Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst Franziskus nimmt Rücktritt vom Erzbischof von Paris an!
  2. Betet, betet für Österreich! Jeden Tag einen Rosenkranz!!!
  3. Hinkende Vergleiche mit tödlicher Wirkung
  4. Die Heerschau der Rosenkranzbeter hat begonnen!
  5. Kardinal Marx spricht sich für Impfpflicht aus - Glaubenskongregation dagegen!
  6. Erzbischof Gänswein übt scharfe Kritik am Synodalen Weg in Deutschland
  7. Erzbistum Freiburg: 2G/3G-Gottesdienste nicht möglich wegen „Recht auf freie Religionsausübung“
  8. Jutta Ditfurth: „Bitte aber keine Lebensschützer-Begriffe verwenden, es war ein Fötus, kein Baby“
  9. Generalvikar: Corona-Trennung in „Geimpfte“ und „Nicht-Geimpfte“ darf keinen Einzug in Kirche halten
  10. „Die Erscheinungen von Sievernich: Jesus spricht zur Kirche in Deutschland und zur ganzen Welt“
  11. Die 'Tagesschau' bejammert, dass zu wenige Ärzte ungeborene Kinder töten möchten
  12. Bei Flüchtlingen auf Lesbos
  13. Mediennetzwerk Pontifex fordert: Impfpflicht verhindern
  14. Angriff auf das Kreuz! - Schwerer Vandalismus in der Regensburger Pfarrkirche Heiliger Geist
  15. Symbolbild löst Fragezeichen aus: Evangelische Gemeinde Bad Gandersheim sucht Pfarrer*in

Der kirchliche und missionarische Sinn von Guadalupe

11. Dezember 2010 in Spirituelles, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Am 31. Juli 2002 sprach Johannes Paul II. Juan Diego, den Seher von Guadalupe, heilig. Was der Heilige Vater damals sagte


Mexiko (kath.net)
Kath.Net veröffentlicht angesicht der Guadalupefeiern an diesem Wochenende die Predigt von von Papst Johannes Paul II. bei der Heiligsprechung von Juan Diego vom 31. Juli 2002

1. »Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen« (Mt 11, 25 –26).

Liebe Brüder und Schwestern! Diese Worte Jesu im heutigen Evangelium stellen für uns eine besondere Einladung dar, Gott zu loben und ihm zu danken für das Geschenk des ersten heiligen Indios des amerikanischen Kontinents.

Mit großer Freude bin ich zu dieser Basilika von Guadalupe, dem marianischen Herzen Mexikos und Amerikas, gepilgert, um die Heiligkeit von Juan Diego Cuauhtlatoatzin zu verkünden, des einfachen und demütigen Indios, der das milde und reine Gesicht der Jungfrau von Tepeyac, die der Bevölkerung Mexikos so sehr am Herzen liegt, betrachtete.

2. Danken möchte ich für die freundlichen Worte, die Kardinal Norberto Carrera Rivera, Erzbischof von Mexiko, an mich gerichtet hat, wie auch für den warmherzigen Empfang der Männer und Frauen in dieser herausragenden Erzdiözese: An sie alle geht mein herzlichster Gruß. In Verbundenheit begrüße ich auch Kardinal Ernesto Corripio Ahumada, den emeritierten Erzbischof von Mexiko, und alle weiteren Kardinäle, die Bischöfe aus Mexiko, aus den anderen Ländern Amerikas, von den Philippinen und aus anderen Teilen der Welt. Zugleich danke ich in besonderer Weise dem Herrn Präsidenten und den Vertretern der zivilen Autoritäten für ihre Teilnahme an dieser Feier.

Einen besonders herzlichen Gruß richte ich heute an die zahlreichen Ureinwohner, die aus den verschiedenen Teilen des Landes hierhergekommen sind; sie vertreten die vielen ethnischen Gruppen und Kulturen, aus denen die reiche und vielfältige mexikanische Bevölkerung besteht. Der Papst spricht ihnen seine Nähe sowie seine tiefe Achtung und Bewunderung aus und heißt sie im Namen des Herrn brüderlich willkommen.

3. Wie war Juan Diego? Warum richtete Gott seinen Blick auf ihn? Das Buch Jesus Sirach, aus dem wir soeben einen Abschnitt gehört haben, lehrt uns folgendes: »Groß ist die Macht Gottes, und von den Demütigen wird er verherrlicht« (Sir 3, 20). Auch die Worte des hl. Paulus, die während dieser Feier vorgelesen wurden, erhellen diese göttliche Art des heilbringenden Wirkens: »Das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten, damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott« (1 Kor 1, 28 –29).


Es ist bewegend, die Erzählungen von Guadalupe zu lesen, denn sie sind mit großem Feingefühl geschrieben und voller Empfindsamkeit. In ihnen offenbart sich die Jungfrau Maria, die Magd, die »den Herrn preist« (vgl. Lk 1, 46), dem Juan Diego als Mutter des wahren Gottes. Als Zeichen schenkt sie ihm einige kostbare Rosen: Als er sie seinem Bischof zeigt, entdeckt er auf seinem Mantel das gesegnete Bildnis Unserer Lieben Frau.

»Das Ereignis von Guadalupe« – so betonte der mexikanische Episkopat – »bedeutete den Beginn der Evangelisierung mit einer Vitalität, die alle Erwartungen übertraf. Die Botschaft Christi, durch seine Mutter übermittelt, nahm die zentralen Elemente der einheimischen Kultur auf, reinigte sie und gab ihnen ihre endgültige Heilsbedeutung« (vgl. 14. Mai 2002, Nr. 8). Deshalb besitzen Guadalupe und Juan Diego einen tiefen kirchlichen und missionarischen Sinn;sie sind das Vorbild einer auf vollkommene Weise inkulturierten Evangelisierung.

4. »Der Herr blickt herab vom Himmel, er sieht auf alle Menschen« (Ps 33, 13), haben wir mit dem Psalmisten gebetet und damit aufs neue unseren Glauben an Gott bekannt, der keinen Unterschied hinsichtlich Rasse oder Kultur macht. Juan Diego nahm die christliche Botschaft an, ohne dabei seine Identität als Ureinwohner aufzugeben; so entdeckte er die tiefe Wahrheit der neuen Menschheit, in der alle dazu berufen sind, Kinder Gottes zu sein. Auf diese Weise erleichterte er die fruchtbringende Begegnung zwischen zwei Welten und wurde zu einem Protagonisten der neuen mexikanischen Identität. Diese steht in ganz enger Verbindung zur Jungfrau von Guadalupe, deren mestizisches Gesicht ihre geistige Mutterschaft zum Ausdruck bringt, die alle Mexikaner einschließt. Daher muß sein Lebenzeugnis auch in Zukunft dem Aufbau der mexikanischen Nation Kraft schenken, die Brüderlichkeit unter allen ihren Söhnen und Töchtern fördern und die Versöhnung Mexikos mit seinen Ursprüngen, seinen Werten und seinen Traditionen immer weiter voranbringen.

Diese edle Aufgabe, nämlich der Aufbau eines besseren, gerechteren und solidarischeren Mexiko, erfordert die Mitarbeit eines jeden. Insbesondere ist es heute nötig, die Ureinwohner in ihren berechtigten Ansprüchen zu unterstützen, indem die wahren Werte jeder ethnischen Gruppe geachtet und verteidigt werden. Mexiko braucht seine Ureinwohner, und die Ureinwohner brauchen Mexiko!

Liebe Brüder und Schwestern aller ethnischen Gruppen Mexikos und Amerikas! Wenn ich heute die Gestalt des Indio Juan Diego ehre, möchte ich dadurch die Nähe der Kirche und des Papstes zu euch allen zum Ausdruck bringen. Ich umarme euch in herzlicher Zuneigung und fordere euch auf, die schwierigen gegenwärtigen Umstände hoffnungsvoll zu überwinden.

5. In diesem entscheidenden Abschnitt der Geschichte Mexikos, nun da die Schwelle zum neuen Jahrtausend bereits überschritten ist, vertraue ich der mächtigen Fürsprache des hl. Juan Diego die Freuden und Hoffnungen, die Ängste und Sorgen des geschätzten mexikanischen Volkes an, das mir so am Herzen liegt.

Gesegneter Juan Diego, guter und christlicher Indio, den das einfache Volk immer als wahren Heiligen angesehen hat, wir bitten dich, die in Mexiko pilgernde Kirche zu begleiten, damit sie ihren Auftrag der Mission und der Evangelisierung Tag für Tag besser erfülle. Ermutige die Bischöfe, unterstütze die Priester, wecke neue und heilige Berufungen, hilf allen, die ihr Leben für die Sache Christi und für die Verbreitung seines Reiches hingeben.

Glückseliger Juan Diego, gläubiger und wahrhaftiger Mensch, dir empfehlen wir unsere Brüder und Schwestern, die Laiengläubige sind: Sie mögen sich zur Heiligkeit berufen fühlen und alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens mit dem Geist des Evangeliums erfüllen. Segne die Familien, unterstütze die Brautleute in ihrer Ehe, stehe den Eltern in ihren Bemühungen um die christliche Erziehung ihrer Kinder bei. Schau gütig auf den Schmerz der Menschen, die an Leib und Seele leiden oder die von Armut, Einsamkeit, Ausgrenzung oder mangelnder Bildung betroffen sind. Alle, Regierende und Volk, mögen stets gemäß den Anforderungen der Gerechtigkeit und der Achtung der Würde jedes Menschen handeln, damit auf diese Weise der wahre Friede gefestigt werde.

Geliebter Juan Diego, »sprechender Adler«! Zeig uns den Weg, der zur »Virgen Morena del Tepeyac« führt: Sie möge uns im Innersten ihres Herzens aufnehmen, denn sie ist die liebevolle und mitfühlende Mutter, die uns bis zum wahren Gott geleitet. Amen.

Der Papst sagte zum Schluß der Eucharistiefeier:

Zum Abschluß der Heiligsprechung von Juan Diego möchte ich euch alle erneut begrüßen, die ihr an dieser Feier teilgenommen habt, einige in dieser Basilika, andere in näherer oder weiterer Umgebung, sowie all jene, die über Radio und Fernsehen it uns verbunden sind. Von Herzen danke ich für die Zuneigung, die mir von den vielen Menschen entgegengebracht wurde, denen ich auf dem Weg, den ich bis hierher zurückgelegt habe, begegnet bin. Im neuen Heiligen habt ihr ein wunderbares Beispiel eines guten Menschen mit rechtem Lebenswandel, einen treuen Sohn der Kirche, gehorsam gegenüber den Hirten, von Liebe zur Jungfrau Maria erfüllt, ein guter Jünger Jesu. Er sei ein Vorbild für euch, die ihr ihn so liebt, und er lege Fürsprache ein für Mexiko, damit es immer treu bleibe. Übermittelt allen die Botschaft dieser Feier und den Gruß und die Zuneigung des Papstes für alle Mexikaner.

kathTube: Neues Guadalupe-Video




Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Smaragdos 11. Dezember 2010 
 

Kleine Korrektur

Juan Diego wurd am 31. Juli 2002 heiliggesprochen, direkt nach dem Weltjugendtag in Toronto, und nicht am 31. Juni 2002.


1

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Guadalupe

  1. Wegen Coronavirus: Lateinamerika der Madonna von Guadalupe geweiht
  2. Vom March for Life bis zur schwangeren Gottesmutter von Guadalup
  3. Vom March for Life bis zur schwangeren Gottesmutter von Guadalupe
  4. Mexiko: Fast 11 Millionen pilgerten zum Guadalupe-Fest
  5. Erscheinung der Muttergottes in Guadalupe
  6. Über 10 Millionen Pilger kamen nach Guadalupe
  7. Papst feiert Messe für Lateinamerika
  8. Ein Kranz von 12 Sternen, den Mond unter den Füßen
  9. Mexiko: Zwei Guadalupe-Tänzerinnen wurden während der Probe ermordet
  10. Mehr als sieben Millionen Guadalupe-Pilger in Mexiko-Stadt







Top-15

meist-gelesen

  1. Die Heerschau der Rosenkranzbeter hat begonnen!
  2. Papst Franziskus nimmt Rücktritt vom Erzbischof von Paris an!
  3. Betet, betet für Österreich! Jeden Tag einen Rosenkranz!!!
  4. Erzbischof Gänswein: Benedikt XVI. ist 'aus Überzeugung' geimpft
  5. Erzbistum Freiburg: 2G/3G-Gottesdienste nicht möglich wegen „Recht auf freie Religionsausübung“
  6. Hinkende Vergleiche mit tödlicher Wirkung
  7. „Die Erscheinungen von Sievernich: Jesus spricht zur Kirche in Deutschland und zur ganzen Welt“
  8. Erzbischof Gänswein übt scharfe Kritik am Synodalen Weg in Deutschland
  9. Kardinal Marx spricht sich für Impfpflicht aus - Glaubenskongregation dagegen!
  10. Mediennetzwerk Pontifex fordert: Impfpflicht verhindern
  11. Vorfall in Athen: Orthodoxer Priester beschimpft Papst als "Häretiker"
  12. Die 'Tagesschau' bejammert, dass zu wenige Ärzte ungeborene Kinder töten möchten
  13. Ein entscheidender Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie wäre: Aufrufe zur Umkehr, Gebet und Buße!
  14. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre DRINGENDE Hilfe!
  15. Jutta Ditfurth: „Bitte aber keine Lebensschützer-Begriffe verwenden, es war ein Fötus, kein Baby“

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz