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Afrika: Die ‚Amoris laetitia’ Debatte ist beendet

24. März 2017 in Weltkirche, 14 Lesermeinungen
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Wiederverheiratete Geschiedene dürfen die Kommunion nicht empfangen. Für die Kirche in Afrika sei dies eindeutig, sagt der nigerianische Priester und Theologe Paulinus Odozor. Die Reduktion des Schreibens auf den Kommunionempfang sei enttäuschend.


Rom (kath.net/CWN/jg)
Die nach der Veröffentlichung von ‚Amoris laetitia’ heiß debattierte Frage, ob zivilrechtlich wiederverheiratete Geschiedene unter bestimmten Umständen die Eucharistie empfangen dürfen, stellt sich in Afrika nicht, sagt Paulinus Odozor, ein Priester und Theologe aus Nigeria, gegenüber dem Radiosender der katholischen Plattform Crux.


„Wenn sie in Afrika in eine normale Pfarre gehen, werden sie feststellen, dass die Personen, die in der von ihnen beschriebenen Lage sind, gar nicht zur Kommunion gehen würden, weil sie die bestehenden Regeln akzeptiert haben“, sagt Odozor wörtlich. Die Kirche in Afrika hätte diese Diskussion schon vor langer Zeit abgeschlossen, fügt der Theologe hinzu, der an der University of Notre Dame (USA) unterrichtet.

Er sei enttäuscht und angewidert, wie sich die Debatte um „Amoris laetitia“ im Westen auf die Frage des Kommunionempfanges einenge. „Als ich ‚Amoris laetitia’ noch einmal gelesen habe, war ich von dem unglaublichen Reichtum beeindruckt. Wir in Afrika wundern uns wie der Katholizismus im Westen ein Thema herausgreift und dabei verharrt, ohne den gesamten Zusammenhang zu beachten“, sagt er wörtlich.



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Lesermeinungen

 Konrad Georg 27. März 2017 
 

Ich halte es langsam für ausgesprochen falsch,

in päpstlichen Schreiben zu umfangreich zu argumentieren. Also nicht die ganze welt jeweils in jedem Schreiben thematisieren. Jeder kann wissen, daß Interessierte darauf lauern, die aktuellen Themen herauszugreifen um eine eigene Suppe zuzubereiten.

Das gilt auch für Predigten. Fast regelmäßig habe ich an der Kirchentüre schon das meiste vergessen.


1
 
 huegel76 27. März 2017 

@Ehrmann

Ich glaube, es ist genau diese Ihre Haltung - wvG am besten sogar von der Hl. Messe ausschliessen zu wollen - die Papst Franziskus in AL kritisiert. Und in diesem Punkt gebe ich ihm absolut recht.
Haben Sie keine Schwächen, die Sie immer wieder im Sakrament der Versöhnung vortragen müssen, trotz des Willens, sich in diesen Punkten zu bessern? Dann herzlichen Glückwunsch für diese Gnadengabe Gottes!
Es steht uns nicht zu, über andere Sünder zu urteilen!
Vielen Dank aber, dass Sie mir geholfen haben, diesen Punkt in AL besser zu verstehen und somit vielleicht wieder meinen inneren Frieden mit dem Heiligen Vater zu finden.


5
 
 Stefan Fleischer 25. März 2017 

Ist die Debatte wirklich beendet?

In einem gewissen Sinn haben auch diejenigen Recht, welche sagen, sie sei es noch lange nicht. Solange sie die Theologen öffentlich darüber streiten und selbst die Oberhirten der Kirche sich nicht einig sind, was nun gilt und was nicht, wird sie immer und immer wieder aufflammen.
Auch der anderen Seite aber steht die Frage, ob unsere Kirche keine anderen Probleme hat, ob sich die Debatte nicht viel mehr den wahren Gründen zuwenden müsste, welche hinter der ganzen Auseinandersetzung stehen. Es sind dies - zumindest in unseren Breitengraden - das über weite Strecken verloren gegangene Glaubenswissen, und die grassierende Besserwisserei welche den Ungehorsam gegenüber der Kirche schon fast zur Tugend deklariert. Und noch tiefer dahinter steckt eine nicht nur materielle sondern auch spirituelle Verweltlichung, welche den Menschen ins Zentrum stellt und das Ziel unseres Lebens, das ewige Heil, zur Nebensache oder gar zu einem Automatismus erklärt.


5
 
 Alpenglühen 25. März 2017 

@Ehrmann, die Rede ist von wiederverheiratet Geschiedenen!

nicht von „wilder Ehe“ od. ähnlichem.
Ich denke, daß in Afrika grundsätzlich der Respekt vor dem Sakrament der Eucharistie so selbstverständlich ist, daß Paulinus Odozor das nicht ausdrücklich erwähnt. U. daß aus diesem Respekt die Anerkennung der Regeln kommt.
Denn auch wenn P. Franziskus meint, die überwiegende Zahl der kirchl. geschlossenen Ehen sei ungültig. In Afrika „gehen die Uhren“ in vielem anders. M.E. werden dt. Ehen überwiegend im vollen Bewußtsein „Sakrament“ geschlossen u. sind damit gültig.
Wenn also WvG keinen „Aufstand“ veranstalten wie in Europa, dann nicht, weil es ihnen egal wäre, weil sie „sich nicht bessern wollten“, - sondern aus Respekt vor Christus im Sakrament der Eucharistie u. in Anerkennung der kirchlichen Lehre. Für mich zeigt sich darin auch die Bereitschaft, Konsequenzen auf sich zu nehmen u. nicht zu erwarten, daß die Kirche die Regeln zu ändern habe. So verstehe jedenfalls ich den Artikel.


3
 
 Ehrmann 24. März 2017 

@"Weil sie die bestehenden Regeln akzeptiert haben", nicht "aus Ehrfurcht vor dem Sakrament" "

so steht es doch hier? Und ich weiß auch, daß es unterschiedliche Auffassungen in Europa gibt - aber die geschilderte Haltung in Afrika ist in meinen Augen eben nicht besser. Sollen, müssen wir uns nicht alle darum bemühen, unsere Fehler zu erkennen, UND UNS ZU MÜHEN, UNS ZU BESSERN?? Sonst nützt doch die Erkenntnis nicht.


2
 
 Ehrmann 24. März 2017 

@huegel76 : Sündenbewußtsein, mit dem man sich abfindet, soll gut sein?

Ohne auch nur die geringste Veranlassung zu sehen, etwas zu ändern, wie es aus den Ausführungen des Autors hervorgeht. Meinen Sie wirklich, daß das gut und erstrebenswert sein soll? Und bitte nicht wieder auf das persönliche Gleis ablenken, wenn es um eine Debatte um Fehler oder Nicht-Fehler,Richtig oder Falsch geht - darüber, glaube ich, sind wir in diesem Forum schon langsam hinaus - siehe Augustinus' Unterscheidung von Sünde und Sünder.


1
 
 Alpenglühen 24. März 2017 

@Ehrmann, ich kann @huegel76 nur zustimmen

Es wird sich aufgeregt, daß besond. im deutschsprach. Raum WvG verlangen, zur Kommunion zu gehen, und es auch tun, ohne! ihre Lebensweise zu ändern - teilweise, ohne sie ändern zu wollen. U. daß P. Franziskus ihnen zumindest indirekt Recht gibt. U. es wird unterstellt, daß die WvG keine Ehrfurcht vor dem Sakrament haben.
Sie, @Ehrmann, unterstellen den WvG in Afrika, die in der gleichen Situation sind, diese hätten keine Ehrfurcht, gerade weil sie eben nicht! zur Kommunion gehen? Ist aber dieses „Nicht-Gehen“ nicht genau das Gegenteil - nämlich ein Zeichen von Respekt? Gerade weil die Größe des Sakramentes gesehen und die Regeln der Kirche anerkannt wird? U. ist das nicht genau das, was wir von den WvG hier erwarten?
Wird aber nicht auch immer wieder darauf hingewiesen, besond. hier im Forum, daß JEDER sich vor dem Empfang der hl. Kommunion prüfen sollte? Weil es auch andere ‚Umstände’ gibt, die einen Empfang der hl. Kommunion ausschließen, sofern ich nicht vorher zur Beichte gehe!?


5
 
 lesa 24. März 2017 

Reichtum und Klarheit

@huegel: Die Afrikaner haben dem Heiligen gegenüber wohl ein sichereres Gespür. Der Papst hat von letzterem vielleicht Zuviel vorausgesetzt auch im Westen. Hier sind vielfach die Menschen eher geneigt, das zu nehmen, von dem man meint, ein Recht darauf zu haben. Darum hilft hier im Westen nur ein klares, eindeutiges Wort.@sttn: Was heißt "sich ereifern und das Ganze nicht sehen?" Das Schreiben in seinem Reichtum wahrzunehmen ist das Eine, die Gefahr des Abdriftens in Beliebigkeit und weiterer Aushöhlung der Ehemoral erkennen aufgrund der liberalen Auslegungen, die schon passiert sind, ist das Andere.


7
 
 Ehrmann 24. März 2017 

Da ist wohl Afrikanern die Größe der Gabe und die Ehrfurcht vor der Euchaistie geringer

Da dürfte in Afrika die Größe der Gabe und die Ehrfurcht vor der Eucharistie nicht sehr ausgeprägt sein, wenn deren Empfang zu einem Randthema reduziert und der Verzicht als "na ja - Folge" einfach hingenommen wird, nicht als Zeichen der Widersprüchlichkeit der eigenen Lebenssituation mit dem Willen und Gebot Jesu, der in dieser Gabe Seinen Opfertod gegenwärtig macht und uns daran teilhaben läßt. Nein, auf dieser Basis möchte ich nicht diskutieren und Schönheiten von AL in den Vordergrund stellen. Ich weiß nicht, wie Kardinal Sarah zu diesem statement steht, kann mir aber nicht vorstellen, daß er, der "Gott oder nichts" geschrieben hat, damit übereinstimmt.


2
 
 huegel76 24. März 2017 

Herzenswunsch

Oh, wie sehr würde ich mich freuen, wenn uns der Helige Geist bitte bitte als nächstes einen Papst aus Afrika schenken würde.


9
 
 lakota 24. März 2017 
 

Gut erkannt

„Wenn sie in Afrika in eine normale Pfarre gehen, werden sie feststellen, dass die Personen, die in der von ihnen beschriebenen Lage sind, gar nicht zur Kommunion gehen würden, weil sie die bestehenden Regeln akzeptiert haben“, sagt Odozor wörtlich. Genau das ist der Punkt, würden das alle akzeptieren, hätte es die Debatten um diesen Punkt in AL nicht gebraucht. Aber gerade hier bei uns, will man es ja nicht akzeptieren.


15
 
 Theodor69 24. März 2017 
 

@sttn

Es erinnert mich auch an Humanae Vitae: Da steht doch auch nur "Verhütungsmittel verboten" - oder steht da noch mehr drin? :-).


4
 
 studiosus 24. März 2017 

was

was da wohl Kardinal Kasper zu denen sagt?? ;)


6
 
  24. März 2017 
 

Absolut richtig!

"wie der Katholizismus im Westen ein Thema herausgreift und dabei verharrt, ohne den gesamten Zusammenhang zu beachten"

... und das gilt für alle Seiten. Alle die sich ereifern und das wesentliche übersehen.


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