Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  4. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  5. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  6. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  7. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  8. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  9. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  10. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  11. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  12. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  13. Fast der gleiche Glaube?
  14. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  15. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg

Ist die Wirtschaft an vielem schuld?

2. Juli 2015 in Kommentar, 9 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Pro & Kontra: Papst Franziskus übt im Lehrschreiben „Laudato si“ scharfe Kritik an Umweltzerstörung, Klimawandel und Konsumrausch. Ist die Wirtschaft in den Industriestaaten für die globalen Probleme verantwortlich?


Wetzlar (kath.net/idea) Papst Franziskus hat in seiner Enzyklika (Lehrschreiben) „Laudato si“ (Gelobt seist du) Umweltzerstörung, Klimawandel und Konsumrausch angeprangert. Er sieht die reichen Länder in der Pflicht, ihren Lebensstil zu verändern. Vor allem die Wirtschaft in den Industriestaaten macht der Papst für die globalen Probleme verantwortlich. Ist sie an den Ungerechtigkeiten schuld?

PRO
Es geht nicht um „die“ Wirtschaft, wohl aber um eine bestimmte Form des Wirtschaftens. Wenn Gewinnmaximierung zum obersten Ziel wird, dann wirkt sich eine solche Wirtschaft verheerend für Menschen und die Schöpfung aus. Einer solchen Wirtschaft schleudert der Papst in der Enzyklika „Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ ein deutliches Nein entgegen. Er tut dies genauso wie die Kirchen im Ökumenischen Rat auch. Das ist nicht verwunderlich, denn die Mehrheit der Menschen wie der Christen lebt im globalen Süden. Sie erleben, wie die Erde, unser Haus, zu einer „unermesslichen Mülldeponie“ geworden ist – so der Papst. „Man hat die Lektionen der weltweiten Finanzkrise nicht gelernt, und nur sehr langsam lernt man die Lektionen der Umweltschädigung.“ Die Wurzel für die soziale und ökologische Katastrophe ist der Mensch und eine Wirtschaft, die sich zum Herrn über die ganze Schöpfung aufspielt und die Armen und die Schöpfung zu ihrem Nutzen ausbeutet. „Alles Schwache wie die Umwelt [bleibt] wehrlos gegenüber den Interessen des vergötterten Marktes, die zur absoluten Regel werden.“ Der Planet kann die Lasten nicht mehr tragen, welche die Menschen ihm aufbürden. Eine „Wegwerfkultur“ macht sich breit. Deshalb mahnt der Papst: „Die Politik darf sich nicht der Wirtschaft unterwerfen …“. Die Politik muss wieder das Sagen haben, damit die Menschen und die Schöpfung zu ihrem Recht kommen. Wir brauchen eine wahre „kulturelle Revolution“, damit die nötigen Änderungen im Leben, in der Produktion und im Konsum vorgenommen werden, um die Zerstörung der Schöpfung und die Erderwärmung zu bekämpfen. Nötig ist – so auch meine Meinung – eine wirklich universale Solidarität aller im Haus der Schöpfung.


Der Autor, Franz Segbers, war bis 2014 Professor für Sozialethik am Fachbereich Evangelische Theologie an der Philipps-Universität Marburg.

KONTRA
„Diese Wirtschaft tötet“, ruft uns Papst Franziskus entgegen und verstärkt diese Botschaft in seiner jüngsten Enzyklika noch einmal. Es geht um den Kampf gegen Armut und Umweltzerstörung.

Der Papst bringt ein Unbehagen auf den Punkt, das uns alle beschleicht: Wohlstand verführt. Neue Götter treten in unser Leben. Meine Kritik setzt genau hier an:

1. „Die Wirtschaft“ gibt es nicht. Wir sind es, und wir sind alle Sünder, bringt es Paulus auf den Punkt.

2. Der seelsorglich erhobene Zeigefinger „Du sollst“ übersieht, ob ich überhaupt „kann“. „Die Wirtschaft“ sind immer Menschen, und Menschen fehlen, je mehr Macht sie haben. Kein Zufall also, dass die sozialistischen Diktaturen zu den schlimmsten Umweltsünden überhaupt geführt haben. Die absolute Macht der Herrscherclique hat die Umwelt absolut zerstört und Armut für den größten Teil der Bevölkerung gebracht. Wenn ein falsches Wirtschaftssystem aber zu Armut und Umweltzerstörung führt, hilft ein „Du sollst“ wenig, da der Einzelne kaum anders kann. Es hilft auch wenig, wenn dieser Individualethik alle ökonomischen Anreize entgegenstehen und Menschen gezwungen werden, gegen ihre Interessen zu handeln. Wer „Wohlstand für alle“ (der ehemalige Wirtschaftsminister Ludwig Erhard) und Umweltschutz will, muss die richtige Wirtschaftsordnung schaffen.

Die Gründer der sozialen Marktwirtschaft – alles Christen – wussten um die Sündhaftigkeit des Menschen und hatten erkannt, dass es um den richtigen Ordnungsrahmen geht, damit „Sollen und Können“ (so der Wirtschaftsethiker Karl Homann) kein Widerspruch sind. Mit der richtigen Wirtschaftsordnung lassen sich Ökologie und Ökonomie aussöhnen sowie das Armutsproblem lösen. Das übersieht der Papst.

Der Autor, Hans-Jörg Naumer (Frankfurt am Main), ist Volkswirt in leitender Funktion in der Finanzbranche.

Die Enzyklika „LAUDATO SI“ von Papst Franziskus – der Text in voller Länge in deutscher Übersetzung als PDF (Auf das Bild klicken!)


LAUDATO SI - Vatikan macht mit Trailer auf die Schöpfungsenzyklika von Papst Franziskus aufmerksam!


LAUDATO SI - Die mexikanische Erzdiözese Tlalnepantla lädt mit diesem Video dazu ein, die neue Enzyklika des Papstes zu lesen!



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Enzyklika

  1. Zeitung: Erste Enzyklika von Papst Leo XIV. kommt nach Ostern
  2. Utopia – ein Schweifen im ‚Nicht-Ort“. La ‚Tercera Vía’
  3. Enzyklika ‚Fratelli tutti’: Papst Franziskus zitiert sich großteils selbst
  4. Österreicherin des Jahres: ‘Papst Franziskus ist ein Geschenk’
  5. Was an der Enzyklika ‚Laudato si’ auszusetzen ist
  6. Laudato Si': Warum ich trotzdem papsttreu bleibe!
  7. Laudato si!
  8. US-Kardinal nennt Kritik an Umwelt-Enzyklika «legitim»
  9. Laudato si – ein Aufschlag für die katholische Umweltlehre
  10. Der Papst und die Öko-Spießer







Top-15

meist-gelesen

  1. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  2. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg
  3. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  4. „Die hl. Märtyrer von Międzyrzecz waren Menschen aus Fleisch und Blut, die bereit waren…“
  5. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  6. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  7. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  8. Wer ist der Mann auf dem Tuch?
  9. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  10. Programm für Lateinamerika-Reise des Papstes veröffentlicht
  11. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  12. Präsident Trump nominiert Tochter von Franklin Graham zur Sonderbotschafterin für Religionsfreiheit
  13. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  14. Fast der gleiche Glaube?
  15. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz