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'Ich kann es kaum glauben, in Nazareth zu sein'

21. November 2013 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Zum Abschluss des Glaubensjahrs im Heiligen Land. Von Oliver Maksan (Hilfswerk "Kirche in Not")


Nazarth (kath.net/KIN) Ein strahlender Himmel spannte sich am Sonntagmorgen über die vieltausendköpfige Menge (Foto), die sich zum Abschluss des Glaubensjahres in Nazareth versammelt hatte. 25 Grad schafft die nahöstliche Sonne auch Mitte November noch leicht. Mit Schirmen und Hüten versuchten sich die Besucher gegen sie zu schützen. Hier, am Hang des Berges, wo die Bewohner von Nazareth Jesus nach dem Bericht des Evangeliums in die Tiefe stürzen wollten, hatte schon Papst Benedikt XVI. 2009 eine heilige Messe gefeiert. Auf seine Initiative ging das in der katholischen Weltkirche begangene Glaubensjahr zurück. Begonnen hatte es die Kirche im Heiligen Land im Marienwallfahrtsort Deir Rafat, beenden wollte sie es in Nazareth, wo der Engel Maria die Botschaft brachte, wo der Gottessohn die meiste Zeit seines irdischen Lebens verbrachte.

"Ich kann es kaum glauben, hier zu sein. Mir bedeutet es sehr viel. Es ist nämlich nicht einfach für uns, nach Israel zu kommen." So wie der 54-jährige Sami aus Dschenin im Westjordanland waren viele Gläubige aus den palästinensischen Gebieten und aus Jordanien nach Israel gekommen. Nicht alle hatten aber eine Einreiseerlaubnis erhalten. Bischof Giacinto-Boulos Marcuzzo, in Nazareth residierender Weihbischof und im Lateinischen Patriarchat für Israel zuständig, bedauerte dies im Gespräch mit dem katholischen Hilfswerk "Kirche in Not": "Die israelischen Behörden haben uns versprochen, dass sie die Visavergabe großzügig handhaben werden. Es ist für uns nicht immer nachvollziehbar, was der Grund für die Ablehnung ist. Ich bin aber dennoch glücklich darüber, dass es so viele Gläubige geschafft haben. Wir haben sogar Pilger aus dem Irak hier. Sie sind zwar seit Jahren als Flüchtlinge in Jordanien. Aber dennoch sind sie als Zeugen des Zweistromlandes hier, wo unser Vater Abraham seine Reise des Glaubens begann. Ich halte das für ein schönes Zeichen zum Ende des Glaubensjahres."


Über 7000 Gläubige zählte die israelische Polizei später. Die meisten stammten aus Israel und den angrenzenden Länder. Etwa 1000 davon waren aus dem weit entfernten Ausland gekommen: aus Japan, Italien, Brasilien, Polen oder sogar aus Nigeria. "Wir wollten ganz bewusst mit der Ortskirche des Heiligen Landes das Ende dieses wichtigen Jahres feiern", sagt ein Priester, der mit einer Gruppe gekommen war.

Auffallend waren die vielen Gläubigen von den Philippinen. Die meisten von ihnen sind als Gastarbeiter in Israel, wo sie alte und kranke Menschen pflegen. Sie waren mit ihren Seelsorgern gekommen. Nach dem Taifun-Unglück mit vielen tausenden Toten steht ihr Land besonders im Mittelpunkt auch der Hilfe von "Kirche in Not". "Es ist ergreifend, wie viel Anteilnahme wir von allen Seiten erhalten. Das tut gut, in der Gemeinschaft des Glaubens verbunden zu sein. Schließlich sind wir alle Katholiken, egal woher wir kommen. Ich wollte deshalb unbedingt zu dieser heiligen Messe kommen", erzählt Maria, die in Tel Aviv lebt.

Die heilige Messe wurde vom Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Fouad Twal, gemeinsam mit dutzenden Priestern, Äbten und Bischöfen zelebriert. Nicht nur Geistliche des römischen Ritus waren anwesend, auch Melkiten, Maroniten und syrisch-katholische Geistliche waren gekommen: der Nahe Osten in seiner ganzen katholischen Fülle. Papst Franziskus hat zur Feier des Tages eigens eine Botschaft an die versammelten Gläubigen gesandt. Der Apostolische Nuntius in Israel, Erzbischof Giuseppe Lazzarotto, trug sie vor Beginn der Messe vor. "Die Geschichte unseres Glaubens", so der Papst, "hat ihren Anfang eben dort, wo ihr jetzt feiert. Bevor wir unsere eigene persönliche Geschichte des Glaubens verstehen können und unser Bedürfnis nach Gottes Erbarmen, müssen wir uns alle dem Ort und der Zeit zuwenden, als Jesus selbst unter uns wandelte. Denn es war hier, wo der Herr Jesus unsere menschliche Natur annahm und uns Gott offenbarte." Papst Franziskus drückte seine Wertschätzung für die Christen des Heiligen Landes aus, ihren treuen Dienst an den heiligen Stätten und ihr standhaftes Zeugnis vom Evangelium.

Mit dem Papst waren die Gläubigen nicht nur über sein Wort verbunden. Eine Ikone, die Jesus und Petrus darstellt, stand während der ganzen Messfeier im Altarraum. Am kommenden Sonntag soll sie dem Heiligen Vater zum Abschluss des Glaubensjahres in Rom überreicht werden.

"Kirche in Not" bittet um Spenden für seine pastorale Arbeit im Heiligen Land. Online unter: www.spendenhut.de (Verwendungszweck: Heiliges Land).

Oder:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
Kontonummer: 215 20 02
BLZ: 750 903 00
LIGA Bank München

IBAN: DE63750903000002152002
BIC: GENODEF1M05


Heiliges Land - Pilgermesse zum Ende des Glaubensjahrs (c) KIRCHE IN NOT


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