Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  2. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  3. 'Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.'
  4. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  5. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  6. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  7. ‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
  8. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  9. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  10. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  11. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  12. Kardinal Burke: Sexuelle Unmoral heute erinnert an Sodom und Gomorrha
  13. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  14. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  15. Scharfe Kritik von Birgit Kelle an Leihmutterschaftsentschuldigung von Jens Spahn

Keine Pille auf Kirchenkosten

31. Jänner 2012 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


US-Katholiken protestieren gegen eine neue Gesundheitsverordnung. Von Burkhard Jürgens (KNA)


Washington (kath.net/KNA) Über der Gesundheitsreform von US-Präsident Barack Obama ist eine neue Gewitterfront aufgezogen. Die katholische Kirche stellt sich quer gegen neue Richtlinien, nach denen Arbeitgeber eine Gesundheitsfürsorge gewährleisten müssen, die auch Empfängnisverhütung und Sterilisation einschließt. Seit der Plan im August verabschiedet wurde, wuchs der Chor der Kritiker in Kirchenkreisen. Am vergangenen Sonntag hörten Katholiken landesweit in den Gottesdiensten Hirtenschreiben und Predigten, die die neue Regelung verurteilen.

Zwar sind Kirchen und andere «religiöse Arbeitgeber» von der Verpflichtung ausgenommen. Dies gelte jedoch nur für Religionsinstitute im engeren Sinn, wenden Gegner ein. Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft wie Schulen, Krankenhäuser und Wohlfahrtsorganisationen seien sehr wohl an das Gesetz gebunden.

Aus Sicht von Washingtons Kardinal Donald Wuerl ist das ein beispielloser Vorgang: Noch nie habe ein US-Bundesgesetz irgendjemanden verpflichtet, eine Gesundheitsvorsorge anzubieten oder anzunehmen, die gegen sein Gewissen gehe. Jetzt aber hätten «praktisch alle» katholischen Einrichtungen, die sich um eine soziale Absicherung für ihre Studenten und Angestellten in Übereinstimmung mit der kirchlichen Morallehre kümmern wollten, ein Problem. Sie fänden sich in der «unhaltbaren Position, zwischen einem Verstoß gegen das Gesetz oder einem Verstoß gegen ihr Gewissen wählen zu müssen».


Der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Timothy Dolan von New York, kritisiert zudem die Finanzierung von Sozialleistungen, die nach katholischer Auffassung unstatthaft sind, durch die Allgemeinheit. Künftig müssten praktisch alle ungeachtet ihrer ethischen oder religiösen Einwände «über ihre Steuern für Sterilisierung und Verhütung bezahlen - inklusive solcher Mittel, die abtreibende Wirkung haben», so Dolan: «Das sollte nicht geschehen in einem Land, in dem die freie Ausübung der Religion das erste der in der Verfassung garantierten Rechte ist.»

Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius versuchte, die Wogen zu glätten. Man wolle «in der Umsetzungsphase eng mit religiösen Gruppen zusammenarbeiten und ihre Anliegen erörtern». Sie verwies zugleich auf Studien, nach denen Empfängnisverhütung der Gesundheit der Frauen und ihrer Familien zugutekomme und Gesundheitskosten senke. Überdies sei die Pille das «am häufigsten eingenommene Präparat» von Amerikanerinnen im gebärfähigen Alter.

Selbst prominente katholische Unterstützer Obamas distanzieren sich derzeit von seiner Gesundheitspolitik. Die Ordensfrau Carol Keehan, Leiterin der «Catholic Health Association», hatte sich zeitweilig mit den Bischöfen angelegt, weil sie die Gesundheitsreform des Präsidenten verteidigte. Nun erklärte sie, sie sei «enttäuscht», dass die Regierung in Washington keinen «angemessenen Schutz des Gewissens» für religiöse Beschäftigte sicherstelle.

Medien des Landes deuten auch verschiedene Äußerungen von Papst Benedikt XVI., die er einigen US-Bischöfen bei ihrem Vatikanbesuch Mitte Januar mitgab, als Rückendeckung. Die «legitime Trennung» von Kirche und Staat sei nicht dahin zu wenden, dass die Kirche «in bestimmten Fragen den Mund zu halten habe». Keinem Katholiken könne man verbieten, sich auf die Gewissensfreiheit zu berufen, um nicht an «in sich bösen Praktiken mitwirken» zu müssen. Auch Kardinal Wuerl bezog sich auf den Papst mit der Aufforderung, mutig die «Achtung vor Gottes Geschenk des Lebens» zu bezeugen.

Inzwischen hat das Gesundheitsministerium die Frist zur Umsetzung der Regelung von August dieses Jahres auf 2013 ausgedehnt. Kritiker sehen darin einen Versuch, die heikle Frage bis nach der Präsidentschaftswahl zu vertagen. Die katholischen Bischöfe finden unterdessen Mitstreiter für ihren Widerstand: vom betont katholischen republikanischen Präsidentschaftsbewerber Rick Santorum bis zur Vereinigung der Evangelikalen Kirchen. Vor allem aber mobilisieren sie die eigenen Leute, den Protest bei Abgeordneten zu verstärken.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

USA

  1. Gericht stoppt Zwang zur Suizidhilfe für katholische Nonnen in Illinois
  2. Universität Texas A&M: 650 Personen bereiten sich auf Eintritt in die katholische Kirche vor
  3. Zwei muslimische Feiertage könnten bald in Kalifornien staatlich anerkannt werden
  4. US-Justizministerium verurteilt Ermittlungen des FBI gegen ‚radikal-traditionalistische Katholiken‘
  5. ‚Man kann nicht ‚Black Lives Matter‘ sagen, wenn das Leben schwarzer Babys nicht zählt‘
  6. ‚Meine Aufgabe ist es, dich in den Himmel zu bringen, nicht nach Harvard‘
  7. US-Präsident Trump nominiert Lebensschützerin zur Direktorin der Arzneimittelbehörde FDA
  8. Ehemaliges Priesterseminar auf Long Island soll muslimisches Internat werden
  9. US-Regierung leitet 2 Milliarden Dollar an christliche Hilfsorganisationen um
  10. 50 Jahre Jugendkonferenzen in Steubenville







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Britisches Parlament stoppt Gesetz zur assistierten Sterbehilfe
  3. Zu jedem Zeitpunkt werden auf der Welt ungefähr 8.000 bis 9.000 Messen gefeiert
  4. Scharfe Kritik von Birgit Kelle an Leihmutterschaftsentschuldigung von Jens Spahn
  5. Kardinal Aveline: Motto von Leos Frankreichreise hat auch mit dem Lebensschutz zu tun
  6. X ist Nummer 1 unter Europas Nachrichten-Apps
  7. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  8. Messermann brüllte „Allahu Akbar” in französischer Kirche – Festnahme
  9. Britisches Unterhaus stimmt erneut über Sterbehilfe-Gesetz ab
  10. 'Gott ist gut'
  11. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  12. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  13. Spanischer Erzbischof erinnert angesichts der Migrationskrise an die Reconquista
  14. Drei katholische Bischöfe werden am Marsch für das Leben teilnehmen
  15. Die katholischen Bischöfe übernehmen die Schirmherrschaft zum Marsch für das Leben/Slowakei

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz