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Vatikan unterstützt deutsche Bischöfe bei Pille danach

23. Februar 2013 in Aktuelles, 49 Lesermeinungen
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Präsident der "Päpstlichen Akademie für das Leben", Bischof Ignacio Carrasco de Paula: Linie von Kardinal Joachim Meisner und der deutschen Bischöfe in dieser Frage entspreche dem, was der Vatikan seit 50 Jahren lehre


Vatikanstadt (kath.net/KNA) Die zuständige vatikanische Fachabteilung hat die jüngste Entscheidung der deutschen Bischöfe zur Verhütungspille nach einer Vergewaltigung nun auch öffentlich unterstützt. Der Präsident der «Päpstlichen Akademie für das Leben», Bischof Ignacio Carrasco de Paula, erklärte am Rande eines Kongresses seiner Akademie im Vatikan, die Linie von Kardinal Joachim Meisner und der deutschen Bischöfe in dieser Frage entspreche dem, was der Vatikan bereits seit 50 Jahren lehre. Allerdings sei diese Lehre offenbar vielfach falsch verstanden worden.

Der entscheidende Punkt sei, so Carrasco, dass laut Lehre der Kirche nach einer Vergewaltigung Mittel erlaubt sind, die eine Befruchtung der Eizelle verhindern. Mittel, die den Tod einer befruchteten Eizelle oder eines Embryos herbeiführen, seien hingegen moralisch nicht gestattet. Durch den ungenauen Sprachgebrauch, der zwei ganz unterschiedliche Präparate unter dem Oberbegriff «Pille danach» zusammenfasse, sei es zur Verwirrung gekommen.


Carrasco betonte, die Kirche akzeptiere Mittel zur Empfängnisverhütung auch weiterhin nicht als Mittel der ehelichen Familienplanung, weil die Ehe offen sein solle für die Weitergabe des Lebens. Eine mit Gewalt aufgezwungene sexuelle Vereinigung könne jedoch nicht als ein für das Leben offener Akt verstanden werden. Katholische Krankenhäuser verabreichten empfängnisverhütende Mittel daher bereits seit 50 Jahren, als es im Kongokrieg zu massenhaften Vergewaltigungen kam.

Die Kirche, so Carrasco weiter, müsse das Gewissen der Menschen formen. Daher lehre sie, dass man nach einer Vergewaltigung die notwendigen Schritte ergreifen darf, um eine Schwangerschaft zu verhindern, nicht aber, um eine bereits entstandene Schwangerschaft abzubrechen. Ob ein Medikament verhütende oder abtreibende Wirkung habe, müssten hingegen die Mediziner klären, dies sei nicht Aufgabe der Kirche. Eine gesetzliche Vorschrift zur Verabreichung abtreibender Mittel nach einer Vergewaltigung, wie sie etwa in einigen US-Bundesstaaten diskutiert wird, bezeichnete Carrasco als «absurd». Damit würde der Gesetzgeber in unzulässiger Weise in die Kompetenz der Ärzte eingreifen.

Carrasco (75) ist Mitglied des Opus Dei, er promovierte in Medizin und Philosophie. Die Päpstliche Akademie für das Leben, die den Papst in bioethischen und medizinischen Fragen berät, leitet er seit 2010.


(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.



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Lesermeinungen

 Kathole 27. Februar 2013 
 

Der KNA(?)-Titel ist pure Manipulation im Sinne der DBK

Diese PAV, die sich laut Prof. Seifert also in einer akuten internen Debatte befindet, ob sie überhaupt lehramtstreu katholisch sein will, oder doch nur eine beliebige neutrale, wertfreie Wissenschaftsakademie, halt eben mit Sitz im Vatikan; diese PAV soll laut dem manipulativen KNA(?)-Titel also der Vatikan sein? Daß ich nicht lache!

Hier noch der Link auf das vollständige Video-Interview mit Prof. Seifert, das eigentlich alle Fragen bezüglich Glaubwürdigkeit dieser PAV unter Carrasco beantworten sollte. Es geht los bei Minute 06:06:

www.kathtube.com/player.php?id=27304


2
 
 Ester 26. Februar 2013 
 

Lieber Anthony

ich finde halt Ritterlichkeit bedeutet auch verzichten zu können, minnigliich zu lieben, wie das heißt.
Und das wird heutzutage nciht mehr beigebracht. den Frauen auch nicht.


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 Kathole 26. Februar 2013 
 

Die PAV unter Carrasco ist eine Lachnummer. Die deutschen Bischöfe nutzten dies aus.

Aus dem KATH:NET-Artikel "Seifert: Relativismus hat keine Handhabe gegen Unrecht" vom 10. Juni 2012:

Dazu erklärt Seifert im Interview: Als Mitglied der Akademie habe er sich gedrängt gefühlt, nach der Tagung zur Behandlung der Unfruchtbarkeit Kritik zu äußern: In sechs von sieben Vorträgen sei die in den Vorträgen enthaltene Ethik im Widerspruch zur katholischen Lehre gestanden. Dahinter sei nun eine Debatte aufgebrochen, was das Ziel der Akademie sei. Eine Position besage, dass sie einfach ein Forum für neutrale Wissenschaft sein müsse, wo unabhängig von der Weltanschauung vorgetragen werde. Die andere Position, die Seifert vertritt, will die Fragen des Lebens ethisch im Licht der Wahrheit darstellen und erforschen. „Meines Erachtens ist dieser Konflikt durch unser Statut schon für meine Seite entschieden“, schmunzelt Seifert, „aber wir werden sehen, wie es weiter geht.“

www.kath.net/detail.php?id=36887


2
 
 Kathole 26. Februar 2013 
 

Carrasco ist nicht der Vatikan. Unter seiner Führung erlebt PAV Skandal um Skandal

Unter Carrascos Leitung gab es erst letztes Jahr einen Riesenskandal um 2 Kongresse, zu Unfruchtbarkeitsbehandlung und Stammzellen, die jegliches katholisches Profil vermissen ließen. Der erste wurde durchgeführt, der zweite konnte noch gestoppt werden.

In Schreiben der PAV-Führung wurden die PAV-Mitglieder, die dagegen protestiert hatten, beleidigt und verächtlich gemacht. Profesor Josef Seifert, Senatspräsident der Internationalen Akademie für Philosophíe des Fürstentums Liechtenstein, schrieb schließlich einen detaillierten offenen Brief an Carrasco, der sich daraufhin entschuldigen mußte.

Wirklich gelernt hat er aber offenbar nichts daraus. Nun meinte er wohl, mit den finanziell mächtigen deutschen Bischöfen an seiner Seite könne man ihm nichts anhaben.

www.kath.net/detail.php?id=36461


2
 
 WoL 26. Februar 2013 
 

Soviel ich verstanden habe

funktioniert JEDE Pille danach entweder abtreibend oder verhuetend, je nach Zyklus der Frau. Das Problem ist aber jetzt meines Erachtens, wie kann man vergewaltigten Frauen erklaeren: Sie haben leider gerade einen Eisprung, da muessen Sie das Kind eben austragen, einen Tag frueher haetten wir Ihnen noch eine befruchtungsverhuetende Pille geben koennen. Das versteht doch keiner.


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 Loreen80 26. Februar 2013 
 

@Ester

Nein Verhütung gab es schon immer, aber Pillen die durch ein paar Hormone eine befruchtete Eizelle absterben lassen, sind verhältnismäßig neu.

Die Nidationshemmung ist ein ethisches Problem.
Die Pille hat den Frauen vorgegaukelt sie verhüten zu 100% und die Verantwortung wird an die Pharmaindustrie abegeben.

Barrieremethoden die zeitweise eingesetzt werden, sind meilenweit von Abtreibung entfernt.

Es ist zumindest ausgeschlossen dass damit eine befruchtete Eizelle stirbt.


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 antony 25. Februar 2013 

@ Ester - Männerproblem?

Sie fänden es wichtig, "...den Herren der Schöpfung mal wieder beizubringen was Ritterlichkeit und Achtung der Frau ist."

Nun wissen wir also, dass DIE Herren der Schöpfung offenbar grundsätzlich und im Allgemeinen keine Ahnung davon haben.

Ich klickte auf kath.net und landete bei Emma...


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 Ester 25. Februar 2013 
 

Liebe Lorreen

Ich finde das mit dem Rumreiten auf der Nidationshemmung daneben.
Aus der Verhütungsmentalitöt entspringt die Abtreibung und da ist es nur ein Schritt von Verhütung über Pille hin zur Abtreibung.
Ich fände es übrigens sehr wichtig anstatt immer wieder auf irgendwelche Pillen zu hoffen den Herren der Schöpfung mal wieder beizubringen was Ritterlichkeit und Achtung der Frau ist.


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 Victor 25. Februar 2013 
 

Gott ist halt anders

Bei Gott gibts keine Pille weder davor noch danach. Das zu sagen entgegen allen Widerständen und Anfeindungen wäre/IST Aufgabe von Hirten der Kirche Jesu Christi. Dazu muß "man" kein Experte in Bezug auf chemische Substanzen sein. Und auch zur Zeit des Erdenlebens Christi wußte "man" um Schwangerschaftverhütende Mittel- aus Pflanzen.
Eine Vergewaltigung ist schweres Unrecht, aber wenn dadurch ein Mensch "entsteht", so ist das kein Unrecht. Und niemand darf eine eventuelle Schwangerschaft verhindern. Auch dafür hat der Herr sich geißeln und ans Kreuz annageln lassen. Und somit das Unrecht, das Unrecht bleibt, in einen Sieg verwandelt.
"Tod wo ist dein Stachel?" oder hier: Vergewaltigung wo ist dein Stachel?
Die Bischöfe verweisen auf Medizin und "Wissenschaft", aber werden ihrer genuinen Aufgabe als Hirten/Kreuznachfolger Christi nicht gerecht in dieser Angelegenheit.


3
 
 Loreen80 25. Februar 2013 
 

Der Vatikan und Stellungnahmen

Ich bin sehr enttäuscht, dass zu einem ethisch so wichtigen Thema, eine solch kurze Stellungnahme abgegeben wurde, die die Realtiät von Vergewaltigungen außer Acht lässt.

1. In etlichen 3. Welt Ländern finden Vergewaltigungen hauptsächlich in der Ehe statt bzw. innerhalb von Clans. Hier sollte die Kirche meiner Meinung nach, Frauen beraten wie sie barrieretechnisch verhüten und HIV vorbeugen können (mit Femidom z. B.). Die Realität ist, dass Frauen gerne mit der Kalender- Billings, etc. Methode verhüten möchten, es aber nicht dürfen weil die Männer es nicht erlauben.

2. Der Vatikan hat die Pflicht sich medizinisch beraten zu lassen. Als Frau will ich sicher gehen dass ausgeschlossen ist, dass ein Embryo getötet wird. Es ist das Gewissen der Frau mit dem hier gespielt wird. Kann der Mediziner der Frau 100% garantieren, dass der Embryo mit all seinen Anlagen am Leben bleibt, bei der erlaubten Pille danach?


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 antony 25. Februar 2013