Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Woelki-Rücktritt wäre Präzedenzfall, folgen dann Rücktritte von Bode, Overbeck, Marx und Bätzing?
  2. Zum „Maria 2.0“-Thesenanschlag: Luther ante portas
  3. Benedikt XVI.: „Es gibt keine zwei Päpste. Nur einer ist Papst…“
  4. Erzbistum Freiburg: „Priesterinnen“ spenden Aschenkreuz
  5. Die Aktivistinnen von “Maria 2.0” nerven – Lasst mich einfach katholisch sein!
  6. Das „Forum Deutscher Katholiken“ spricht Kardinal Woelki seine Solidarität aus
  7. Papst an Fokolarini: freudiges Zeugnis für das Evangelium
  8. Bätzing 2.0: Der Kampf geht weiter!
  9. VERLOGEN!
  10. Psychiater und Theologe Manfred Lütz: Versetzung von Missbrauchstätern vor 1990 "fast unvermeidlich"
  11. Klassiker wie Homer oder Platon sollen aus US-Lehrplänen verschwinden
  12. Gender- und LGBT-Ideologie soll in Österreichs Schulen kommen
  13. Reminiscere. Der Sinn der Verklärung. Kleine Lampen des Evangeliums sein
  14. ‚Die Eucharistie ist sehr lebendig’
  15. Wo bleibt das Totengedenken für die vielen?

'Herzlichst, Ihr Fachmagazin für schlechte Katholiken'

9. Februar 2016 in Kommentar, 23 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Was soll man davon halten, wenn ein von der Deutschen Bischofskonferenz aus Kirchensteuermitteln finanziertes Online-Portal zum Rosenmontag eine beißende Satire gegen "gute Katholiken" veröffentlicht? Gastkommentar von Dr. Tobias Klein


Bonn (kath.net/Blog ‚Huhn meets Ei‘) "Was darf Satire?" Diese Frage hat Kurt Tucholsky, dem man wohl eine beträchtliche Autorität auf diesem Gebiet zubilligen darf, bereits 1919 ex cathedra entschieden: "Alles!" Nachdem das also geklärt ist, erscheint es weit interessanter und ergiebiger, zu fragen: "Was will Satire?" - Da kann man nun natürlich sagen, das sei von Fall zu Fall unterschiedlich; aber verallgemeinernd gesprochen lässt sich wohl festhalten, dass Satire das Ziel hat, bestimmte Personen, Institutionen, Meinungen oder Verhaltensweisen zu attackieren, indem sie sie lächerlich macht. Daraus folgt, dass Satire stets eine Positionierung enthält: Daraus, gegen wen oder was sie sich richtet, wie auch daraus, was genau sie an ihrem Gegenstand lächerlich zu machen bestrebt ist, kann man per Umkehrschluss folgern, wofür sie positiv eintritt.

Was soll man demnach davon halten, wenn das von der Deutschen Bischofskonferenz aus Kirchensteuermitteln finanzierte Online-Portal katholisch.de zum Rosenmontag eine beißende Satire gegen "gute Katholiken" veröffentlicht? - Man könnte meinen, das zeige, dass katholisch.de sich als das Sprachrohr der "schlechten Katholiken" versteht. Aber das wäre natürlich zu kurz gedacht, denn ebendiese Positionierung zeigt ja, dass der Verfasser der Glosse, katholisch.de-Redakteur Björn Odendahl, die "guten Katholiken" gar nicht wirklich gut und die "schlechten Katholiken" gar nicht wirklich schlecht findet. Gewissermaßen benutzt er die Bezeichnung "gute Katholiken" also in einem ähnlichen Sinne, wie andere Zeitgenossen verächtlich von "Gutmenschen" sprechen. Letzterer Begriff ist gerade zum Unwort des Jahres erklärt worden und ist somit I-Bah. Ein strukturell gleichartiges rhetorisches Mittel gegen eine andere Personengruppe - hier: konservative Katholiken - einzusetzen, scheint aber dennoch legitim zu sein. Warum? Weil's Satire ist, und die darf Tucholsky zufolge was nochmal? - Eben. Man darf also - und das hat in Zeiten grassierender political correctness ja auch was Beruhigendes - nach wie vor alles sagen, man muss nur "Satire" drüberschreiben.

Wobei: Über dem hier angesprochenen Text von Björn Odendahl steht gar nicht "Satire". Sondern "Humor". Und Humor ist ja bekanntlich, wenn man trotzdem lacht. Na dann.

Wodurch zeichnet sich denn nun der "gute Katholik" aus, den Björn Odendahl in seiner Satire aufs Korn nimmt? - Zum Beispiel dadurch, dass er gern überpünktlich zur Messe erscheint, einen "Stammplatz" in der Kirche hat und fein gekleidet ist. (Von Pullundern ist allerdings keine Rede.) Sodann dadurch, dass er Wert auf die Einhaltung der Sonntagspflicht legt. Dass er ein eigenes Exemplar des Gotteslobs zur Messe mitbringt, "mit Goldschnitt und - im Idealfall - einem Autogramm des Papstes, das von der letzten Pilgerreise nach Rom stammt". Dass er mit den liturgischen Texten vertraut ist und sie an den Stellen, an denen es liturgisch vorgesehen ist, laut und deutlich mitspricht. Dass er mehr kniet als andere Teilnehmer der Messe. Dass er Mundkommunion praktiziert und es nach Möglichkeit vermeidet, die Kommunion von Kommunionhelfern zu empfangen: "Kommunionhelfer sind ja eine feine Sache. Das verkürzt die Wartezeit. Aber irgendwie geht der gute Katholik doch lieber zum Priester. Der hat einfach mehr Autorität." Und schließlich: "Sein absolutes Lieblingsbuch ist der Katechismus der Katholischen Kirche."


Um an dieser Stelle gleich mal persönlich zu werden: Fühle ich mich getroffen? Bin ich ein "guter Katholik" im Sinne des Verfassers, mit anderen Worten also eine unerträgliche Nervensäge für "normale" Kirchgänger? - Ehrlich gesagt: teils-teils. Ob ich extrem früh, gerade noch pünktlich oder sogar erst zum Gloria zur Messe erscheine, hängt sehr wesentlich von der S-Bahn ab. Ich ziehe mir zum Kirchbesuch auch keine besonders feinen Sachen an - so etwas besitze ich nämlich gar nicht. Sehr wohl besitze ich, horribile dictu, ein eigenes Gotteslob-Exemplar mit Goldschnitt (!), aber das nehme ich für gewöhnlich nicht mit in die Messe. Unter anderem deshalb nicht, weil es ein altes Gotteslob ist - die Liednummern also nicht mehr stimmen - und es zudem den Regionalteil des Bistums Münster enthält. Ich habe es zur Erstkommunion geschenkt bekommen. Ich schlimmer Dunkelkatholik. - Und ja, ich kenne die liturgischen Texte und bete sie gern vernehmlich mit; ja, ich knie nicht nur während der Wandlungsworte, ja, ich bevorzuge, soweit möglich, die Mundkommunion. Und auch bei dem Punkt mit den Kommunionhelfern bzw. -innen (meist sind es ja Frauen) muss ich mich schuldig bekennen. Ja, ich bin sogar noch "schlimmer", als Björn Odendahl annimmt: Ich bin nämlich nicht der Meinung, dass Kommunionhelfer an und für sich "eine feine Sache" seien. Im Normalfall - d.h. außer vielleicht in den seltenen Fällen, in denen die Kirche rappeldickevoll ist, aber nur ein Priester zugegen ist - finde ich sie schlicht überflüssig. Der Einsatz von Kommunionhelfer_innen dient nicht dem geordneten Ablauf der Kommunion, sondern einzig dazu, dem Ego bestimmter Lai_innen zu schmeicheln, die sich in der Kirche gern wichtig fühlen wollen. - Und was den Katechismus betrifft, so würde ich ihn nicht unbedingt als mein "absolutes Lieblingsbuch" bezeichnen, aber sehr wohl als ein für katholische Gläubige ausgesprochen wichtiges Buch. Ich komme noch darauf zurück.

Wenn ich also an mir selbst feststelle, dass die von Björn Odendahl zusammengetragenen Charakteristika zum Teil auf mich zutreffen und zum Teil nicht, dann kann man wohl davon ausgehen, dass das vielen anderen Lesern genauso geht. Klar: Der Text vergröbert und verallgemeinert. Das hat Satire so an sich. Ärgerlich ist allerdings, dass er den "guten Katholiken", um sie möglichst unsympathisch darzustellen, auch Eigenschaften unterstellt, die damit, ob jemand ein "guter" (will sagen: besonders "glaubenseifriger", "strenggläubiger", "konservativer"... you name it) oder nur ein ganz "normaler" Katholik ist, in keinerlei logischem Zusammenhang stehen. Zum Beispiel, dass "gute Katholiken" angeblich keine Kinder mögen. Jedenfalls nicht in der Heiligen Messe. "Denn Kinder sind immer so laut und laufen überall herum." Dabei habe doch "irgendwer" - "Jesus, um genau zu sein" - mal gesagt "Lasset die Kinder zu mir kommen". - Die Botschaft ist klar: "Gute Katholiken" sind schlechte Christen. Weil ihnen eine störungsfreie Messe wichtiger ist als das zu tun, was Jesus sagt.

-- Natürlich gibt es immer mal wieder Leute, die überempfindlich reagieren, wenn Kinder sich in der Kirche nicht absolut mucksmäuschenstill verhalten (und welches Kind täte das schon). Nun mag es nahe liegen, zu unterstellen, dies beträfe in besonderem Maße jene, die auch sonst besonderen Wert darauf legen, dass in der Heiligen Messe alles korrekt und würdig zugeht. In dieser Unterstellung steckt jedoch ein simpler Denkfehler. "Gute Katholiken" im von Odendahl karikierten Sinne sind nämlich nicht nur mehr oder weniger verhärmte Alleinstehende; es gibt unter ihnen auch Ehepaare, die oft - aus Gründen, die ich wohl nicht erläutern muss - viele Kinder haben und gleichzeitig Wert darauf legen, diese von klein auf in die Messe mitzunehmen. Und die wissen folglich aus eigener Erfahrung, dass Störungen durch Kinder selbst beim besten Willen nicht hundertprozentig zu vermeiden sind. (Dass es zwischen Kindern, die einfach etwas lebhaft und/oder unruhig sind, und Kindern, die totales Chaos veranstalten, ohne dass die Eltern auch nur versuchen, etwas dagegen zu unternehmen, noch einen Unterschied gibt, sei nur am Rande vermerkt.)

Viel entscheidender ist aber allemal, welches Bild sich ergibt, wenn man aus Björn Odendahls Tiraden gegen "gute Katholiken" den Umkehrschluss zieht. Wie sieht das positive Gegenbild zu den "guten Katholiken" aus? Spätaufsteher in Jeans und Turnschuhen, die sich brav die Handkommunion bei der Kommunionhelferin abholen? Nun, wir wollen nicht Polemik mit Polemik beantworten, aber so viel kann man wohl doch sagen, dass die Sympathie des katholisch.de-Redakteurs denen gehört, die es mit der Sonntagspflicht nicht so genau nehmen, dann und wann aber doch mal in die Kirche gehen, auch wenn sie sich in der Liturgie nicht so auskennen und froh sind, wenn sie "das Vaterunser [...] gut hinbekommen". Womöglich beschreibt das die hauptsächliche Zielgruppe von katholisch.de ganz gut. Könnte ja sein. Und diese Leute werden dann eben konsequent da stehen gelassen, wo sie stehen - indem man ihnen vermittelt: Ihr seid okay so, wie ihr seid, werdet bloß keine "guten Katholiken" wie die da vorn, die sind alle sonderbar.

Und außerdem nervig. Die Stichelei gegen Leute, deren "absolutes Lieblingsbuch [...] der Katechismus der Katholischen Kirche" ist, lässt darauf schließen, dass Odendahl extrem genervt von Katholiken ist, die, bildlich gesprochen, ständig mit dem Katechismus unter dem Arm herumlaufen, um ihn in seiner Eigenschaft als katholisch.de-Redakteur gelegentlich daran zu erinnern, was die Katholische Kirche tatsächlich lehrt. Die Sonntagspflicht ist für ihn nur eine Lachnummer: Wer sie verletzt, hat allenfalls zu befürchten, dass "[a]uf dem nächsten Gemeindefest [...] der gute Katholik" unangenehme Fragen stellt. Ken Wort davon, dass das etwas wäre, was man beichten müsste. Überhaupt: das böse B-Wort. Wäre da nicht auch noch ein bisschen wohlfeiler Spott über "gute Katholiken" am Platz gewesen? Dass Odendahl es zudem - im Zusammenhang mit dem Thema "Mund- oder Handkommunion" - offenbar lustig findet, dass jüngst (angeblich) konsekrierte Hostien auf eBay verhökert wurden, spricht nicht unbedingt für große Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten.

Sicherlich könnte man mit viel gutem Willen argumentieren - und Björn Odendahl selbst würde das, wenn man ihn darauf anspräche, wahrscheinlich tun -, die Satire richte sich eigentlich gar nicht allgemein gegen besonders "glaubenseifrige", "strenggläubige" oder "konservative" Katholiken, sondern lediglich gegen das ostentative Zurschaustellen von Frömmigkeit, verbunden mit Geringschätzung gegenüber den nicht so ostentativ Frommen. Schließlich heißt es in Odendahls Glosse u.a.: "Ihr Zuspätkommen quittiert er mit einem halb süffisanten, halb mitleidigen Lächeln - inklusive gut sichtbarem Kopfschütteln". Oder: "Auch über ihr Outfit kann er nur lachen." Das Problem ist jedoch, dass der Text gar keinen Raum für den Gedanken lässt, "gute Katholiken" täten das, was sie tun, aus einem anderem Grund als dazu, sich über Andere zu erheben. Es erscheint undenkbar, weshalb jemand in der Heiligen Messe länger als unbedingt nötig knien sollte, wenn nicht, damit "es jeder sieht. Wozu sonst die ganze Quälerei?"

Das Bedürfnis, sich für besser zu halten als andere Menschen (und dies auch nach außen hin deutlich zu zeigen), gibt es selbstverständlich. In dunkelkatholischen Kreisen gibt es einen Namen dafür: superbia, Hochmut. Die oberste aller Sieben Todsünden - und das aus gutem Grund, denn alle anderen Sünden gehen aus ihr hervor. Man kann sicher argumentieren, dass der Versuchung zum Hochmut gerade solche Menschen in besonderem Maße ausgesetzt sind, die tatsächlich Vieles richtig und gut machen. Zum Beispiel eben auch auf dem Gebiet der religiösen Observanz. Der Pharisäer in Jesu Gleichnis vom Pharisäer und dem Zöllner (Lukas 18.9-14) tat schließlich viel Gutes: "Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens", heißt es in Vers 12. Nicht dass er diese Dinge tat, war sein Fehler, sondern dass er in unangemessener Weise stolz darauf war, darüber seine eigenen Fehler und Sünden übersah und verächtlich auf Andere blickte: "Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort" (V. 11). Diesbezüglich sind Björn Odendahl und mit ihm die katholisch.de-Redaktion schon einen entscheidenden Schritt weiter; denn die sagen:

"Herr, ich danke dir, dass ich nicht bin wie jener Pharisäer dort!"

Was es dazu sonst noch zu sagen gäbe, bitte ich diesem lustigen Puppentrickvideo von Lutheran Satire zu entnehmen...

Lutherische Satire - I´m a Christian But I´m Totally Not... (BuzzFeed Parody)



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 ThomasMoore 10. Februar 2016 

Gotteslob?

Aber, aber, Herr Odendahl, ein richtig guter Katholik bringt doch kein Gotteslob mit rotem Wünschelrutensymbol mit. Sondern das Gesangbuch Salve Regina von k-tv. :-)


5

0
 
 Maulwurf 10. Februar 2016 

Anmaßend UND ein Spiegel?

Zuerst: Die "Humoreinlage" des Herrn Odendahl empfinde ich überhaupt nicht witzig. Lachen oder Schmunzeln konnte ich beim Lesen nicht ein einziges mal. Das ganze ist eher dümmlich und bedient die üblichen Kli­schees. Wer "fromm" ist, dem geht´s nur um das Zurschaustellen und fertig, so die Kernaussage. Etwas anderes passt wohl in Odendahls Vorstellungswelt nicht hinein. Er stellt sich sogar über den Papst, denn er ist ganz eifrig am Verurteilen, in diesem Fall nicht von Homosexuellen, dafür aber von Gläubigen, die einfach nur katholisch sind.

Wenn man dem ganzen überhaupt etwas Gutes abgewinnen will, kann höchstens jeder für sich in diesen Spiegel schauen, und sehen, ob etwas davon auf ihn zutrifft, ob er sich irgendwo wiederfindet. Um sich selbst zu hinterfragen und es ggf. abzustellen. Das ist aber auch das Einzige.


8

0
 
 tünnes 10. Februar 2016 
 

Als "kölscher" Katholik liebe ich das Hänneschen Theater, aber eben nicht in der Heiligen Messe. Ich habe etwas dagegen, wenn in der Messe die Predigt vom Gemeindereferenten gehalten wird, anstatt Amen ein Kölle Alaaf kommt und wir uns zum Friedensgruß einen fröhlichen Karneval wünschen. Ich kann es nicht leiden, wenn diejenigen die die Mundkommunion wünschen, vom Pfarrer oder Gemeindemitgliedern niedergemacht werden.
Soll ich jetzt bei der Wandlung gelangweilt herumsitzen und die Arme vor der Brust verschränken, das Glaubensbekenntnis vor mich hin nuscheln, die Lieder nicht mehr mitsingen, das "Mutter" unser um den Altar tanzen und piep, piep, piep, wir han uns alle lieb trällern, dem Pfarrer die Eucharistie aus der Hand oder der Schale nehmen,.....?????
Geht's noch????


10

0
 
 Maria13 10. Februar 2016 
 

Bitterernst ;)

Nur das fällt mir dazu ein.

Evangelium nach Matthäus 6,1-6.16-18.


2

0
 
 Faustyna-Maria 9. Februar 2016 
 

Satire ohne Witz

Herr Odenthal hat in diesem Fall einen eklatanten Mangel an Kreativität bewiesen, denn er hat zum einen wertfreie und untergeordnete Aspekte des Katholizismnus ins Lächerliche gezogen (das offzielle Gesang- und Gebetsbuch zu besitzen und es auch zu benutzen, oh nein wie schockierend konservativ), zum anderen hat er sich einfach gängiger Klischees und Vorurteile gegen Christen bedient.
Also eigentlich ist das schon bemitleidenswert.


13

0
 
 Tisserant 9. Februar 2016 

Die staatlich alimentierte deutsch katholische Gutmenschen Kirche, möchte eben auch mal lustig sein!

Ich gönne ihnen den Spaß, bald werden diese eh nichts mehr zu lachen haben, wenn die Scharia Polizei sie belehrt und diese Oberlehrer des Mainstream artig zum Islam wechseln!


9

0
 
 Charles X. 9. Februar 2016 
 

Als guter Katholik...

... habe ich mich durchaus wiedererkannt und habe lachen können über den katholisch.de-Beitrag. Derjenige/diejenige, die nicht irgendetwas an der Satire an sich wiedererkannt hat, sollte sich nach seiner/ihrer Humorfähigkeit fragen lassen.

"Schenke mir eine gute Verdauung, Herr,
und auch etwas zum Verdauen.
Schenke mir Gesundheit des Leibes,
mit dem nötigen Sinn dafür, ihn
möglichst gut zu erhalten.

Schenke mir eine heilige Seele, Herr,
die das im Auge behält, was gut ist und rein,
damit sie im Anblick der Sünde nicht erschrecke,
sondern das Mittel finde,
die Dinge wieder in Ordnung zu bringen.
Schenke mir eine Seele,
der die Langeweile fremd ist,
die kein Murren kennt und kein Seufzen und Klagen,
und lass nicht zu, dass ich mir all zu viel Sorgen mache um dieses sich breit machende Etwas, das sich „Ich“ nennt.
Herr, schenke mir Sinn für Humor,
gib mir die Gnade, einen Scherz zu verstehen,
damit ich ein wenig Glück kenne im Leben
und anderen davon mitteile."


1

0
 
 Paddel 9. Februar 2016 

Die Intuition des Kindes

Vorletzten Sonntag haben wir die Seite des Kommunionhelfers erwischt. Brav standen wir in der Reihe, vor mir unser jüngstes Kind mit gekreuzten Armen (es darf noch nicht kommunizieren). Das hat rein praktische Gründe, weil uns die ständige Fragerei vorne auf die Nerven ging: "Warst du schon bei der Kommunion?" Also, die ganze Familie reihte empfing die Kommunion beim Kommunionhelfer und unser jüngstes Kind stand nun vor ihm, schaute ihm in die Augen und wechselte dann schnell links rüber zum Priester. :) Wir waren definitiv nicht ihr Vorbild.
Im Übrigen verhalten sich unsere Kinder "normal" in der Messe, nicht "schlimmer" oder "besser" als in der Schule. Dort sollten sie doch auch nicht vor dem Pult rumtanzen, und Indianer spielen, oder?


14

0
 
 Vaticano 9. Februar 2016 
 

Meine Güte...

man kann auch an allem etwas finden und aufbauschen.

Wenn die RKK nur solche Probleme hätte...


1

0
 
 Wolff 9. Februar 2016 
 

Und was sagt Reinhard, der im Barte

DBK´s geliebter Herr?

"Bloggen verblödet! - manchmal!"
Ob der Herr im öden Thale
sich mal mit seiner Eminenz angesprochen hat?
Pfr i.R. Wolff


16

0
 
 Wolff 9. Februar 2016 
 

Und was sagt der Große Vorsitzende der DBK?


5

0
 
 anjali 9. Februar 2016 
 

Hier in der Niederlanden gibt es keine Kirchensteuer, wir zahlen freiwillig.Ich wuerde dann als beleidigte Katholikin in so einem Fall einfach nichts mehr zahlen und meine Spenden an zum Beispiel: Christus Koenig und Hoherpriester ueberweisen. Was ich teilweise jetzt auch schon mache......


21

0
 
 Johannes Baptist 9. Februar 2016 
 

Witz Du bist umzingelt

Dass ich bei Herrn Odendahls Sprüchen nicht lachen kann, hat nicht nur damit zu tun, dass ich auch bei den Büttenreden nie ganz draus komme (Schweizer und Deutscher Humor sind halt zweierlei), sondern auch, dass man über Kranke, Behinderte und Wehrlose einfach keine Sprüche macht. Alles andere empfinde ich als primitiv und abstossend. Die Kirche deutscher Nation ist zwar nicht sterbend, aber sicher angeschlagen. Aber man haue nur weiter brav zu. Unsere Erben werden es uns danken.


10

0
 
 carolus romanus 9. Februar 2016 

Ist doch Fasching!

Lasst uns alle herzlich darüber lachen! Und damit Herr Odenthal und wir alle nochmehr lachen können, kommt hier die Satire für ihn:
"Was ist für Herrn Odenthal ein guter Katholik?
Kirchenbesuch? Regelmäßig etwa? Etwa sich hierzu wie zu einer Feier kleiden? Glauben an die Lehre der Kirche? Alles wurscht!! Sehr wichtig jedoch: Kirchensteuer bezahlen (denn davon wird Herr Odenthal bezahlt)."
Lachen Sie mit, Herr Odenthal!


17

0
 
 prim_ass 9. Februar 2016 
 

Witzig

Verstehe die Aufregung nicht. Fand Odendahls zehn Punkte echt witzig, eben weil aus dem wirklichen Leben gegriffen. Vielleicht kann ich über die Punkte lachen, weil ich weder ein guter noch ein schlechter Katholik sein will, sondern einfach Christus nachfolgen, in aller Schwachheit versteht sich, der um den Balken im eigenen Auge weiß. Also: Keep cool!


4

0
 
 AlbinoL 9. Februar 2016 

Weil es einfach nicht im entferntesten Sinne witzig war

ist es wirklich nichtmal eine Antwort wert. Ich weiß nicht wer überhaupt gelacht hat.


17

0
 
 Gambrinus 9. Februar 2016 
 

Gut beobachtet

Leute wie Odendahl kombinieren den Eigendünkel des Pharisärs mit der Verderbtheit des Zöllners. Von beidem das Schlechteste, aber davon reichlich.


15

0
 
 Matthäus 9. Februar 2016 

„Papa, wenn ich groß bin,

will ich auch mal Spießer werden.“ ;)

https://www.youtube.com/watch?v=SKfiYu807NA


5

0
 
 GerogBer 9. Februar 2016 

Ach und übrigens,

ein Papst erteil seinen Segen, gibt aber keine Autogramme. Herr Odenthal hält den Heiligen Vater wohl für irgendeinen Null-Acht-Fünfzehn-Prommi und nicht für den Stellvertreter Christi auf Erden. Herr Odenthal gehen Sie doch zur "Bild am Sonntag". Da sind Sie besser ausgehoben.


14

0
 
 Cremarius 9. Februar 2016 

Kardinal Sarah - Guter oder schlechter Katholik?

Ist Kardinal Sarah eigentlich auch ein "guter Katholik"?

Oder sind alle Afrikaner, Herr Odendahl, per definitionem "schlechte Katholiken" (in des Wortes ursprünglicher Bedeutung, nicht gemäß Ihrem Neusprech)? Dunkelkatholiken sozusagen, zweiter Klasse...

Vielleicht wandelt der Autor auch nur auf den Spuren Nietzsches und arbeitet an der "Umwertung aller Werte"...

Gefährlich ist stets gewesen, von sich blindlings auf andere zu schließen...

Ist es übrigens nicht hochgradig äußerlich und irgendwie auch billig, von Äußerlichkeiten/ Zeichen/ Gegenständen auf den Charakter von Mitkatholiken schließen zu wollen?

Wer sich an dem Katholischen so sehr reibt, warum wechselt er nicht zu den Protestanten?

Gibt es bei evangelisch.de keine gutbezahlten Jobs oder diese Narrenfreiheit?

Über "gute Katholiken" wähnt man sich lustig machen zu dürfen, ihr Geld nimmt man aber gerne an. Nicht sehr konsequent...

Der Text ist ebenso misslungen wie der über Kardinal Sarah.


16

0
 
 Cremarius 9. Februar 2016 

Angriff auf das Bürgertum

Herr Odendahl schreibt "gute Katholiken", aber im Grunde meint er das (katholische) Bürgertum. Es sind dessen Werte und Traditionen, die er angreift, um ihnen ein "proletarisches Weltbild" entgegenzusetzen.
Vielleicht muss man im Ruhrgebiet aufgewachsen sein, um mit solcher Verachtung auf diese anständigen Menschen herabzublicken.
Vielleicht ist es auch Neid oder ein Komplex, der sich hier Bahn bricht,- auf jeden Fall ist es völlig deplatziert.
Kleidung drückt Hochachtung und Wertschätzung aus. Der heilige Franz von Sales ermahnt, sich gebührlich zu gewanden, und Adolf Adam tut dies in seinem "Grundriss Liturgie" ebenso.
Ein eigenes Gotteslob bezeugt, dass der Eigentümer nicht nur während der Messe, sondern auch daheim in dieses schaut!
Der Katechismus ist das Grundgesetz unseres Glaubens, ihn zu kennen, kann daher nicht schaden.
Ausdruck von Wertschätzung ist ferner, pünktlich zu erscheinen.
Etc.
Der "gute Katholik" stiftet übrigens auch Messen für seine Verstorbenen!


28

0
 
 Aventin 9. Februar 2016 
 

Der Artikel von Tobias Klein

findet natürlich meine volle Zustimmung. Nur eines möchte ich hier anmerken: muss man jenes Internetportal wirklich so wichtig nehmen? Hat Kath.net mit seinen bescheidenen Mitteln nicht sogar mehr Nutzer als jene kirchensteuergepäppelte Seite?


17

0
 
 FranciscoL 9. Februar 2016 

Humor?

Odendahls Text ist genauso dümmlich,wie sein anderer Artikel vor wenigen Monaten,in dem er seine lächerliche Überheblichkeit gegenüber afrikanischen Christen offenbarte.Was ja auch international kritisiert wurde.Worauf er einen lahmen Versuch machte,zurückzurudern.

Humor? Das ist ein alberner und im Grunde spießiger Versuch,witzig zu sein.


33

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Deutsche Bischofskon

  1. Suizidbeihilfe? – „Diese Sichtweise widerspricht der Position der katholischen Kirche“
  2. „Letztlich geht es um die neue Evangelisierung“
  3. Deutsche Bischofskonferenz kritisiert Entwicklung in der Hagia Sophia-Frage
  4. Papst-Unterstützung für Synodalen Weg?
  5. Bistum Regensburg wird Priesterausbildung nicht verändern
  6. Priesterausbildung künftig an weniger Standorten?
  7. DBK stört sich auf Facebook an Weihwasser-„Erfrischungstüchern“
  8. Bischöfe zur NS-Zeit. Anmerkungen zum Wort der DBK zum Kriegsende 1945
  9. „Deutsche Bischöfe im Weltkrieg“
  10. DBK beschäftigt sich mit dem zu erwartendem Kirchensteuerrückgang








Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net-PAULUS-Leserreise: Fronleichnam auf Malta - Mit Michael Hesemann und P. Leo Maasburg
  2. Erzbistum Freiburg: „Priesterinnen“ spenden Aschenkreuz
  3. kath.net-Gewinnspiel 2021: Gewinnen Sie jetzt eine REISE nach ROM!
  4. Woelki-Rücktritt wäre Präzedenzfall, folgen dann Rücktritte von Bode, Overbeck, Marx und Bätzing?
  5. Die Aktivistinnen von “Maria 2.0” nerven – Lasst mich einfach katholisch sein!
  6. VERLOGEN!
  7. Zum „Maria 2.0“-Thesenanschlag: Luther ante portas
  8. Benedikt XVI.: „Es gibt keine zwei Päpste. Nur einer ist Papst…“
  9. „Ein Teenie gegen die katholische Kirche“
  10. Bätzing 2.0: Der Kampf geht weiter!
  11. Psychiater und Theologe Manfred Lütz: Versetzung von Missbrauchstätern vor 1990 "fast unvermeidlich"
  12. Das „Forum Deutscher Katholiken“ spricht Kardinal Woelki seine Solidarität aus
  13. Künftiger US-Gesundheitsminister spürt geistlichen Rückenwind zur kompletten Freigabe der Abtreibung
  14. Abt Maximilian Heim: Corona traf Stift Heiligenkreuz schwer
  15. Papst will in Rom sterben - im Amt oder emeritiert

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz