Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  3. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  4. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  5. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  6. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  7. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  8. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  9. Wir können NICHT schweigen!
  10. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  11. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  12. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  13. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'
  14. Christliche Eltern beten für den Mann, der ihre Töchter bei Autounfall tötete
  15. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah

Das Ziel, für das der Mensch bestimmt ist. Die Aufnahme Mariens als Verheißung des ewigen Lebens

15. August 2026 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Leo XIV.: Zwei ikonografische Modelle. Die Entschlafung Mariens und ihre Verherrlichung. Die Auferstehung des Leibes als endgültige Bestimmung des Menschen. Von Armin Schwibach


Castel Gandolfo (kath.net/as) Beim Angelus am Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel richtete Papst Leo XIV. auf der Piazza della Libertà vor dem Apostolischen Palast in Castel Gandolfo den Blick auf ein Geheimnis, das sowohl in der katholischen Theologie als auch in der Volksfrömmigkeit seinen festen Platz hatte. Das Fest sei in vielen Gemeinden von besonderer Bedeutung gewesen, insbesondere dort, wo die Kathedrale oder die Pfarrkirche der Aufnahme Mariens in den Himmel geweiht sei. Um sich diesem Geheimnis des Glaubens zu nähern, verwies der Papst auf zwei ikonografische Modelle, mit denen Künstler im Lauf der Jahrhunderte die Aufnahme der Gottesmutter in die Herrlichkeit dargestellt hätten.

Das ältere dieser beiden Modelle sei fast ein Jahrtausend lang die vorherrschende Darstellung gewesen. Es zeigte die „Entschlafung“ der Muttergottes. Maria wurde auf einem Katafalk liegend dargestellt, im Tod entschlafen, während die Apostel sie umgaben und im Gebet verehrten. In der Mitte stand der auferstandene Christus, der die Seele Mariens wie ein neugeborenes Kind in seinen Armen hielt. Christus sei gekommen, um sie zu sich zu holen und mit sich in die Herrlichkeit Gottes zu nehmen, „in den Himmel“, wie es der Papst sinnbildlich formulierte. In dieser Darstellung werde sichtbar, dass der Herr für seine Mutter das verwirklicht habe, was er allen seinen Freunden verheißen habe: „Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin“ (Joh 14,3). Gerade darin liege die zentrale Wahrheit, die diese ältere Ikonografie hervorhebe: Nicht Maria selbst, sondern der gestorbene und auferstandene Christus führe den Menschen zu jenem Ziel, für das er seit jeher bestimmt sei, zum ewigen Leben. Unzählige Generationen von Gläubigen hätten diese Wahrheit beim Gebet vor den Ikonen der Entschlafung betrachtet. Auch in Rom könne sie im großen Apsismosaik der Basilika Santa Maria Maggiore betrachtet werden.


Eine jüngere Ikonografie, die sich später im Westen entwickelt habe, habe dagegen einen anderen Akzent gesetzt. Sie zeige die Jungfrau Maria in voller Gestalt im Himmel, in Licht gehüllt und häufig von Engeln und Heiligen umgeben. Im Mittelpunkt stehe hier der verherrlichte Leib der Gottesmutter. Damit stehe diese Darstellung in Übereinstimmung mit dem Bild aus der Offenbarung des Johannes: „Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt“ (Offb 12,1). Einige Künstler hätten beide Darstellungsweisen miteinander verbunden. Oben hätten sie die verherrlichte Jungfrau gezeigt, während darunter das leere, häufig mit Blumen geschmückte Grab und die Apostel dargestellt worden seien, deren Blicke zu Maria im Himmel aufstiegen. Auf diese Weise seien Tod und Verherrlichung, Grab und Himmel in einer einzigen Bildkomposition miteinander verbunden worden. Dieses zweite Modell habe nach den Worten des Papstes jene Wahrheit hervorgehoben, dass Maria „mit Leib und Seele, also mit ihrer ganzen Person, in den Himmel aufgenommen wurde“. Die Gottesmutter sei jene Frau, die auf Erden „dem fleischgewordenen Wort Leib und Blut geschenkt und ihm bis zur vollkommenen Einheit im Opfer der Liebe gefolgt“ sei. Eben diese Frau sei „von ihm für immer in die Herrlichkeit aufgenommen worden“.

Von der Gestalt Mariens führte Leo XIV. den Blick auf die letzte Bestimmung des Menschen. Auch diese Ikonografie ermögliche es, über das eigene Ziel nachzudenken. Die Fülle des Lebens, die in Maria sichtbar werde, erwarte nach den Worten des Papstes auch den Menschen am Ende der Zeiten. Dann werde sich erfüllen, was der heilige Paulus verheißen habe: Christus werde „unseren armseligen Leib verwandeln […] in die Gestalt seines verherrlichten Leibes“ (Phil 3,21). Das Verwesliche werde mit Unverweslichkeit und das Sterbliche mit Unsterblichkeit bekleidet werden (vgl. 1 Kor 15,54). Damit weise das Hochfest über die Person Mariens hinaus auf die Hoffnung der Auferstehung des Menschen. Maria sei in ihrer ganzen Person in die Herrlichkeit aufgenommen worden; in ihr werde daher bereits sichtbar, was am Ende der Zeiten auch den Erlösten zuteilwerde. Der Leib gehöre dabei nicht zu einer vergangenen oder abzulegenden Wirklichkeit des Menschen, sondern zur Ganzheit der Person, die Christus erlöse und zur Vollendung führe. Der Papst führte diesen Gedanken bis zur endgültigen Gemeinschaft mit Gott weiter. Der Mensch werde mit seinem durch die Liebe des Erlösers verwandelten Leib „in Ewigkeit leben und teilhaben an jenem Fest ohne Ende“. Die Aufnahme Mariens in den Himmel verweise damit auf das Ziel der menschlichen Existenz: nicht auf eine Auflösung der Person, sondern auf ihre Verwandlung und Vollendung in der Herrlichkeit Gottes.

Zum Abschluss seiner Katechese richtete Leo XIV. den Lobpreis auf Gott, von dem dieses Heil ausgehe: „Preisen wir den Herrn, der an seiner und unserer heiligsten Mutter Großes getan hat!“. Die Aufnahme Mariens in den Himmel erschien damit als Werk Christi an seiner Mutter und zugleich als Zeichen für jene Vollendung, zu der der Mensch durch die Auferstehung und die Erlösung berufen war.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  3. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  4. US-Studie: Regelmäßiger Kirchgang sorgt für glücklichere Ehen und mehr Intimität
  5. USA: Monat des Respekts für das Leben im Zeichen des Kampfs gegen Abtreibungspillen
  6. Florentiner Klosterapotheke entwickelte eines der frühesten Cola-Rezepte
  7. Gericht in Tschechien rehabilitiert "Märtyrer-Kardinal" Trochta
  8. Thilo Sarrazin warnt vor Folgen der demografischen Entwicklung in Berlin
  9. Vatikan beendet Reflexionsprozess bei den Servi Jesu et Mariae
  10. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  11. Der verworfene Stein wurde zum Fundament: Gott wirft unser Leben niemals weg
  12. Diözese Linz: In der Hälfte der Klassenzimmer in der Stadt Wels fehlten die Kreuze
  13. Christliche Eltern beten für den Mann, der ihre Töchter bei Autounfall tötete
  14. Ukrainischer Bischof: "Es gibt so unglaublich viel Leid"
  15. Frankreich: Jugendliche schänden Kirche und feiern islamistischen Rap-Song

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz