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Syrische Bischöfe: Ein halbes Jahr nach Entführung keine Spur

27. Oktober 2013 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Freunde der gekidnappten Metropoliten: "Freilassung wäre für Christen und Minderheiten im gesamten Nahen Osten von äußerster Bedeutung"


Beirut (kath.net/KAP) Genau ein halbes Jahr - bereits über 180 "schreckliche Tagen" - ist es her, dass die beiden Aleppiner Metropoliten Mar Gregorios Youhanna Ibrahim (syrisch-orthodox) und Boulos Yazigi (griechisch-orthodox) auf dem Weg von der türkisch-syrischen Grenze nach Aleppo am 22. April von bewaffneten "Unbekannten" entführt wurden. Daran wird in einem in Beirut veröffentlichten Kommunique von Freunden der beiden Metropoliten erinnert, von der die Stiftung "Pro Oriente" berichtet.

Die Entführer ermordeten den Fahrer der beiden Metropoliten an Ort und Stelle, während eine vierte Person unverletzt entkommen konnte. Bis heute gebe es keine nachprüfbaren Lebenszeichen der beiden Metropoliten. Nach wie vor seien vier kritische Fragen ungeklärt - nach dem Aufenthaltsort und Gesundheitszustand der Metropoliten, nach ihren Entführern sowie auch nach deren Absichten.

In dem Schreiben heißt es wörtlich: "Bisher sind alle Bemühungen zur Freilassung der beiden Metropoliten ergebnislos geblieben - obwohl der Fall vor kurzem zu einer 'nationalen Angelegenheit von äußerster Bedeutung für die Syrische Arabische Republik' erklärt wurde."


Man "verharre" im Gebet für die rasche Freilassung der beiden - um so mehr, als die Entführung von Mar Gregorios Youhanna Ibrahim und Boulos Yazigi "für die Christen in Aleppo und Syrien, aber auch für die Christen und die Minderheiten im ganzen Nahen Osten von äußerster Bedeutung ist".

Ihre sofortige Freilassung wäre ein "kraftvolles, positives und ermutigendes Signal" für alle, die unter den Entführungen und der sich ständig verschlechternden Sicherheitssituation in Syrien leiden.

Mar Gregorios Youhanna Ibrahim, ein Befürworter der friedlichen Koexistenz von Religionsgemeinschaften und Volksgruppen, hatte im Juli 2012 eine "Roadmap" für den Frieden in Syrien veröffentlicht, um Versöhnung, Vergebung, Dialog und Gegenseitigkeit zu sichern - und zugleich das einmalige pluralistische Gefüge der syrischen Gesellschaft und nationalen Einheit zu bewahren. Der Erzbischof rief damals zum sofortigen Ende der Gewalt, zur wirksamen humanitären Hilfe und zum umfassenden Dialog auf, "für eine Lösung am Verhandlungstisch, um der Tragödie ein Ende zu bereiten".

Die griechisch-orthodoxe und die syrisch-orthodoxe Kirche in Aleppo seien jetzt ohne ihre Bischöfe, erinnert das Schreiben weiter. Dies sei umso gravierender, als die Kirchen nicht nur Seelsorge betreiben, sondern auch Schulen und Krankenhäuser führen und allen Menschen in Not mit Werken der Nächstenliebe beistehen. Mar Gregorios Youhanna Ibrahim habe Anfang des Jahres gesagt: "Ich werde hier bleiben, ich kann Aleppo nicht verlassen. Ich muss mit meinem Volk sein". Aber der Exodus aus Syrien dauere an.

Ökumenischer Aufruf zum Dialog

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen hat bereits am 9. September Kardinal Christoph Schönborn in seiner Funktion als Vorsitzender des "Pro Oriente"-Stiftungskuratoriums gemeinsam mit den Patriarchen Youhanna X. (griechisch-orthodox), Ignatios Zakka I. Iwas (syrisch-orthodox), Gregorios III. Laham (melkitisch griechisch-katholisch), Louis Raphael I. Sako (chaldäisch-katholisch), Mar Dinkha IV. (assyrisch) und Nerses Bedros XIX. (armenisch-katholisch) eine gemeinsame Erklärung über die Situation der Christen im Nahen Osten veröffentlicht.

Die Geistlichen riefen dabei alle Streitparteien auf, die Logik der Waffen und Gewalt durch jene des Dialogs zu ersetzen, um das Leid der Menschen und den Konflikt in Syrien - der auch die Sicherheit und Stabilität der Nachbarländer bedroht - so rasch wie möglich zu beenden.

Copyright 2013 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich. Alle Rechte vorbehalten.

Foto: (c) Siciliani-Gennari/SIR


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