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Jahr des Glaubens: Ein persönliches Zehn-Punkte-Programm

26. September 2012 in Spirituelles, 5 Lesermeinungen
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Die US-amerikanische Bischofskonferenz bietet ein Zehn-Punkte-Programm, das dem einzelnen Gläubigen sowohl spirituelle wie auch lebenspraktische Tipps zur Gestaltung des „Jahres des Glaubens“ gibt. Von Petra Lorleberg


Washington (kath.net/USCCB/pl) „Zehn Punkte, wie Katholiken das ‚Jahr des Glaubens‘ in ihr Leben umsetzen können“. So nennt David Ricken, Vorsitzender des Komitees für Evangelisation und Katechese der US-amerikanischen Bischofskonferenz und Bischof der US-Diözese Green Bay/Wisconsin, sein Zehn-Punkte-Programm. Der Text, der auf der Homepage der US-Bischofskonferenz nachzulesen ist, umfasst sowohl spirituelle wie auch lebenspraktische Tipps, von der persönlichen Begegnung mit Jesus in der Eucharistie und der Beichte bis hin zur aktiven Beteiligung in der Kirchengemeinde.

Das Zehn-Punkte-Programm des US-amerikanischen Bischofs möchte den einzelnen Gläubigen zu folgendem Dreischritt einladen:

In den Punkten ein und zwei geht es um die „persönliche Begegnung mit Jesus“. Katholischer Glaube wird hier nicht als ein Irgendwie-Mitschwimmen in einer Gemeinde und ihren Aktivitäten vorgestellt, sondern das Herzstück des Glaubens ist die Beziehung zum gekreuzigten und auferstandenen Herrn, gesucht und gefestigt in den Sakramenten der Eucharistie und der Beichte. Auch das Kennenlernen der katholischen Heiligen und anderer Glaubensvorbilder (Punkt drei) und wie sie ihre Christusbeziehung gelebt haben, kann die eigene Liebe zum Herrn bereichern.

Dann kommen in den Punkten vier bis sechs Vorschläge zur spirituellen und wissensmäßigen Vertiefung des Glaubens: Bibellesung, Studium des Katechismus und der Texte des II. Vatikanischen Konzils. Die US-amerikanische Bischofskonferenz weist hier ihre Gläubigen deutlich auf das Thema „Glaubenswissen“ hin, ein Thema, das im deutschsprachigen Raum innerkirchlich gelegentlich vernachlässigt wird.

Und erst in den letzten Punkten kommt die Hinwendung zur Gemeinde und zur praktischen Nächstenliebe. Genährt aus den Quellen der persönlichen Gottesbeziehung und der erweiterten Kenntnis des eigenen Glaubens kann nun die Hinwendung des reifen und mündigen Katholiken zur Gemeinde und zum (oft bedürftigen) Nächsten in voller Glaubenskompetenz erfolgen.



Das Zehn-Punkte-Programm von Bischof David Ricken, übersetzt in voller Länge:

1. Nehmen Sie an der Messe teil.
Das Jahr des Glaubens soll die persönliche Begegnung mit Jesus fördern. Dies geschieht am unmittelbarsten in der Feier der Eucharistie. Regelmäßiger Messbesuch stärkt den eigenen Glauben durch die Schriftlesungen, das Credo und andere Gebete, durch Kirchenmusik, die Predigt, den Kommunionempfang und durch Teilhabe an einer Glaubensgemeinschaft.

2. Gehen Sie zur Beichte.
Wie beim Messbesuch finden Katholiken Kraft und wachsen weiter in den Glauben hinein, indem sie das Sakrament der Buße und Versöhnung empfangen. Die Beichte ermutigt die Menschen, zu Gott zurückzukehren, ihr Bedauern darüber auszudrücken, dass sie nachgelassen haben, und ihr Leben Gottes heiligender Gnade zu öffnen. Die Beichte vergibt die Fehler der Vergangenheit und rüstet mit Kraft für die Zukunft aus.

3. Lernen Sie das Leben von Heiligen kennen.
Die Heiligen sind nie veraltende Beispiele dafür, wie man das christliche Leben führen kann und sie geben endlose Hoffnung. Zum einen waren sie Sünder, welche versuchten, näher zu Gott zu wachsen, zum anderen dienen sie als Beispiele für die Wege, mit denen ein Mensch Gott dienen kann: durch Lehren, Missionieren, Nächstenliebe, Gebet und durch das schlichte Bemühen, Gott in den normalen Handlungen und Entscheidungen des Alltagslebens zu gefallen.

4. Lesen Sie täglich in der Bibel.
Die Heilige Schrift bietet den direkten Zugang zum Wort Gottes und erzählt die Geschichte der Erlösung der Menschen. Katholiken können die Heilige Schrift beten (mittels der lectio divina oder anderer Methoden), um sich mehr auf das Wort Gottes einzustimmen. Auf jeden Fall ist die Bibel ein „Muss“ für das Wachstum im Jahr des Glaubens.

5. Lesen Sie die Dokumente des II. Vatikanischen Konzils.
Das II. Vatikanische Konzil (1962-65) hat zu einer großen Erneuerung in der Kirche geführt. Es hat Einfluss auf die Art, wie die Messe gefeiert wird, auf die Rolle des Laien, darauf, wie sich die Kirche selbst versteht und auf ihr Verhältnis mit anderen Christen und mit Nichtchristen. Um diese Erneuerung weiterzuführen, müssen die Katholiken verstehen, was das Konzil gelehrt hat und wie es das Leben der Gläubigen bereichert.

6. Studieren Sie den Katechismus.
Der Katechismus der Katholischen Kirche, der genau 30 Jahre nach Konzilsbeginn veröffentlicht wurde, fasst den Glauben, die Morallehre, die Gebete und die Sakramente der katholischen Kirche in einem einzigen Band zusammen. Er ist eine Quelle, um im Glaubensverständnis zu wachsen. Eine andere wertvolle Quelle ist der „U.S. Catholic Catechism for Adults“ [US-Katholischer Erwachsenenkatechismus].

7. Beteiligen Sie sich ehrenamtlich in der Gemeinde.
Das Jahr des Glaubens soll sich nicht nur um Studium und Reflexion drehen. Die gesunde Grundlage der Bibel, des Konzils und des Katechismus muss in Handlung umgesetzt werden. Ein hervorragender Ort, um damit zu beginnen, ist die Gemeinde, und die Gabe jeder Person hilft, die Gemeinschaft aufzuerbauen. Menschen sind willkommen als Begrüßungsdienste, als Musiker und Lektoren in der Liturgie, als Katecheten und in anderen Aufgaben des Gemeindelebens.

8. Helfen Sie denen, die Hilfe brauchen.
Der Vatikan bittet die Katholiken, im Jahr des Glaubens für wohltätige Zwecke zu spenden und sich in der Hilfe für Arme einzubringen. Dies bedeutet, Christus im Armen, im Ausgegrenzten und Verletzlichen persönlich zu begegnen. Anderen zu helfen ermöglicht Katholiken die Begegnung mit Christus von Angesicht zu Angesicht und gibt der restlichen Welt ein Beispiel.

9. Laden Sie einen guten Freund zur Messe ein.
Das Jahr des Glaubens mag zwar globale Reichweite haben und auf eine Erneuerung des Glaubens und der Evangelisierung der gesamten Kirche abzielen, aber die wirkliche Veränderung vollzieht sich auf der lokalen Ebene. Eine persönliche Einladung kann viel verändern bei jemandem, der vom Glauben weggeglitten ist oder der sich der Kirche entfremdet hat. Jeder kennt solche Leute, also kann auch jeder für ein herzliches Willkommen sorgen.

10. Integrieren Sie die Seligpreisungen in das Alltagsleben.
Die Seligpreisungen (Mt 5,3-12) stellen eine reichhaltige Vorlage für das christliche Leben zur Verfügung. Ihre Weisheit kann helfen, demütiger, geduldiger, gerechter, transparenter, liebevoller, vergebender und freier zu leben. Dies ist genau das Beispiel gelebten Glaubens, welches benötigt wird, um im bevorstehenden Jahr des Glaubens Menschen in die Kirche zu holen.

Copyright für die Übersetzung des Zehn-Punkte-Programms (c) kath.net


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