Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vom Elend der Fürbitten
  2. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  3. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  4. Der entschärfte Gott
  5. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  6. EuGH-Urteil: Deutscher Kirchenaustritt kein automatischer Kündigungsgrund
  7. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  8. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  9. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"
  10. Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
  11. Realitätsverlust im Bistum Chur
  12. Muslime wählen SPD und Linke, Christen wählten CDU
  13. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  14. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  15. Bischof Elbs ermutigt zur Beichte: "Herz ordnen und sich auf Ostern vorbereiten"

Das glühende Herz der Religion

23. Juni 2011 in Österreich, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kardinal Christoph Schönborn bei Fronleichnamspredigt: Aus der „Haltung der selbstlosen Anbetung“ erfolgt eine „innere Freude, die Freude an Gott selber, die hilft alle Widrigkeiten zu ertragen.


Wien (kath.net/PEW)
Kardinal Christoph Schönborn erinnerte in seiner Predigt am Josefsplatz in der Wiener Innenstadt an die Tradition des auf Kaiser Joseph II. zurückgehenden Josephinismus. Die „Versuchungen des Josephinismus“, so der Kardinal, seien uns heute noch nahe, nämlich „Religion nach dem Maß ihrer ersichtlichen sozialen und gesellschaftlichen Nützlichkeit zu bewerten“. „Und dabei spielen wir als Kirche durchaus eifrig mit, indem wir die Wichtigkeit der Kirche vor allem nach ihrem Nutzen für Staat und Gesellschaft anpreisen.“

Dafür ließe sich zwar „durchaus eine Erfolgsbilanz“ vorweisen – der Kardinal nannte unter anderem die katholischen Schulen, die Leistung der Caritas, die kirchlichen Kulturgüter und den Lobbyismus für Entwicklungshilfe – weshalb „wir auch mit Dankbarkeit Zeichen der Wertschätzung und der Anerkennung von Seiten des Staates wie etwa die jüngst beschlossene wesentliche Erhöhung der Absetzbarkeit des Kirchenbeitrages“ sehen (die „kein Privileg für die Kirchen darstellt, sondern die Anerkennung ihres Beitrages zum Wohl des Ganzen“).


„Zwecklos, aber höchst sinnvoll“

Es gebe jedoch ein „großes Aber: Religion, Glauben, Kirche als Glaubensgemeinschaft, darf sich nicht selbst nur von ihrem Nutzen her verstehen. Das glühende Herz der Religion ist das zweckfreie Geheimnis, und wenn sie nicht mehr aus diesem Geheimnis lebt, dann ist ihr glühender Kern erloschen.“ Die eucharistische Anbetung, also der in der Monstranz mitgetragenen Hostie, in der nach katholischem Verständnis Christus selbst bleibend gegenwärtig ist sei, so Kardinal Schönborn, „zwecklos, aber höchst sinnvoll“. „Das Geheimnis anzubeten, das in diesem kleinen Stück Brot Gegenwart ist… bedarf keiner Nützlichkeitsbilanz.“ „Gott um Gottes Willen suchen! Jesus Christus verehren und anbeten in der Gestalt seiner eucharistischen Gegenwart: Das ist der Sinn des heutigen Tuns“, der „lebendige Kern“ der Fronleichnamstradition.

„Loslassen vom Selbstrechtfertigungsritual“

Abschließend nannte Kardinal Schönborn in seiner Predigt auf dem Josefsplatz zwei „nicht beabsichtigte aber umso wichtigere Nebeneffekte“ der „Haltung der zweckfrei geschenkten Anbetung“: Erstens, „dass wir loslassen von diesem manchmal peinlichen Selbstrechtfertigungsritual“. Hier erinnerte der Kardinal daran, dass die vielen Leistungen der Kirche für die Gesellschaft zwar zahlreich und dankenswert seien und anerkannt werden müssten, „aber wir dürfen uns nicht einbilden, dass wir deshalb die Einzigen und die Besten sind.“ Auch die säkulare Gesellschaft habe „hervorragende Schulen, gute Spitäler, großartige Sozialeinrichtungen - ohne religiöse Motivation.“

„Frei für den Dienst am Nächsten“

Zweitens folge aus der „Haltung der selbstlosen Anbetung“ eine „innere Freude, die Freude an Gott selber, die hilft alle Widrigkeiten zu ertragen. Letztlich macht die selbstvergessene Anbetung des Geheimnisses frei, frei von sich selbst, frei vor Gott, frei für den hingebungsvollen Dienst am Nächsten.“ „Unser Tun“ am Fronleichnamstag, „diese zweckfreie Prozession, diese Momente der Anbetung halten die Quelle zugänglich, aus der unserer Gesellschaft frische, neue Kraft zufließt“, schloss Kardinal Schönborn seine Predigt.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Fronleichnam

  1. Bistum Essen: Pastoralassistentinnen tragen Monstranz mit dem Allerheiligsten
  2. ZDF: „Am Feiertag #Fronleichnam gedenken viele ihrer Toten“
  3. In der Kriegszeit, Pest und Hunger wahre Sicherheit
  4. Das Geheimnis der Eucharistie
  5. Papst wird Fronleichnam in römischem Viertel feiern
  6. „Heute predigt jeder mal für sich selbst“
  7. Papst verurteilt bei Fronleichnamsfeier Mafia-Praktiken
  8. #Prozession verbindet in Polen Millionen Katholiken an Fronleichnam
  9. Zeigt, was es heißt, christlich zu glauben
  10. Erzbischof Schick: „Fronleichnam ist Medizin gegen leere Seelen“






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  4. Realitätsverlust im Bistum Chur
  5. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  6. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  7. Vom Elend der Fürbitten
  8. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  9. Einladung zur Novene zum Hl. Josef
  10. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  11. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  12. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  13. Papst bezieht diesen Samstag seine Wohnung im Apostolischen Palast
  14. Der entschärfte Gott
  15. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz