Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  5. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  6. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  7. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  8. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  9. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  10. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  11. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!
  12. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg
  13. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  14. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  15. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund

Krankenhaus lehnt Abtreibungen ab – und steht deswegen in der Kritik

10. November 2016 in Deutschland, 18 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Agaplesion: Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland rechtswidrig


Stadthagen (kath.net/idea) Im niedersächsischen Landkreis Schaumburg wird heftig über das Thema Abtreibung diskutiert. Schwangerschaftsabbrüche ohne medizinische Gründe soll es im Krankenhaus der Kreisstadt Stadthagen ab April 2017 unter dem neuen Betreiber – dem christlichen Gesundheitskonzern Agaplesion (Frankfurt am Main) – nicht mehr geben. Die Frauen müssen dann in die Kliniken der benachbarten Landkreise fahren. Das stößt in der Politik und in den Lokalmedien auf Kritik.
Kreistagsvorsitzender der CDU: Unglücklich und wenig zeitgemäß

Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Gunter Feuerbach (Stadthagen), bezeichnete die Haltung von Agaplesion laut der „Schaumburger Zeitung“ als „unglücklich und wenig zeitgemäߓ. Die kirchliche Einrichtung sollte ihm zufolge die Frage der sozialen Indikation – es liegt also kein medizinischer Grund für eine Abtreibung vor – „nicht so erzkonservativ behandeln“. Die Haltung des Gesundheitskonzerns sei der Kreispolitik zum Zeitpunkt der Entscheidung für Agaplesion als neuen Betreiber nicht bekannt gewesen. Die ehemalige Landtagsabgeordnete Ursula Helmhold (Bündnis 90/Die Grünen) sagte: „Für mich gilt: Wenn das Agaplesion-Krankenhaus Frauen in Notsituationen nicht hilft und auf die Krankenhäuser im Umkreis verweist, sind diese auch bei allen anderen Eingriffen für mich die erste Wahl.“


Arbeiterwohlfahrt: Eine Tabuisierung macht es den betroffenen Frauen noch schwerer

Die Geschäftsführerin des Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Heidemarie Hanauske (Stadthagen), sagte gegenüber der Zeitung, dass sich keine Frau die Entscheidung leicht mache: „Umso problematischer ist es, dass man ihnen nicht die Möglichkeit gibt, ihr Vorhaben im Klinikum unseres Landkreises umzusetzen.“ Diese Tabuisierung mache es den betroffenen Frauen noch schwerer. Die AWO berät Frauen in Schwangerschaftskonflikten und stellt ihnen auf Wunsch den Beratungsschein für eine straffreie Abreibung aus.

Lokalreporterin: Agaplesion hat ein rückständiges Weltbild

Die Lokalreporterin Cornelia Kurth bezeichnete die Haltung von Agaplesion in einem Kommentar in der „Schaumburger Zeitung“ (7. November) als „Skandal“. Der Konzern zwinge dem Landkreis seine Moral auf: „Ob eine Frau mitten in der Ausbildung steckt, ob das Kind aus einer kurzen Affäre stammt, ob eine Mutter noch ein siebtes Kind bekommt – die ,christliche’ Ethik des Agaplesions setzt sich selbstherrlich über alle nicht medizinisch angebrachten Abtreibungsgründe hinweg.“ Agaplesion habe ein „rückständiges Weltbild“, schreibt Kurth: „Auf unsere Kosten.“

Agaplesion: Niemand wird ohne Hilfe weggeschickt

Der Konzern wies die Kritik am 8. November in einer Stellungnahme gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea zurück. Man führe die Diskussion sehr differenziert. Als christliches Unternehmen sei man einerseits aufgerufen, eine klare Position zu formulieren und andererseits Betroffene in ihren seelischen Nöten zu begleiten. Die Berichterstattung erwecke den Eindruck, dass das Krankenhaus Frauen ohne Hilfe und Gespräche wegschicken werde.

Das werde man niemals tun, sondern kompetente Ansprechpartner und Einrichtungen in der Nähe nennen, die professionelle psychische Unterstützung anbieten. Wenn es medizinische Gründe gebe, werde man einen Schwangerschaftsabbruch durchführen. Agaplesion verweist darauf, dass Abtreibung in Deutschland noch immer „rechtswidrig“ sei, auch wenn auf Strafverfolgung verzichtet werde: „Dass vor Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland hohe Hürden gestellt sind, liegt daran, dass viele Menschen in unserer Gesellschaft die Ansicht teilen, dass auch entstehendes Leben nicht leichtfertig dahingegeben werden darf.“


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Lebensschutz

  1. Zürcher ‚Marsch fürs Läbe‘ erneut nach Oerlikon verlegt
  2. Erst Gerichtssaal, dann Preisverleihung: Weronika Krawczyk erhält Opoka-Preis „Auf Fels gebaut“
  3. Marsch für das Leben/Warschau: rund 40.000 Teilnehmer!
  4. Der 6. Münchner Marsch fürs Leben setzt ein starkes Zeichen für das Lebensrecht
  5. ALfA: Antrag zur „Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen“ verfehlt wirkliche Hilfe für Frauen
  6. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer
  7. Prag: Tausende Demonstranten fordern bessere Hilfen für Schwangere
  8. Dezidiert pro-Life: Papst erhebt Leiter der Päpstlichen Akademie für das Leben zum Bischof
  9. Kardinal Woelki und Bischof Oster ermutigen Münchner Lebensschützer mit kraftvollen Grußworten
  10. Linksradikaler Anschlag auf Veranstaltungsort eines Lebensschutz-Treffens







Top-15

meist-gelesen

  1. Europas Zukunft im Licht des Evangeliums
  2. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  3. Der Katholik Tolkien wird in der anglikanischen Westminster Abbey ein Denkmal erhalten
  4. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  5. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  6. Was ich als Priester von Fulton Sheen gelernt habe
  7. Papst an Klausurschwestern: „Der Herr ruft euch, seine Zeuginnen in Stille, Kontemplation zu sein“
  8. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg
  9. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  10. „Die hl. Märtyrer von Międzyrzecz waren Menschen aus Fleisch und Blut, die bereit waren…“
  11. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  12. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  13. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  14. Wer ist der Mann auf dem Tuch?
  15. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz