Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  4. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  5. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  6. Christus bleibt nicht im Tempel! Fronleichnam: Einladung für die Gegenwart
  7. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  8. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  9. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  10. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  11. Besorgniserregende antidemokratische und gewaltaffine Haltungen bei jungen Muslimen
  12. Die Menschenwürde hat keinen Reisepass
  13. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  14. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“
  15. Rektor Jan Frąckowiak: „Ein Priester muss ein Mann des Glaubens sein“

Kairo-Pfarrer: 'Ich lade alle deutschen Bischöfe zu einem Besuch ein!'

4. Jänner 2011 in Aktuelles, 19 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


'Wir warten auf Zeichen, nicht nur auf Worte!'- Steigende Re-Islamisierung – Ägypter: das europäische Christentum ist schwach geworden. – Statement des Pfarrers der deutschen katholischen Gemeinde Kairo. Von Monsignore Joachim Schroedel, Kairo


Kairo (kath.net) Monsignore Joachim Schroedel ist der Pfarrer der deutschsprachigen katholischen Gemeinde Kairo und ist Fachmann für die Situation der Christen im Nahen Osten. Der gebürtige Dresdner wirkt seit sieben Jahre in Kairo.


„Zunächst scheint es wie eine Wiederholung des Attentats in Nag Hammadi vom koptischen Weihnachtstag 2010, freilich waren es diesmal dreimal so viel Tote.

Die Kirche Ägyptens ist nach ihrer eigenen Beschreibung die „keniset es-salib“, die Kirche des Kreuzes. Ihr Kalender beginnt mit den schlimmsten Christenverfolgungen durch die Römer unter Kaiser Diokletian. Die Kopten sind stolz, in dem Land zu leben, das als erstes der Welt christianisiert war. Und viele Muslime betrachten die Christen Ägyptens mit Respekt. Noch Mitte der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde nicht nach Religion gefragt; es ist auch heute noch offizielle Linie des Staates, nicht zwischen Christen und Muslimen zu unterscheiden; „wir alle sind Ägypter“ heißt es immer wieder.

Doch konnte fortschreitende Re-Islamisierung auch vor Ägypten nicht halt machen. Tief frustriert vom Fortschritt der westlichen Welt wandte und wendet sich der Islam der „goldenen Zeit“ zu und weist alles Negative dem Abfall vom „ursprünglichen Weg“ zu. So ist der Ruf „Al Islam el hal!“ (Der Islam ist die Lösung) fester Bestandteil fundamentalistischen islamischen Verhaltens geworden.


Der von nicht-ägyptischen Kreisen geschürte Hass auf die Christen speist sich daher aus zwei Quellen: Frustration über das eigene Versagen und erneutes Suchen nach den Erfolgen kriegerischer Art in den vergangenen Jahrhunderten, ausgehend von der Zeit Mohammads.
Dabei scheint der Erfolg, den der Islam im Westen hat, eine zusätzliche Kraftquelle zu sein. Alle Dialogprogramme, so sagen mir viele Muslime, dienen nur dazu, dem Islam seine ihm (vermeintlich) zukommende Stellung in Europa zu sichern. „Das Christentum ist schwach geworden in Europa – daher bringen wir die echte Religion“, so sagte mir unlängst ein muslimischer Bekannter sehr offen.

Die Christen Ägyptens fühlen sich andererseits vom Westen völlig verlassen, allenfalls werden sie als historisches „Auslaufmodell“ betrachtet, zum Beispiel, was Liturgie und Theologie anbelangt. „Das Christentum ist schwach geworden in Europa!“ – genau das bekennen auch die Christen in Ägypten. Sie beobachten die immer stärker werdende Versuchung des europäischen Christentums, sich den „Bedürfnissen der Zeit“ anzupassen. So sind etwa die Reaktionen mancher deutschen katholischen Bischöfe nach der Minarett-Abstimmung in der Schweiz auf absolutes Unverständnis gestoßen.

Was ich mir erhoffe nach den schrecklichen Ereignissen in Alexandria? Zweierlei: Die ägyptische Regierung muss viel mehr als bisher gegen eine „Augen-zu-Mentalität“ vorgehen. Es verwundert doch immer wieder, wie ein hoch geschulter Geheimdienst es nicht fertig bringt, bereits im Vorfeld „Störungen“ zu sichten und zu verhindern. Dass es dann schnell zu Vermutungen kommen kann, der Regierung wären solche Vorfälle nicht unrecht lässt sich verstehen.

Ebenso wünsche ich mir, dass die Katholiken Deutschlands und allen voran die katholischen Bischöfe in aller Deutlichkeit Solidarität mit den Christen des Nahen Ostens zeigen. Auch Ägypten ist Heiliges Land! Warum sollte nicht wenigstens einmal eine kleine Gruppe von Bischöfen das erste christianisierte Land der Welt und seine 10-15 Millionen Christen besuchen? Wir, als deutschsprachige Katholiken in Ägypten, haben genug von rein verbalen Solidaritätsbekundungen. Ein Flug von Deutschland nach Kairo dauert 3,5 Stunden! Ich lade alle deutschen Bischöfe zu einem Besuch ein; bei Patriarch Schenuda, dem Oberhaupt der orthodoxen Kopten, bei Antonios Kardinal Naguib, dem Patriarch der mit Rom unierten Kopten, und bei allen christlichen und muslimischen Autoritäten Ägyptens. Wir warten auf Zeichen, nicht nur auf Worte!“







Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ägypten

  1. Ägypten – Das Land, auf dem Gott sich offenbart hat
  2. Papst gedenkt der Opfer von Kirchenbrand in Ägypten
  3. Ägypten: Mindestens 41 Tote bei Brand in koptischer Kirche in Kairo
  4. Ägypten legalisiert 1.800 kirchliche Gebäude
  5. Ägypten: „Ich habe Mitleid mit den Tätern“
  6. Bedeutendes frühchristliches Heiligtum in Kairo restauriert
  7. Keine Angst vor Corona
  8. Ägypten: Wegen Pandemie keine öffentlichen Ostergottesdienste
  9. Ägypten: Bisher knapp 1.200 Kirchen "legalisiert"
  10. Katharinenkloster auf der Sinai-Halbinsel besser zu erreichen






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  4. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  5. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  6. Östereichische Bischofskonferenz: Lackner bleibt Vorsitzender, Scheuer wieder Vize
  7. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  8. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  9. Polen: Fußballer Bartosz Sobczyk gab seine Karriere auf, um Priester zu werden
  10. Aus der Liebe geboren, zur Einheit berufen - Ein Leib, ein Geist, eine Sendung
  11. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“
  12. Das Maß vor dem Gesetz. Würde, Recht und die Grenzen der Macht
  13. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  14. Papst reagiert bestürzt auf Ermordung von Bischof Afonso/Mosambik
  15. Neuer Trend in den USA: Abkehr von nüchternen Kircheninnenräumen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz