Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  2. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  3. Tantum ergo Sacramentum
  4. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  5. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  6. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  7. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  8. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  9. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  10. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  11. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  12. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich
  13. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  14. Die katholischen Bischöfe übernehmen die Schirmherrschaft zum Marsch für das Leben/Slowakei
  15. Papst Leo XIV. hebt Gehaltskürzungen im Vatikan auf

Kirchen erneuern ihre Warnung vor Beihilfe zur Selbsttötung

20. April 2015 in Deutschland, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


DBK und EKD bieten bei Auftaktveranstaltung für die „Woche für das Leben“ dem Sterbehilfebefürworter Michael de Ridder eine Plattform


Hamburg (kath.net/KNA) Die katholische und die evangelische Kirche haben am Wochenende in Hamburg die bundesweite «Woche für das Leben» eröffnet. Sie steht unter dem Jahresthema «Sterben in Würde» und stellt die gesellschaftliche und politische Debatte über den assistierten Suizid sowie den Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen in den Mittelpunkt. Der Bundestag wird voraussichtlich im Herbst über Gesetzentwürfe zur Sterbebegleitung und Suizidbeihilfe entscheiden.

Im dem ökumenischen Eröffnungsgottesdienst sprachen sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, gegen eine Beihilfe zur Selbsttötung aus.

Marx sprach von einem «Armutszeugnis für eine Gesellschaft, in der die Möglichkeit zur Selbsttötung bloß zu einer weiteren Option unter vielen wird: Pflegeheim, Krankenhaus, Suizid». Humanität messe sich gerade daran, wie eine Gesellschaft mit ihren Alten und Schwerstkranken umgehe. Die Gesellschaft dürfe nicht hinnehmen, dass der Wunsch nach einem schnelleren Tod dadurch entstehe, dass die Menschen sich im Sterben alleingelassen fühlten, mahnte Marx. Auch brauche es Ärzte, die Menschen im Sterben begleiten, aber nicht solche, die töten.


Bedford-Strohm betonte, in Würde sterben zu dürfen bedeute nicht, «alle Optionen zu haben, um sich jederzeit selbst töten zu können». Vielmehr brauche es eine «Kultur des Sterbens» in Deutschland, «die nicht länger von der Angst geleitet ist». Er forderte eine ausreichende Finanzierung der Pflege und der Palliativbegleitung. Die Begleitung des Sterbenden könne niemals von Kosten-Nutzen-Abwägungen abhängig gemacht werden.

Bei einer anschließenden Podiumsdiskussion über Autonomieverlust und Selbstbestimmung am Lebensende forderten Marx und Bedford-Strohm ein Verbot von Sterbehilfevereinen und von Vereinen zur Förderung des assistierten Suizids. Der Berliner Mediziner und Hospiz-Geschäftsführer Michael de Ridder sprach sich dafür aus, assistierten Suizid unter die ethische Gewissensentscheidung des Arztes zu stellen.

Der Hamburger katholische Erzbischof Stefan Heße forderte Respekt vor der existenziellen Gewissensentscheidung eines Menschen, wenn er in die «Dunkelzone» am Lebensende eingetreten sei, in der keinerlei Hilfe mehr möglich sei. Wichtig sei aber auch, dass die Sterbenden nicht von Angehörigen oder Medizinern «dorthin gedrängt werden, wo wir sie haben möchten».

Die Hamburger evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs sagte, niemand wisse, was er im Moment des Sterbens fühlen werde und ob er nicht doch länger leben wolle. Würdiges Sterben brauche diesen Raum der Individualität. Es brauche Zeit, Zuneigung, Gespräch und «dass wir uns aussetzen und nicht fliehen». Die Aufgabe der Kirche könne darin liegen, die Gesellschaft zur Einsicht zu führen, dass die Auseinandersetzung mit dem Tod nicht erst auf dem Sterbebett beginne.

Nach der Diskussion besuchten Marx, Bedford-Strohm, Heße und Fehrs noch gemeinsam eine Palliativstation in einer Hamburger Klinik. Die «Woche für das Leben» geht bis zum 25. April. Bundesweit werden zahlreiche Veranstaltungen zum Jahresthema etwa von Gemeinden, Akademien und Kirchen organisiert.

Hamburg: Kirchen eröffnen ´Woche für das Leben´ - Darstellung der Nachrichten: ´Vertreter beider Kirchen sprachen sich gegen eine zu liberale Sterbehilfe aus´


(C) 2015 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Sterbehilfe

  1. Kanadischer Priester mit gebrochener Hüfte erhält im Krankenhaus Sterbehilfeangebote
  2. „Jetzt und in der Stunde unseres Todes“ – Ein neuer Leitfaden für die Zeit des Sterbens
  3. Kanada: 84-Jährige wegen Rückenschmerzen in Notaufnahme, bekommt als Erstes Sterbehilfe angeboten!
  4. Nach Protesten scheitert Frankreichs Euthanasiegesetz im Senat
  5. Kirche: Nein der Slowenen zu Suizidbeihilfe klares Signal an Staat
  6. Verherrlichung eines tragischen Todes – zum assistierten Suizid von Alice und Ellen Kessler
  7. Erzbischof Fisher: „Die Diagnose der Kultur des Todes von Johannes Paul II. war prophetisch“
  8. Vatikan "sehr besorgt" wegen Sterbehilfe-Urteilen in Italien
  9. Kanada: Erzbistum Montreal klagt gegen Bundesstaat Québec wegen Einschränkung der Gewissensfreiheit
  10. Evangelischer Landesbischof Ralf Meister behauptet: "Der Mensch hat ein Recht auf Selbsttötung"







Top-15

meist-gelesen

  1. Robert Bellarmin SJ – De gemitu columbae
  2. 'Ich habe mich geirrt'
  3. Der 11. September und die Notwendigkeit eines kämpferischen Christentums
  4. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  5. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  6. Bischof Oster benennt Unterschiede zwischen deutsch-synodalem Weg und vatikanischer Weltsynode
  7. Er war einer der Gründer der polnischen Lebensschutzbewegung: Pfr. Stanisław Małkowski verstorben
  8. Britische Regierung will ein Verbot für katholische Premierminister aufheben
  9. Tantum ergo Sacramentum
  10. Stift Heiligenkreuz unter neuer Leitung
  11. '40 Tage für das Leben' in Wien
  12. Akademie Johannes Paul II. begrüßt Ablehnung des britischen Euthanasiegesetzes
  13. Fünf Jahre seit der Seligsprechung von Kardinal Wyszyński: „Wer hasst, hat schon verloren“
  14. Die katholischen Bischöfe übernehmen die Schirmherrschaft zum Marsch für das Leben/Slowakei
  15. Papst feiert Namenstag: Feiertag im Vatikan

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz