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Heiliges Jahr – Zeit, zum Wesentlichen zurückzukehren

10. Dezember 2015 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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St. Pöltener Bischof Küng ermutigt in Hirtenbrief zum Heiligen Jahr die Pfarren und Gemeinschaften, „auch Gläubige, die nicht regelmäßig am kirchlichen Leben teilnehmen, zur Besinnung einzuladen und allen die Möglichkeit zum Empfang des Bußsakrame


St. Pölten (kath.net/psp) „Sehr zu empfehlen“ für das Heilige Jahr seien „persönliche oder gemeinsame Wallfahrten zu einer der Jubiläumskirchen mit dem Ziel, einen Ablass zu gewinnen. Dafür sind notwendig: das Durchschreiten der Pforte der Barmherzigkeit, der Empfang des Bußsakramentes und der hl. Kommunion sowie Gebet in der Meinung des Heiligen Vaters“. Dies schreibt der St. Pöltener Bischof Klaus Küng (Foto) in seinem Hirtenbrief.

kath.net dokumentiert den Hirtenbrief für den 8. Dezember 2015 des St. Pöltener Diözesanbischofs Klaus Küng in voller Länge:

Liebe Brüder und Schwestern!


Heute öffnet Papst Franziskus im Petersdom die Pforte der Barmherzigkeit als Auftakt zum außerordentlichen Heiligen Jahr, das mit dem heutigen Hochfest beginnt und am Christkönigsfest des kommenden Jahres schließen wird.

Das geschieht am heutigen Tag, weil vor 50 Jahren das II. Vatikanische Konzil zu Ende gegangen und Papst Franziskus von dem großen Wunsch erfüllt ist, dass ein neuer Aufbruch erfolgt, für das Evangelium Zeugnis abzulegen.

Es gibt aber auch noch einen anderen Grund: Das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria steht in einem engen Bezug zum Geheimnis Gottes, der ein Vater „voll des Erbarmens“ ist (Eph 2,4). Es zeigt in besonderer Weise die Barmherzigkeit des Herrn. Da Maria dazu erwählt ist, Mutter des Herrn zu werden – man könnte auch sagen: Mutter der Barmherzigkeit – wird die von ihrem Sohn vollbrachte Erlösung an ihr vorausgreifend wirksam, damit sie eine würdige Wohnstatt Gottes werde. So wurde sie von der Erbsünde und jeder Sünde bewahrt. Gleichzeitig weckt der Blick auf Maria beim Glaubenden die Sehnsucht, Gottes Wort, das Fleisch angenommen hat, aufzunehmen und im Herzen zu tragen. Doch dafür ist die Überwindung der Sünde nötig. Durch Jesus, der die menschgewordene Liebe Gottes, „das menschgewordene Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters“ (MV 1) ist, tut sich für jeden Menschen, auch für den sündhaftesten, ein Weg auf: Jesus bewirkt Versöhnung bei allen, die sich ihm ehrlich nähern.


Das außerordentliche Heilige Jahr kommt uns es sehr gelegen, weil es einem auch für uns sehr wichtigen Anliegen entspricht. Papst Franziskus schreibt in der Ankündigung des Jahres der Barmherzigkeit, es sei für die Kirche die Zeit gekommen, zum Wesentlichen zurückzukehren. Sie müsse sich der freudigen Verkündigung der Vergebung widmen, die „eine Kraft ist, die zu neuem Leben auferstehen lässt und die Mut schenkt, um hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken“ (MV 10).

Was geschieht bei uns?

Am kommenden Sonntag Gaudete wird im Dom und in den drei Jubiläumskirchen (Maria Taferl, Maria Dreieichen und Sonntagberg) die Pforte der Barmherzigkeit geöffnet. Ich lade alle Gläubigen dazu ein, geistig mit dabei zu sein, durch die Pforte der Barmherzigkeit einzutreten und sich auf das außerordentliche Heilige Jahr wirklich einzulassen.

Dazu einige Anregungen und Impulse:

∙ Eine gute Möglichkeit besteht darin, in den Pfarren und Gemeinschaften auch Gläubige, die nicht regelmäßig am kirchlichen Leben teilnehmen, zur Besinnung einzuladen und allen die Möglichkeit zum Empfang des Bußsakramentes zu bieten. Hierzu bietet sich besonders die Fastenzeit an, aber es kann auch unabhängig davon geschehen. Papst Franziskus erwähnt ausdrücklich die Initiative „24 Stunden für den Herrn“ am Freitag und Samstag vor dem 4. Fastensonntag und „Abende der Barmherzigkeit“ (vgl MV 17 und 18).

∙ Sehr zu empfehlen sind persönliche oder gemeinsame Wallfahrten zu einer der Jubiläumskirchen mit dem Ziel, einen Ablass zu gewinnen. Dafür sind notwendig: das Durchschreiten der Pforte der Barmherzigkeit, der Empfang des Bußsakramentes und der hl. Kommunion sowie Gebet in der Meinung des Heiligen Vaters. Er betont im Zusammenhang mit dem Heiligen Jahr: „Mit Überzeugung stellen wir das Sakrament der Versöhnung erneut ins Zentrum, denn darin können wir mit Händen die Größe der Barmherzigkeit greifen. Das Sakrament wird für jeden Bußfertigen eine Quelle wahren inneren Friedens sein“ (MV 17).

∙ Persönlich oder in Gemeinschaft das Wort Gottes zu lesen und zu hören, ist auch im Jubiläumsjahr ein besonderes Anliegen und findet in den Initiativen von Bibel.bewegt seine Fortsetzung. Papst Franziskus sagt dazu: „Um fähig zu sein, die Barmherzigkeit zu leben, müssen wir also zunächst auf das Wort Gottes hören. Das heißt, wir müssen den Wert der Stille wiederentdecken, um das Wort, das an uns gerichtet ist, meditieren zu können. Auf diese Weise ist es möglich, die Barmherzigkeit Gottes zu betrachten und sie uns anzueignen und zum eigenen Lebensstil werden zu lassen“ (MV13).

∙ „Barmherzig wie der Vater“ ist das Leitwort des Heiligen Jahres (vgl MV 14). Im ganzen außerordentlichen Heiligen Jahr sollten daher die leiblichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit ein besonderer Akzent sein: z. B. Flüchtlinge und Schutzsuchende betreuen, alte und kranke Menschen besuchen, den Menschen, die sich in einer besonderen physischen oder seelischen Notlage befinden, beistehen und anderes mehr.

Wenden wir uns an Maria, die Mutter der Barmherzigkeit. Sie ist die beste Lehrmeisterin. Oder mit Worten von Papst Franziskus: „Ihr liebevoller Blick begleite uns durch dieses Heilige Jahr, damit wir alle die Freude der Zärtlichkeit Gottes wiederentdecken können. Keine andere hat so wie Maria die Tiefe des Geheimnisses der Menschwerdung Gottes kennengelernt. Ihr ganzes Leben war geprägt von der Gegenwart der fleischgewordenen Barmherzigkeit". Ihre Fürsprache wird erreichen, dass das Jahr der Barmherzigkeit Frucht bringt.

Schließen möchte ich mit dem Aufruf von Papst Franziskus: „Lassen wir uns in diesem Jubiläum von Gott überraschen. Er wird nicht müde, die Tür seines Herzens offen zu halten und zu wiederholen, dass er uns liebt und sein Leben mit uns teilen will" (MV 25).

Mit einem adventlichen Gruß

Tilos - Beichte. Ein Rap, weitergeben an junge Leute!


Antwort des Wiener Kardinals Schönborn auf die Frage: ´Wie oft gehen Sie beichten?´


Papst Franziskus beichtet und hört danach selbst die Beichte im Petersdom


Foto Bischof Küng (c) Diözese St. Pölten


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