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Spanien: Aufregung um Aussagen Sebastians zu Homosexualität

9. Februar 2014 in Weltkirche, 36 Lesermeinungen
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Staatsanwaltschaftliche Voruntersuchungen sind anscheinend angelaufen. Das Bistum Malaga verteidigt Äußerungen des designierten spanischen Kardinals Fernando Sebastian Aguilar zu Homosexualität.


Malaga (kath.net/KNA)
Das Bistum Malaga verteidigt Äußerungen des designierten spanischen Kardinals Fernando Sebastian Aguilar zu Homosexualität. In einer am Freitag vorab verbreiteten Erklärung in der Sonntagszeitung des Bistums Malaga heißt es, Sebastian habe Homosexualität keineswegs als „Krankheit“ bezeichnet. Der von ihm benannte „Mangel“ beziehe sich darauf, dass der Homosexualität die Dimension der Fortpflanzung fehle. Ferner habe Sebastian im Einklang mit der Lehre der Kirche den Respekt gegenüber Homosexuellen betont.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft der Provinz Malaga eine strafrechtliche Voruntersuchung gegen den 84-Jährigen eröffnet. Anlass war eine Strafanzeige des spanischen Schwulen- und Lesben-Dachverbandes „COLEGAS“, weil Sebastian in einem Interview Homosexualität als eine mangelhafte Form von Sexualität bezeichnet hatte, die man auf angemessene Weise korrigieren könne.


Das Bistum bedauerte in der Erklärung zugleich, dass der Stadtrat von Malaga in einer Resolution vom 30. Januar Sebastians Äußerungen aufgrund einer entstellten Wiedergabe verurteilt habe. Auf die Eröffnung von Voruntersuchungen für ein mögliches Strafverfahren geht die Erklärung nicht ein.

Der Verband „COLEGAS“ begrüßte unterdessen Berichte, wonach Staatsanwalt Juan Carlos Lopez Caballero die Voruntersuchungen eingeleitet hat. Die Worte des Alt-Erzbischofs verletzten die spanische Verfassung und seien ein Aufruf zu Hass und zu Diskriminierung von Homosexuellen. Das Recht auf Meinungsfreiheit decke keine Äußerungen, die zur Herabsetzung eines wichtigen Teils der Gesellschaft dienten, erklärte der andalusische COLEGAS-Sprecher Antonio Ferre laut spanischen Medien.

Der zum Claretinerorden gehörende Sebastian war von 1971 bis 1979 Rektor der renommierten Päpstlichen Universität Salamanca. Von 1993 bis 2007 war er Erzbischof von Pamplona sowie Stellvertretender Vorsitzender der Spanischen Bischofskonferenz. Seit seiner Emeritierung lebt er in Malaga. Beim Konsistorium in Rom am übernächsten Wochenende will Papst Franziskus ihn in den Kardinalsstand erheben. Wegen Überschreitung der Altersgrenze von 80 Jahren kann Sebastian jedoch nicht mehr an einer Papstwahl teilnehmen oder offizielle Ämter im Vatikan übernehmen.

(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Jegliche mediale Nutzung und Weiterleitung nur im Rahmen schriftlicher Vereinbarungen mit KNA erlaubt.


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