Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  2. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  5. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  6. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  7. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  8. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  9. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  10. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  11. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  12. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  13. Papst ruft zu christlichem Lebensstil im Urlaub auf
  14. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  15. Papst bleibt in Bewegung: Dritter Ausflug von Castel Gandolfo aus

Wichtige Wahrheiten unter den Tisch gefallen

9. Februar 2017 in Aktuelles, 31 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Münchner Pastoraltheologe Wollbold zum Schreiben der DBK über "Amoris laetitia": "Wenn nun selbst kirchliche Medien vom Durchbruch zu einer anderen Pastoral sprechen, ist das interessegeleitete Propaganda"


München (kath.net)
Der Münchner Pastoraltheologe Andreas Wollbold sieht das Schreiben der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) als "Druckventil". In einem Interview mit der "Tagespost" freut er sich über die Notwendigkeit hin, dass ein Ehekatechumenat entwickelt werden soll. Dies sei "einer der starken Punkte des Papiers". Der Theologieprofessor fordert aber "attraktive und substanzielle Kurse" und "keine Allerweltsratschläge", die man leichter im Internet findet. "Katechumenat heißt Glaubensweg. Bei den meisten Brautpaaren hieße dies überhaupt erst einmal Evangelisierung." Der Münchner Pastoraltheologe möchte, dass beim Ehekatechumenat auch erfahrene Ehepaare beteiligt werden und diese Kurse nicht nur den Profis überlassen werden. Wollbald erinnerte dann auch an die Klarheit eines Johannes Paul II. und dass die Vorbereitung für die Ehe schon viele Jahre vor der Trauung beginne. "Bereits in Religionsunterricht und Firmkatechese müsste man über die Bücher gehen und die großen Wahrheiten von Liebe und Ehe unverkürzt und ansprechend zugleich vermitteln."


Angesprochen auf die Verwirrung rund um "Amoris laetitia“ und die mögliche Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion bedauerte Wollbold, dass die Mediendynamik hier eine enormen Erwartungsdruck aufgebaut habe und sich alles auf die Frage der Kommunionzulassung konzentriert habe. Auch innerkirchlich gab es Druck zur Anerkennung einer neuen Verbindung. "Wenn nun selbst kirchliche Medien vom Durchbruch zu einer anderen Pastoral sprechen, ist das interessegeleitete Propaganda." Wollbold spricht dann ausdrücklich von Verwirrung und dass es "für Betroffene wie für Seelsorger" einen deutlichen Rückschritt gegenüber der Praxis darstelle, wie sie etwa unter Johannes Paul II. durchaus möglich war.

Der Pastoraltheologe kritisiert dann, dass sowohl im Schreiben „Amoris laetitia“ als auch im Bischofswort die kirchenrechtliche Klarheit fehle. Das Schreiben der Bischofskonferenz behandle nur das "forum internum". Hier ist der geschützte Raum von Gewisse, Beichte und Seelsorge gemeint, der nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sei. Für die Öffentlichkeit selbst gelte aber laut Wollbold nach wie vor das „forum externum“ und damit auch Kanon 915 des CIC, nachdem wiederverheiratete Geschiedene an den Orten, wo ihre Situation bekannt sei, nicht zur Kommunion zugelassen werden dürfen.

Kritisch sieht Wollbold in dem Zusammenhang auch die Diskussion um das "Gewissen", das als "Zauberwort" verwendet werde, um der Einzelfallregelung "eine höhere Weihe" zu verleihen. Für den Theologen werde damit aber die "Gewissenslehre des Thomas von Aquin" deutlich überstrapaziert, da das Entlastende der Zehn Gebote ja gerade darin bestehe, dass ich "klare Grenzen" kenne. "Ich weiß, was ich unbedingt zu vermeiden habe, also zum Beispiel Mord, Lüge oder Ehebruch. Diese Gebote verbieten bestimmte Handlungen ‚semper et pro semper‘, also stets und unter allen Umständen. Das verlangt keine Gewissensanstrengung ‚in höchstem Maߑ, sondern ist ganz einfach."

Abschließend bezeichnet Wollbold das Schreiben der Bischöfe als ein Schreiben, das "einem Eiertanz" gleiche. Leider seien hier " wichtige Wahrheiten" unter den Tisch gefallen. Er hoffe, dass die Diözesanbischöfe den Mut aufbringen werden, wieder an diese zu erinnern.

Interview 2015: Prof. Andreas Wollbold, Pastoraltheologe Ludwig-Maximilians-Universität München zu ZdK-Forderungen Wiederverheiratete/homosexuelle Paare


Foto Prof. Wollbold (c) Andreas Wollbold


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ehe

  1. Berliner Jusos für Abschaffung der Ehe
  2. US-Studie zeigt: Verheiratete junge Erwachsene sind glücklicher als unverheiratete
  3. Afrikas Bischöfe erklären Umgang mit Polygamie
  4. Neuer Hit: „Für dich gehe ich das volle Risiko ein“
  5. „Georgia Märtyrer“-Seligsprechung am 1. Oktober – Sie verteidigten die Ehe gegen die Polygamie
  6. „Warum erlaubt die katholische Kirche keine Hochzeiten im Garten?“
  7. Wegweisend! - COMECE unterstützt Polen gegen EU-Druck zur Anerkennung sogenannter „Homo-Ehen“!
  8. Papst: Ehe unauflöslich, doch bei Annullierung barmherzig sein
  9. Vatikan kündigt bevorstehende Veröffentlichung eines Dokuments zu Monogamie an
  10. Evangelische Landeskirche in Württemberg: Gleichgeschlechtliche „Ehe“ verfehlt Zweidrittelmehrheit






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  3. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  4. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  5. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  6. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  7. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  8. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  9. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  10. Nach dem WM-Krimi um 3. Platz - England- und Frankreich-Stars vereint im Gebet
  11. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  12. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  13. Kardinal Burke: ‚Die Synodalität muss gestoppt werden‘
  14. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  15. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz