Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  2. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  3. Katholische Kirche in Island hilft Menschen mit homosexuellen Neigungen enthaltsam zu leben
  4. Der stumme Gott unserer Zeit
  5. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!
  6. Beschließen ohne zu entscheiden?
  7. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  8. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausgespielen möchte
  9. BDKJ Nordrhein-Westfalen will Verbot der AfD
  10. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen
  11. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  12. 'Ich verstehe Gott nicht': Ältester Deutscher feiert 110. Geburtstag
  13. Frankreich: Neues Gesetz bestraft Versuch, von Suizidhilfe abzuhalten
  14. Ramadan sorgte für Unfrieden an Wiener Schulen!
  15. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen

Lebensqualität vor Gewinnoptimierung - Für den freien Sonntag!

10. Februar 2017 in Kommentar, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Eine völlige Freigabe der Ladenöffnungszeiten, Tag und Nacht, Sonn- und Feiertag, ist sicher nicht zielführend. Gastkommentar der Wiener Landtagsabgeordneten Gudrun Kugler


Wien (kath.net) In Wien diskutiert man die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten. Tourismuszonen sind in einer Stadt wie Wien sicherlich sinnvoll, wenn sich alle Beteiligten dafür aussprechen. „Die Unternehmerinnen und Unternehmer sollen selbst entscheiden können, ob und wann sie ihr Geschäft aufmachen“, so ÖVP-Wien-Chef Gernot Blümel, „In allen Bundesländern gibt es Tourismuszonen mit der Möglichkeit der Sonntagsöffnung – außer in Wien. Wien will aber Weltstadt sein und ist Ziel vieler (Wochenend)-Touristen.“

Prinzipiell hat Österreich Liberalisierungen dringend nötig. Die Lohnnebenkosten sind so hoch, dass Arbeitsplätze vernichtet oder gar nicht erst geschaffen werden. Eine völlige Freigabe der Ladenöffnungszeiten, Tag und Nacht, Sonn- und Feiertag, ist allerdings sicher nicht zielführend. Denn Arbeitnehmerschutzbestimmungen sowie gemeinsame freie Tage sind eine Errungenschaft für die Menschen und Gesellschaft.

Warum ist der freie Sonntag unverzichtbar? Das sagt die Allianz für den freien Sonntag Österreich:

- Der Sonntag gibt der Woche den Rhythmus. Ohne freien Sonntag wird das Leben takt-los.

- Der Sonntag ist ein Feiertag. Menschen brauchen auch Zeit zum Feiern, denn Feste stiften Sinn und Gemeinschaft.


- Der freie Sonntag ist gesund, Menschen sind seit Jahrtausenden an den Sieben-Tage-Rhythmus gewöhnt.

- Der freie Sonntag gilt für alle. Sonntagsarbeit muss Ausnahme bleiben und darf nicht zur Regel werden.

- Der Sonntag ist Familien- und Beziehungstag. Zunehmende Arbeitsbelastung und flexible Arbeitszeiten machen diesen Tag besonders wichtig. Gemeinsame Freizeit ist ein tief empfundenes Bedürfnis insbesondere von Familien. Auch für die Angestellten im Handel soll gelten: Gemeinschaft statt Kundschaft.

- Der arbeitsfreie Sonntag ist selbstbestimmte Zeit und bremst den Trend, dass immer mehr Lebenszeit zu Arbeits- und Konsumzeit wird.

- Der freie Sonntag garantiert planbare freie Zeit für sich oder mit anderen (Ehrenamt). Diese Zeit muss nicht jedes Mal neu ausgehandelt oder erkämpft werden.

Gegen die vollständige Sonntagsöffnung im Verkauf sprechen unter anderen folgende Argumente:

- Sonntagsöffnungszeiten gehen verstärkt zu Lasten von Alleinerziehenden

- In der ganzen Debatte gibt es kaum Überlegungen, wie denn qualitätsvolle Kinderbetreuung an einem Sonntag zu gewährleisten wäre. Selbst in großen Städten wäre diese eine Herausforderung, die sicherlich meist von Familien selbst gelöst werden müsste.

- Die große Mehrheit der kleinen Gewerbetreibenden (EPUs und KMUs) sind gegen die Sonntagsöffnung.

- Lebensqualität vor Gewinnoptimierung: Gemeinsame Freizeit ist mehr als die Summe von einzelnen Freizeiten. Der Mensch ist ein Gesellschafts- und Gemeinschaftswesen, das auch aus einer gemeinsamen Freizeit enorme Gewinne für die eigene Rekreation ziehen kann.

- Die zunehmende Vereinzelung und Individualisierung der Gesellschaft führt zu mehr Vereinsamung.

- Es geht nicht nur um die Geschäfte. Wenn am Sonntag geöffnet wird, bedeutet das auch Sonntagsarbeit im Bereich Produktion von kurzlebigen bzw. frischen Gütern, im Liefer- und Transportverkehr, sowie Polizei und Zivilkräfte.

- Sonntagsöffnung in Tourismuszonen ist eine Sonntagsöffnung für alle auf Raten. Geschäftsschädigend ist die Sonntagsschließung insbesondere erst dann, wenn in der Nachbarstraße aufgrund einer etwaigen Tourismuszone geöffnet ist.

Zeit für gemeinsame Familienaktivitäten, für Freundschaften oder einfach einmal für sich selbst zu haben, ist Basis für eine menschenfreundliche Gesellschaft und sozialen Zusammenhalt. Schützen wir den Sonntag!

Dr. Gudrun Kugler (Foto), MMF, ist Magister des Rechts und Master der Theologischen Studien und promovierte im Internationalen Strafrecht. Gudrun Kugler betreibt unter anderem die katholische Heiratsvermittlung kathTreff und das Dokumentationsarchiv der Intoleranz gegen Christen in Europa. Außerdem ist sie Lehrbeauftragte am Internationalen Theologischen Institut für Studien zu Ehe und Familie und hat zahlreiche Bücher herausgegeben. Seit November 2015 ist Gudrun Kugler Wiener Landtagsabgeordnete und Gemeinderätin. Sie gehört der ÖVP an.

ERF: Dr. Gudrun Kugler im Interview: Christ und Politik - geht das?



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Sonntag

  1. Kroatien: Regierung will Sonntagsöffnung deutlich einschränken
  2. Breite Phalanx gegen offene Geschäfte am Sonntag
  3. Der Sonntag - Der Tag des Herrn
  4. "Sunday for future"
  5. Italiens Regierung will Sonntagsöffnungen verbieten
  6. Schottischer Erzbischof erinnert an Sonntagspflicht
  7. Den Tag des Herrn heiligen
  8. Warnung vor schleichender Aushöhlung des arbeitsfreien Sonntags
  9. Sonntagspflicht, Eucharistie und gültige Messe
  10. Deutschland: Gewerkschaft ruft zu Einkaufsverzicht an Heiligabend auf







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Vier von sieben: Die unglaubliche Berufungs-Geschichte der Familie Morrison
  4. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  5. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  6. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  7. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  8. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an
  9. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  10. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen
  11. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen
  12. Beschließen ohne zu entscheiden?
  13. 'Ich verstehe Gott nicht': Ältester Deutscher feiert 110. Geburtstag
  14. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!
  15. Junge Katholiken suchen in der Kirche lehramtliche Klarheit und nicht Anpassungsfähigkeit

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz