12 Jahre Krieg“
  9. Syrien: Bedrängte Weihnachten in der Islamisten-Hochburg Idlib
  10. Syrien: Erster christlicher Gottesdienst in Idlib seit 10 Jahren







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Vier von sieben: Die unglaubliche Berufungs-Geschichte der Familie Morrison
  4. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  5. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  6. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  7. "Herr Kardinal Parolin, wieviele zehntausende Tote brauchen Sie noch im Iran, bis Sie aufwachen?"
  8. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  9. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  10. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  11. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an
  12. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  13. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen
  14. Beschließen ohne zu entscheiden?
  15. Katholische Kirche in Island hilft Menschen mit homosexuellen Neigungen enthaltsam zu leben

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz