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Bischof Voderholzer: «Gender» ist ein «vergiftetes Wort»

14. November 2014 in Familie, 15 Lesermeinungen
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Klartext des Regensburger Bischofs zur «Gender-Ideologie», zur immer größeren Manipulierbarkeit der Zeugung, zur natürlichen Empfängnisregelung und zur «Pille», zu aktiver Sterbehilfe und assistiertem Suizid


Eichstätt (kath.net/KNA) Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat die «Gender-Ideologie» scharf kritisiert. Es sei ein «verhängnisvoller Irrtum», das Geschlecht eines Menschen als «beliebiges und frei wählbares Kulturgut zu betrachten», sagte Voderholzer am Freitag bei einem Internationalen Kongress über «Liebe, Leib und Leidenschaft» vor mehr als 200 Zuhörern in der Katholischen Universität in Eichstätt. Schon der Alternativbegriff «Gender» sei an sich ein «vergiftetes Wort», das außerhalb der wissenschaftlichen Auseinandersetzung nicht salonfähig gemacht werden solle.

In ihren radikalen Ausprägungen handele es sich bei der «Gender-Ideologie» um eine dualistische Irrlehre, wie sie der Manichäismus in der Spätantike gewesen sei, sagte der Regensburger Bischof. Die Möglichkeit zum Vater-Sein und Mutter-Sein sei eine «schöpfungsmäßige Bestimmung des Menschseins» als Mann und Frau. Diese prinzipielle Differenz zwischen den Geschlechtern zu leugnen, komme einer Realitätsverweigerung gleich. Dabei sei nicht entscheidend, ob dieses Potenzial in jedem Fall realisiert werde oder nicht. Der bewusste Verzicht auf Ehe oder Elternschaft sei aber etwas anderes als eine Verleugnung oder Verdrängung dieser Möglichkeit.


Mit Blick auf den menschlichen Geschlechtsakt wies Voderholzer auf einen «ernstzunehmenden Unterschied zwischen Machen und Zeugen» hin. Es sei «ein schrecklicher Gedanke, ihn in die Nähe von Laboren und Tiefkühlkammern zu rücken». Die zentrale Intention von Papst Paul VI. bei der Abfassung der Enzyklika «Humanae Vitae» sei es gewesen, den Zeugungsakt als Quelle des Lebens von jeder Manipulation freizuhalten. Die Festlegung des katholischen Lehramtes auf natürliche Methoden der Empfängnisregelung befördere Werte wie Rücksicht, gegenseitige Achtung und Treue. Es sei die Frage, ob auch durch die Pille die Liebe in ehelichen Beziehungen gewachsen sei.

Der Bischof warb mit Nachdruck dafür, Kinder als eigenständige Wesen zu achten. Verantwortete Elternschaft heiße, Kinder weder als Projektionsfläche für eigene Träume und Ängste noch als Objekte überbordender Fürsorge zu behandeln. Angesichts einer besorgniserregend niedrigen Geburtenrate gelte es für die Kirche, den Menschen die Schönheit der Weitergabe des Lebens aufzuzeigen.

Voderholzer äußerte sich auf Nachfrage auch zur Debatte um aktive Sterbehilfe und assistierten Suizid. Dabei wandte er sich gegen das Argument der Selbstbestimmung aufseiten der Befürworter. «Ein Akt, der die Autonomie eines Menschen endgültig beendet, kann nicht autonom sein», sagte der Bischof. Wenn durch eine Legalisierung die Tür auch nur «einen kleinen Spalt» geöffnet würde, gerieten alte Menschen am Lebensende unter einen so starken Druck, dass es mit ihrer Autonomie vorbei sei. Stattdessen würden sie einer «brutalen Fremdbestimmung ausgeliefert».

(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto Bischof Voderholzer (c) Bistum Regensburg



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