Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Streit kocht hoch: Braucht die barocke Basilika Weingarten wirklich einen neuen „modernen“ Altar?
  2. Bischof Paprocki: FSSPX ist "im Grunde eine weitere protestantische Sekte"
  3. Ein Signal des Himmels?
  4. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  5. ‚Dialogpredigt‘ und ‚meditativer Tanz’ während der Messe zum Magdalenenfest in München
  6. Leihmutter soll gezwungen werden, das Leben des herzkranken Babys zu beenden!
  7. Bistum Huelva führt verbindliches zweijähriges Katechumenat für erwachsene Taufbewerber ein
  8. Junge brasilianische Katholiken hoffen auf mehr Glaubenslehre und ehrfürchtige Liturgie
  9. Erdbebengefahr bei Neapel: Italiens Kirche ruft zum Gebet auf
  10. Die Familie ist das Hauptziel des Bösen: Die prophetische Warnung des hl. Scharbel
  11. 'Du hast mir den Weg nach Ars gezeigt; ich werde Dir den Weg zum Himmel zeigen'
  12. „Größer als [australischer] Football: Die unstoppbare Wiederbelebung des Glaubens“
  13. Schönborn: Kirchenübergaben an andere Kirchen ist der richtige Weg
  14. Generalbundesanwalt: 94 Prozent der neuen Terror-Ermittlungen mit Bezug zu Islamismus
  15. Papst Leo XIV. legt neues Grundgesetz für den Vatikanstaat fest

Keine Pille auf Kirchenkosten

31. Jänner 2012 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


US-Katholiken protestieren gegen eine neue Gesundheitsverordnung. Von Burkhard Jürgens (KNA)


Washington (kath.net/KNA) Über der Gesundheitsreform von US-Präsident Barack Obama ist eine neue Gewitterfront aufgezogen. Die katholische Kirche stellt sich quer gegen neue Richtlinien, nach denen Arbeitgeber eine Gesundheitsfürsorge gewährleisten müssen, die auch Empfängnisverhütung und Sterilisation einschließt. Seit der Plan im August verabschiedet wurde, wuchs der Chor der Kritiker in Kirchenkreisen. Am vergangenen Sonntag hörten Katholiken landesweit in den Gottesdiensten Hirtenschreiben und Predigten, die die neue Regelung verurteilen.

Zwar sind Kirchen und andere «religiöse Arbeitgeber» von der Verpflichtung ausgenommen. Dies gelte jedoch nur für Religionsinstitute im engeren Sinn, wenden Gegner ein. Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft wie Schulen, Krankenhäuser und Wohlfahrtsorganisationen seien sehr wohl an das Gesetz gebunden.

Aus Sicht von Washingtons Kardinal Donald Wuerl ist das ein beispielloser Vorgang: Noch nie habe ein US-Bundesgesetz irgendjemanden verpflichtet, eine Gesundheitsvorsorge anzubieten oder anzunehmen, die gegen sein Gewissen gehe. Jetzt aber hätten «praktisch alle» katholischen Einrichtungen, die sich um eine soziale Absicherung für ihre Studenten und Angestellten in Übereinstimmung mit der kirchlichen Morallehre kümmern wollten, ein Problem. Sie fänden sich in der «unhaltbaren Position, zwischen einem Verstoß gegen das Gesetz oder einem Verstoß gegen ihr Gewissen wählen zu müssen».


Der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Timothy Dolan von New York, kritisiert zudem die Finanzierung von Sozialleistungen, die nach katholischer Auffassung unstatthaft sind, durch die Allgemeinheit. Künftig müssten praktisch alle ungeachtet ihrer ethischen oder religiösen Einwände «über ihre Steuern für Sterilisierung und Verhütung bezahlen - inklusive solcher Mittel, die abtreibende Wirkung haben», so Dolan: «Das sollte nicht geschehen in einem Land, in dem die freie Ausübung der Religion das erste der in der Verfassung garantierten Rechte ist.»

Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius versuchte, die Wogen zu glätten. Man wolle «in der Umsetzungsphase eng mit religiösen Gruppen zusammenarbeiten und ihre Anliegen erörtern». Sie verwies zugleich auf Studien, nach denen Empfängnisverhütung der Gesundheit der Frauen und ihrer Familien zugutekomme und Gesundheitskosten senke. Überdies sei die Pille das «am häufigsten eingenommene Präparat» von Amerikanerinnen im gebärfähigen Alter.

Selbst prominente katholische Unterstützer Obamas distanzieren sich derzeit von seiner Gesundheitspolitik. Die Ordensfrau Carol Keehan, Leiterin der «Catholic Health Association», hatte sich zeitweilig mit den Bischöfen angelegt, weil sie die Gesundheitsreform des Präsidenten verteidigte. Nun erklärte sie, sie sei «enttäuscht», dass die Regierung in Washington keinen «angemessenen Schutz des Gewissens» für religiöse Beschäftigte sicherstelle.

Medien des Landes deuten auch verschiedene Äußerungen von Papst Benedikt XVI., die er einigen US-Bischöfen bei ihrem Vatikanbesuch Mitte Januar mitgab, als Rückendeckung. Die «legitime Trennung» von Kirche und Staat sei nicht dahin zu wenden, dass die Kirche «in bestimmten Fragen den Mund zu halten habe». Keinem Katholiken könne man verbieten, sich auf die Gewissensfreiheit zu berufen, um nicht an «in sich bösen Praktiken mitwirken» zu müssen. Auch Kardinal Wuerl bezog sich auf den Papst mit der Aufforderung, mutig die «Achtung vor Gottes Geschenk des Lebens» zu bezeugen.

Inzwischen hat das Gesundheitsministerium die Frist zur Umsetzung der Regelung von August dieses Jahres auf 2013 ausgedehnt. Kritiker sehen darin einen Versuch, die heikle Frage bis nach der Präsidentschaftswahl zu vertagen. Die katholischen Bischöfe finden unterdessen Mitstreiter für ihren Widerstand: vom betont katholischen republikanischen Präsidentschaftsbewerber Rick Santorum bis zur Vereinigung der Evangelikalen Kirchen. Vor allem aber mobilisieren sie die eigenen Leute, den Protest bei Abgeordneten zu verstärken.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

USA

  1. US-Bischöfe rufen Amerikaner zu Gebet und Aktionen gegen Abtreibungspillen auf
  2. Katholische Nonnen verklagen Bundesstaat New York wegen Zwang zur Beihilfe zum Suizid
  3. USA: Gericht entscheidet über Statue von Erzengel Michael vor öffentlichem Gebäude
  4. Oberster Gerichtshof der USA bestätigt Regelungen zum Schutz von Frauen im Sport
  5. US-Außenminister Rubio: Die UNO hat ihre Mission verloren
  6. Knappe Mehrheit der US-Amerikaner für Zehn Gebote in den Klassenzimmern
  7. Keine Strafen für Baseball-Spieler wegen Bibelversen auf Kappen mit Regenbogen
  8. US-Justizministerium unterstützt katholischen Orden im Kampf gegen Transgender-Gesetz in New York
  9. Knappe Mehrheit der US-Amerikaner für Abtreibung nur in wenigen Ausnahmen
  10. Bekannte christliche Adoptionsagentur stellt Vermittlung von Kindern an homosexuelle Paare ein






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Streit kocht hoch: Braucht die barocke Basilika Weingarten wirklich einen neuen „modernen“ Altar?
  3. Ein Signal des Himmels?
  4. Die Familie ist das Hauptziel des Bösen: Die prophetische Warnung des hl. Scharbel
  5. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  6. Bischof Paprocki: FSSPX ist "im Grunde eine weitere protestantische Sekte"
  7. Leihmutter soll gezwungen werden, das Leben des herzkranken Babys zu beenden!
  8. ‚Dialogpredigt‘ und ‚meditativer Tanz’ während der Messe zum Magdalenenfest in München
  9. Junge brasilianische Katholiken hoffen auf mehr Glaubenslehre und ehrfürchtige Liturgie
  10. Der "rote Priester", der die Musikwelt revolutionierte
  11. Der Karmel in Christchurch/Neuseeland: Die Blüte im Verborgenen
  12. „Nur zur Klarstellung: Ich sehe mich eher als den Papst, der zufällig Amerikaner ist“
  13. Heute, nicht morgen! Der heilige Expeditus – Patron gegen das Aufschieben
  14. Eine mächtige Fürsprecherin für Ehepaare: Die heilige Birgitta von Schweden
  15. Joan Leslie: Das Hollywood-Glaubenszeugnis einer echten Heldin

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz