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Freimaurer tagten in der Potsdamer Friedenskirche

15. Februar 2014 in Deutschland, 21 Lesermeinungen
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Zusammenkunft in evangelischer Kirche wird unterschiedlich beurteilt - Während die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) die Überlassung des Gotteshauses zum Teil bedenklich findet, verteidigt sie der Gemeindekirchenrat


Potsdam (kath.net/idea) Unterschiedlich wird ein Freimaurertreffen in der Potsdamer Friedenskirche bewertet. Während die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) die Überlassung des evangelischen Gotteshauses zum Teil bedenklich findet, verteidigt sie der Gemeindekirchenrat. Freimaurer aus aller Welt kamen am 1. Februar in der Friedenskirche zusammen, um die Johannisloge „Zum Widder“ zu reaktivieren. Sie war 1776 gegründet, aber 1981 für ruhend erklärt worden. Normalerweise halten die Freimaurer ihre Rituale hinter verschlossenen Türen ab. In Potsdam fand am Vorabend der sogenannten „Lichteinbringung“ ein Festabend statt, zu dem die Öffentlichkeit zugelassen war. Beim Festakt am Folgetag blieben die Freimaurer hingegen unter sich.

EZW: Kirche ist ein öffentlicher Ort


Den Ausschluss der Öffentlichkeit kritisiert der EZW-Referent Kai Funkschmidt (Berlin). Die Kirche sei ein Raum, in dem das Evangelium öffentlich verkündet werde. Insofern sollten in Kirchen keine geschlossenen Veranstaltungen stattfinden, sagte er auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Die Freimaurer werden von den Kirchen unterschiedlich bewertet. So hält die EKD eine Doppelmitgliedschaft in einer Landeskirche und einer Loge für möglich, während nach Ansicht der römisch-katholischen Kirche und der evangelikalen Bewegung christlicher Glaube und Freimaurerei unvereinbar sind. Nach Ansicht Funkschmidts ist zudem nicht klar, ob und inwiefern Freimaurer ihre Rituale als Mittel zur „Selbstveredelung“ verstehen. Das würde der christlichen Rechtfertigungsbotschaft widersprechen, wonach Menschen allein durch die Gnade Gottes errettet werden.

Kirchengemeinderat: Kein Anlass, den Freimaurern die Kirche zu verwehren

Ein Sprecher des Kirchengemeinderates der Potsdamer Friedenskirche verteidigte auf Anfrage von idea die Überlassung der Kirche an die Freimaurer. Es habe nach der Anfrage Gespräche innerhalb des Leitungsgremiums gegeben, aber man habe keinen Anlass gesehen, den Freimaurern die Kirche zu verwehren. Sie hätten einen ordnungsgemäßen Nutzungsantrag gestellt, dem nach Prüfung nichts entgegengestanden habe. Der Sprecher der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Volker Jastrzembski (Berlin), erklärte gegenüber idea, solche Entscheidungen habe jede Gemeinde für sich zu treffen. Allerdings fordere die Kirche ihre Gemeinden auf, nur solche Veranstaltungen zuzulassen, die mit den Grundsätzen des christlichen Glaubens und dem Bekenntnis vereinbar sind.

„Tempel der Humanität“ bauen

Freimaurer fanden sich im 18. Jahrhundert zunächst in England in Logen zusammen. Sie verfolgen nach Aussagen des Großmeisters der Vereinigten Großlogen von Deutschland, Rüdiger Templin, als Hauptanliegen die Erziehung und Bildung an sich selbst. Mit ihrem Namen erinnern sie an die Ursprünge der Bewegung im Mittelalter, als Steinmetze und Kirchenbauer eine Bruderschaft zur Weitergabe von Betriebsgeheimnissen bildeten. Ihre geheimen Zusammenkünfte werden als „rituelle Arbeit“ betrachtet, mit der der „Tempel der Humanität“ weitergebaut wird. In Deutschland gibt es etwa 470 Freimaurerlogen mit 14.000 Mitgliedern. Weltweit wird ihre Zahl auf drei bis vier Millionen geschätzt. Bekannte Freimaurer waren der Komponist Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), der Dichter Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) und der Preußenkönig Friedrich der Große (1712-1786).


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