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Thérèse von Lisieux und die ‚Süßigkeit‘ eines Buches über die Apokalypse

vor 5 Tagen in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Die Brücke zwischen den Prüfungen unserer Zeit und der Herrlichkeit, für die wir geschaffen wurden, ist das Kreuz, schreibt P. Robert McTeigue in einem Beitrag über die heilige Thérèse von Lisieux.


Lisieux (kath.net/jg)
Was hat die heilige Thérèse von Lisieux dazu gebracht, die Lektüre eines Buches über die Endzeit als „süß“ zu bezeichnen? Dieser Frage geht P. Robert McTeigue SJ in einem Artikel für die englischsprachige Ausgabe von Aleteia nach.

In ihrer Autobiographie „Die Geschichte einer Seele“ schreibt sie über das Buch „Fin du monde présent et mystères de la vie future“ (dt. „Das Ende der gegenwärtigen Welt und die Mysterien des zukünftigen Lebens“) von Charle Arminjon, erschienen im Jahr 1881. Das Buch habe sie auf die Schwierigkeiten des monastischen Lebens und auf die Freude des Himmels vorbereitet, schreibt Thérèse. „Das Lesen dieses Buches war eine der größten Gnaden meines Lebens … Der Eindruck, den es bei mir hinterlassen hat, ist zu süß, um ihn in Worte zu fassen. Alle großen Wahrheiten der Religion und die Geheimnisse der Ewigkeit haben meiner Seele ein Glück geschenkt, das nicht von dieser Welt ist“, schreibt sie wörtlich.


Die heilige Thérèse konnte sich an dem Buch nicht nur deshalb erfreuen, weil sie eine große Heilige war, schreibt McTeigue. Sie habe keine Illusionen über die Schwierigkeiten und die Kürze des Lebens gehabt. Körperliche und seelische Leiden seien ihr nicht fremd gewesen. Ihre Heiligkeit habe sie nicht vor dem Kreuz geschützt.

Was das Buch für sie „süß“ gemacht habe, sei der Bericht über den unausweichlichen Sieg Christi, den dieser am Kreuz errungen habe. Thérèse sei sich vielleicht viel mehr als die meisten von uns der Tatsache bewusst gewesen, dass Christus unser König sei, der schon jetzt regiere.

Christus sei kein Gutsherr, der nicht auf seinem Gut lebe, seinen Besitz nach seiner Himmelfahrt vernachlässigt habe und versprochen habe, diesen nach seiner Wiederkunft wieder herzustellen, nachdem alles zerstört worden sei. Er regiere hier und jetzt und diejenigen, die sich seiner Autorität unterwerfen, die das Joch seiner Jüngerschaft auf sich nehmen, können sich darauf verlassen, dass sie schon in diesem Leben Ruhe für ihre Seele finden und im nächsten Leben seine Herrlichkeit sehen werden.

Arminjon beschreibt die Zeit vor dem letzten Konflikt erstaunlich aktuell: als eine Zeit, in der die Menschheit tief in der Indifferenz versunken sei und nicht mehr an Gericht und Strafe denke. Es werde sein wie in den Tagen von Noah, als die Menschen ohne Sorge lebten, luxuriöse Häuser bauten und sich über Noah lustig machten, der seine Arche baute. Die Zivilisation werde an ihrem Höhepunkt sein, die Märkte von Geld überfließen und die Aktien so hoch sein wie nie zuvor. Die Menschheit in ihrem noch nie dagewesenen materiellen Wohlstand werde die Hoffnung auf den Himmel verloren haben, schreibt Arminjon.

Doch bleibt er nicht bei der Schilderung des Untergangs stehen. Vielmehr verweist er auf den Glauben, der den Menschen die Angst nehmen kann. Sie seien nicht auf einem einsamen und unsicheren Pfad unterwegs. Auf Erden seien wir Reisende, unser eigentliches Heimatland sei im Himmel. Hier seien wir Pilger, die in Zelten leben, im Himmel erwarten uns Wohnungen, die der Herr für uns errichtet.

Die Brücke zwischen den Prüfungen der Welt und der Herrlichkeit, für die wir geschaffen sind, sei das Kreuz. Wenn wir in diesem Leben das Kreuz annehmen und in der Gemeinschaft mit Gott leben, machen wir die Schritte, die uns aus der Angst um die Zukunft führen und uns für das Reich vorbereiten, das kommen wird, schreibt McTeigue abschließend.

 


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