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Priester beichtete im Petersdom, Beichtvater spielte dabei Sudoku

2. Mai 2016 in Kommentar, 30 Lesermeinungen
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Junger chilenischer Priester schreibt offenen Brief an Papst Franzikus, nachdem er bei drei Beichten im Petersdom Beichtväter abgelenkt fand - Ein beichtehörender Priester las während seines Sündengeständnisses die Tageszeitung. Von Petra Lorleberg


Vatikan (kath.net/pl) Während er im Petersdom beichtete und seine Sünden bekannte, „sah ich den Priester ‚Sudoku‘ spielen, ein japanisches Zahlenpuzzle. Durch das Beichtgitter sah ich zwei Spielmagazine. Auf höfliche Art drückte ich meinen Wunsch nach einer würdigen Feier des Sakraments aus. Doch der Priester sagte mir, ich solle einen anderen Beichtvater suchen, wenn ich Probleme mit dem ‚Sudoku‘ hätte, im Petersdom gäbe es ja viele. Ich verließ traurig den Beichtstuhl und ging zu einem anderen, wo mich ein Priester brüderlicher begrüßte.“ Dies schilderte Felipe Herrera Espaliat (Foto), chilenischer Priester, Journalist, Musiker und derzeit Student in Rom, in seinem offenen Brief, den er zu diesem Problem am 1.5.2016 an Papst Franziskus schrieb. Nach eigenen Worten reagierte er damit auf die Beichtkatechese, die Papst Franziskus einen Tag zuvor bei einer Generalaudienz gegeben hatte.


Es sei bereits seine vierte Erfahrung dieser Art, drei davon hätten sich direkt im Petersdom abgespielt, erläuterte der Priester auf seinem Blog weiter. So sei er im „letzten Oktober im Petersdom beichten gegangen“ und habe entdeckt, dass der Priester während der Beichte auf seinem Smartphone in der britischen Zeitung „Daily Mail“ gelesen habe. Herrera Espaliat berichtete, dass er den beichtehörenden Priester daraufhin gefragt habe, ob ein Büßer nicht eine bessere Behandlung verdiene. Der Priester habe verschnupft reagiert, aber immerhin das Smartphone weggelegt und die Beichte ordnungsgemäß zu Ende geführt.

Ein anderes Mal habe ein Priester im Petersdom während seiner Beichte einen Text offenbar korrekturgelesen und sogar darin geschrieben. Auch in New York sei es ihm vergangenes Jahr passiert, dass er während der Beichte in der St. Patrick´s Kathedrale entdeckt habe, dass der Priester auf seinem Smartphone ein elektronisches Spiel spielte. Nach einem entsprechenden Hinweis des beichtenden Mitbruders habe sich der beichtehörende Priester aber verlegen entschuldigt und die Beichte konnte ohne Probleme weitergehen.

Der Diözesanpriester des Erzbistums Santiago de Chile erläuterte, dass er sich von einem Brief Papst Benedikts XVI. ermutigt fühle, seine Kritik zu äußern. Benedikt hatte 2010 im Zusammenhang mit dem Bekanntwerden heftiger Missbrauchsskandale in der irischen Kirche davor gewarnt, wegen einer „fehlgeleitete Sorge für den Ruf der Kirche und die Vermeidung von Skandalen“ auf Kritik zu verzichten.

Herrera Espaliat schrieb abschließend: „Lieber Heiliger Vater, ich bin ein einfacher Priester nach nur drei Jahren Dienst“, doch bitte er darum, dass seine Erfahrungen zur Kenntnis genommen würden. Er wolle damit zur Erneuerung des Bußsakramentes beitragen. Der Priester bat Papst Franziskus darum, „uns ein Wort an alle Beichtväter der Welt“ zu geben.


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