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'Wir werden Ihre wachrüttelnde und mahnende Stimme sehr vermissen!'

5. Juli 2017 in Deutschland, 4 Lesermeinungen
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Ein Nachruf auf Kardinal Meisner. Mit Originalzitaten des Kölner Kardinals. Gastbeitrag von Bernhard Luthe


Köln (kath.net) „Wer Gott auf Augenhöhe begegnen will, der kniet vor ihm.“ (Joachim Kardinal Meisner)

Wir verlieren mit Kardinal Meisner einen großartigen und mutigen Kämpfer für Jesus Christus und Seine Kirche. Ich denke an sehr bereichernde, persönliche Begegnungen, an erbauende und glaubensvertiefende Predigten, an klare öffentliche Stellungnahmen, sei es gelegen oder ungelegen. Das Erzbistum und die Weltkirche („Dubia“) haben einen tapferen, großen katholischen Bischof verloren und einen guten Fürsprecher in der Ewigkeit hinzugewonnen!

Kardinal Meisner gewann seine Kraft zum Bekenntnis und zur Verkündigung aus dem Gebet und aus den Sakramenten. Auch darin war er uns ein vorzügliches Vorbild. Aus seiner innigen Beziehung zum Dreifaltigen Gott und zur Gottesmutter Maria wuchsen seine Energie und sein unermüdlicher Einsatz für die Wahrheit.

„Ut spes nostra firma“ (sit pro vobis), „Unsere Hoffnung für Euch steht fest“ – das war sein bischöflicher Wappenspruch, entnommen dem Korintherbrief (2 Kor 1,7). Hier strahlt die ganze Siegesgewissheit des Heiligen Paulus hindurch, der sein Vertrauen und seine Hoffnung ganz auf Gott gesetzt hat, „der die Toten auferweckt“ (2 Kor 1,9) und das war die gleiche, begründete Hoffnung, aus der Kardinal Meisner gelebt hat.

Es gibt so unendlich viele prägende Worte, die Kardinal Meisner uns hinterlassen hat, nur einige wenige seien hier zitiert. Was könnte ein Nachruf Besseres, als zu erinnern und den lieben Verstorbenen uns gleichsam nachrufen zu lassen:

„Ohne Gott gibt es keine Kultur.“

„Wer Gott auf Augenhöhe begegnen will, der kniet vor ihm.“


„Wir müssen die Selbstevangelisierung fördern und die Entsakralisierung stoppen.“

„Toleranz predigt der Islam immer nur dort, wo er in der Minderheit ist.“

„Mit der Liberalisierung des Paragrafen 218, sprich der De-facto-Freigabe der Abtreibung, haben wir die Gesellschaft auf einen Weg in das Unmenschliche, in die Barbarei geführt.“

„Gottlosigkeit ist wie ein Haus ohne Dach.“

„Wen Gott belastet, den trägt er auch.“

„Die heilige Messe überstrahlt alles und ist das stärkste Licht.“

„Ich gehe immer glücklicher aus den Beichtstühlen raus, als ich reingegangen bin.“

„Wir haben uns nach dem Konzil so sehr dem Zeitgeist angepasst, dass der Sinn für das Heilige abhandengekommen ist. Wir haben die Sakramentenkatechese sträflich vernachlässigt und äußere Zeichen der Ehrfurcht ersatzlos gestrichen. Solche Zeichen – Kommunionbänke, eucharistische Nüchternheit, Niederknien oder die Mundkommunion – waren wie ein Schutzwall um die heilige Eucharistie. So wurde schon zeichenhaft deutlich, dass hier etwas Einzigartiges geschieht. Dass sich Heiliges vollzieht. Wir haben das Mysterium nicht mehr geschützt und erleben nun die totale Profanierung des Sakralen. Die Liturgie wurde entsakralisiert. Was ist aus all dem an evangelisierender Kraft erwachsen? Nichts! Das ist eine schlimme Entwicklung, die dringend der Korrektur bedarf. Wenn das Sakramentenverständnis erodiert und vom Glauben der Kirche an die reale Gegenwart Christi in der heiligen Eucharistie nur noch ein wie auch immer geartetes Freundschaftsmahl bleibt, dann wächst der Druck, möglichst jeden zur Kommunion zuzulassen. Wir können aber nicht den Glauben der Kirche aufgeben oder anpassen, sondern müssen ihn gerade in dieser Situation mutig, klar und gewinnend verkünden.“

„... die Kirche hat sich dem Worte Gottes anzupassen und nicht der Meinung der Menschen. Wir müssen als Kirche die Meinung der Menschen kennen, um dann das Wort Gottes entsprechend zu verkünden. Aber anpassen ... ist keine Kategorie des Evangeliums.“

„... Ich habe echt Sorge um die Menschen, die sich ihren Glauben selbst zurechtbiegen und die ihren Glauben sich selbst zurechtbauen und die nicht ehrfürchtig entgegennehmen, wie Christus ihn selbst uns anvertraut hat.“

„Die Familie hat auch immer eine religiöse Dimension, und an der Familie darf sich niemand vergreifen, sie ist heilig, weil sie ganz dem trinitarischen Bild Gottes entspricht. Der Mensch ist Gottes Ebenbild und die Familie ist das Ebenbild der Dreifaltigkeit. Diese theologische Dimension ist die Grundlage für unser christliches Menschen- und Familienbild."

„Ganz wichtig ist der Gesang, denn er intensiviert das Gebet ... Wer einmal Mozart's Krönungsmesse gehört habe, könnte das spüren.“

„Die große Kraftreserve unserer Kirche ist die kleine Hostie in der goldenen Monstranz, die aber der lebendige und ewige Christus in Person ist. ... Der Christ ist das, was er isst, nämlich der Leibe Christi.“

„Es ist die Freude an Gott, die uns die Welt wirksam umgestalten hilft. Und das ist die einzige Kraft, die ausreichen wird, auch wenn wir weniger Kirchensteuer oder was auch immer haben, dass die Kirche ihre Mission erfüllt. Und zwar nicht nur mit Ach und Krach, sondern auch ein bisschen mit Glanz und Gloria.“

„Das Gebet ist der Ernstfall des Glaubens.“

In diesen und vielen anderen, christlichen, aus tiefem Glauben gesprochenen, wunderbaren Weisheiten bleibt unser Erzbischof em. Kardinal Joachim Meisner uns nah.

Ich bin dankbar für persönliche Gespräche und den brieflichen Austausch mit einem glaubwürdigen und aufrichtigen Christusnachfolger. Ich verliere mit Joachim Kardinal Meisner einen väterlichen Freund, der mir gerade in den letzten Jahren hervorragender Ratgeber sowie ausgezeichneter Ansporn im Glauben war.

Lieber Kardinal Meisner, wir werden Ihre wachrüttelnde und mahnende Stimme sehr vermissen!

Requiescat in pace!

O Herr, schenke ihm die ewige Ruhe und das, wonach er sich so sehr gesehnt hat: Die Heimat bei Dir und das Schauen Deines Angesichts!

Kardinal Meisner - Erinnerungsfoto


Kardinal Woelki zum Tod seines Amtsvorgängers: ´Kardinal Meisner hatte noch das Brevier in den Händen, er muss darüber friedlich eingeschlafen sein´


Archivfoto (c) kath.net/Bernahrd Luthe


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