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USA: Katholiken und Evangelikale gegen die Todesstrafe

7. April 2015 in Chronik, 1 Lesermeinung
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Gemeinsame Erklärung in der Karwoche: „Kultur der Gewalt“ stoppen


Washington (kath.net/idea) In den USA haben fast 400 katholische und evangelikale Persönlichkeiten die Abschaffung der Todesstrafe gefordert. Wer sich zur Heiligkeit allen menschlichen Lebens bekenne, dürfe nicht schweigen, wenn Erschießungen, Todesspritzen, elektrische Stühle und andere Instrumente des Tötens als moralisch annehmbar bezeichnet würden, heißt es in dem Aufruf. Er wurde in Washington in der Karwoche veröffentlicht, in der die Christenheit – wie es heißt – der Qualen, des Leidens und der Hinrichtung Jesu gedenken. Auch Papst Franziskus spricht sich bei vorösterlichen Veranstaltungen für ein Ende der Todesstrafe aus. Zu den Unterzeichnern des US-Schreibens zählen die beiden ehemaligen Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenz in den USA, Erzbischof Joseph A. Fiorenza (Houston/Bundesstaat Texas) und Bischof William Skylstad (Spokane/Bundesstaat Washington) sowie der Gründer der Kommunität Sojourners (Gäste), Jim Wallis (Washington), der evangelikale Sozialethiker Prof. Ronald Sider (Wayne/Bundesstaat Pennsylvania) und Lynne Hybels (South Barrington bei Chicago), Ehefrau des Gründers der Willow-Creek-Gemeinde, Bill Hybels. Die Nationale Latino-Evangelikale Koalition hatte sich bereits zuvor einstimmig für die Abschaffung der Todesstrafe ausgesprochen.

Die überkonfessionelle Erklärung appelliert an Gouverneure, Staatsanwälte und Richter, alles zu tun, „um eine Praxis zu beenden, die unsere Menschlichkeit schmälert und zu einer Kultur der Gewalt und Vergeltung ohne Erneuerung beiträgt“. Ein solches System bringe nur „mehr Finsternis und Tod in unsere Welt“.

Verurteilungen nehmen zu, Hinrichtungen ab

In den USA ist die Todesstrafe in 32 der 50 Bundesstaaten sowie auf Bundesebene erlaubt. Im vorigen Jahr wurden 35 Personen hingerichtet, vier weniger als 2013. Weltweit ist die Zahl der verhängten Todesurteile nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International im vorigen Jahr von 1925 (2013) auf 2.466 angestiegen – vor allem durch zahlreiche Verurteilungen mutmaßlicher Terroristen in Ägypten und Nigeria. Mindestens 607 Menschen wurden in 22 Ländern hingerichtet, das sind 171 weniger als im Vorjahr. Nicht bekannt ist jedoch die Zahl der Todesurteile und Exekutionen in der Volksrepublik China. Vermutlich wurden in der Volksrepublik laut Amnesty International mehr Menschen hingerichtet als im Rest der Welt.


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Lesermeinungen

 Stiller 7. April 2015 
 

Eine Gesellschaft,

die jemanden vom Leben zum Tode bringen lässt als Strafe für einen begangenen Mord, ist in ihrer Gesamtheit nicht besser als der Mörder selbst. Sie tötet vorsätzlich.

Die einzelnen Miglieder der Gesellschaft dagegen können sich schön rausreden, weggucken, nicht beteiligt sein müssen. Es sind ja Richter, die hier auffordern, jemanden vom Leben zum Tode zu bringen.

Es verträgt sich überhaupt nicht mit dem christlichen Glauben für die Herbeiführung des Todes irgendeines Menschen zu sein.
Das gilt so auch für Ungeborene.

Und wenn ich jetzt meinen eigenen Satz vom Anfang lese, wird mir schlecht, lebe ich doch in einer Gesellschaft, in der vieltausenfacher Mord je Jahr an Ungeborenen hingenommen wird.


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