Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  2. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  3. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  4. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  5. Voll in die Falle getappt
  6. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  7. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  8. Die große Täuschung
  9. George Orwell wohnt in Brüssel, aber nicht nur dort!
  10. Kinderschutz oder Staatskontrolle? Das Dilemma der Social-Media-Verbote
  11. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  12. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  13. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  14. Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung
  15. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?

Der Papst reformiert nicht die Lehre der Kirche, sondern bestätigt sie

23. November 2010 in Aktuelles, 12 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kath.Net dokumentiert eine Stellungnahme vom Vatikansprecher P. Federico Lombardi zur Kondomdiskussion im Wortlaut


Rom (kath.net)
Kath.Net dokumentiert die Stellungnahme von Vatikansprecher P. Federico Lombardi zu den Kondomaussagen des Papstes im neuen Papstbuch im Wortlaut in einer eigenen Übersetzung:

Am Ende des elften Kapitels des Buches "Licht der Welt" antwortet der Papst auf zwei Fragen zum Kampf gegen AIDS und zum Gebrauch des Kondoms, auf Fragen also, die wiederum an die Diskussion anschließen, welche nach einigen vom Papst zum Thema ausgesprochenen Worten im Zuge seiner Reise nach Afrika im Jahr 2009 entstanden war.

Der Papst betont klar, dass er damals nicht allgemein zum Problem der Kondome Stellung nehmen, sondern überzeugend klarmachen wollte, dass das AIDS-Problem nicht alleine mit der Verteilung von Kondomen gelöst werden könne, weil dafür viel mehr zu tun sei: vorbeugen, erziehen, helfen, beraten und den Personen nahe sein, sei es, damit sie nicht erkranken, sei es für den Fall, dass sie erkrankt seien.

Der Papst bemerkt, dass sich auch im nichtkirchlichen Umfeld ein ähnliches Bewusstsein entwickelt habe, wie es aus der sogenannten ABC-Theorie hervorgehe (Abstinence [Enthaltsamkeit] – Be Faithful [Treue] – Condom [Kondom]), bei der die ersten beiden Elemente (Enthaltsamkeit und Treue) für den Kampf gegen AIDS viel entscheidender und fundamentaler seien, während das Kondom im letzten als Ausweichmanöver erscheine, wenn die beiden ersten Punkte fehlten. Es müsse daher klar sein, dass das Kondom nicht die Lösung des Problems darstelle.


Der Papst weitet dann den Blick aus und besteht darauf, dass eine alleinige Konzentration auf das Kondom der Banalisierung der Sexualität gleichkomme, die so ihren Sinn als Ausdruck der Liebe zwischen Personen verliere und gewissermaßen zu einer "Droge" werde. Gegen die Banalisierung der Sexualität zu kämpfen sei Teil der großen Anstrengung, damit die Sexualität positiv bewertet werde und ihren positiven Effekt auf den Menschen in seiner Ganzheit haben könne.

Im Licht dieser umfassenden und tiefgehenden Sicht der menschlichen Sexualität und ihrer heutigen Problematik bekräftigt der Papst, dass "die Kirche die Kondome natürlich nicht als die authentische und moralische Lösung" des AIDS-Problems betrachte.

Damit reformiert oder ändert der Papst die Lehre der Kirche nicht, sondern er bestätigt sie, indem er von der Perspektive des Wertes und der Würde der menschlichen Sexualität als Ausdruck von Liebe und Verantwortung ausgeht.

Gleichzeitig berücksichtigt der Papst eine unnormale Situation, in welcher die Ausübung der Sexualität ein echtes Risiko für das Leben des anderen darstelle. In einem solchen Fall rechtfertigt der Papst die ungeordnete Ausübung der Sexualität moralisch nicht, sondern meint, dass der Kondomgebrauch mit dem Ziel einer Reduzierung der Ansteckungsgefahr "ein erster Schritt von Verantwortung" sei, "ein erster Schritt auf der Straße in Richtung einer menschlicheren Sexualität" im Vergleich zum Nichtgebrauch, was den anderen der Lebensgefahr aussetze.

Damit kann der Gedankengang des Papstes bestimmt nicht als revolutionäre Wende definiert werden.

Zahlreiche Theologen und angesehene kirchliche Persönlichkeiten haben ähnliche Positionen vertreten und vertreten sie weiter; es ist allerdings wahr, dass wir sie mit so viel Klarheit aus dem Mund eines Papstes noch nicht vernommen hatten, auch wenn dies in Interviewform geschieht und nicht als Akt des Lehramtes.

Benedikt XVI. gibt uns also mit Mut einen wichtigen Beitrag der Klärung und Vertiefung zu einer seit langem diskutierten Fragestellung. Es ist ein origineller Beitrag, weil er einerseits die Treue zu den Moralprinzipien hochhält und Klarheit gewährt durch die Ablehnung eines illusorischen Weges, wie ihn das „Vertrauen in das Kondom" darstellt; und weil er jedoch andererseits eine verständnisvolle und weite Sicht zeigt, die darauf bedacht ist, die kleinen Schritte - auch wenn sie nur anfangshaft und noch konfus aufscheinen - einer geistlich und kulturell zumeist sehr verarmten Menschheit in Richtung einer menschlicheren und verantwortlicheren Ausübung der Sexualität ausfindig zu machen.

Übersetzung durch Dr. Alexander Pytlik


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Benedikt XVI.

  1. Il Giornale: Benedikt XVI. hatte ‚große Besorgnis‘ wegen des Synodalen Wegs
  2. Santo subito? - Vatikan untersucht mögliches Wunder durch Benedikt XVI.!
  3. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  4. Kardinal Kasper erinnert sich wertschätzend an Benedikt XVI./Ratzinger - „Kennen uns seit 1963“
  5. „Wenn wir mit Papst Benedikt XVI. diesen tiefen Ernst unserer Taufe realisieren…“
  6. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  7. Papst Leo verlieh Ratzingerpreis an den Stardirigenten Riccardo Muti
  8. "Unsere Liebe Frau von Guadalupe" ist "Mutter und Stern der Evangelisierung in Amerika"
  9. „Was Benedikt XVI. uns über Israel lehrte – und warum es heute von Bedeutung ist“
  10. Benedikt XVI.: "Das Kommen des Herrn ist einmalig"






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  4. Voll in die Falle getappt
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  7. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  8. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  9. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  10. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  11. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  12. Die große Täuschung
  13. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  14. Die Kirche – nicht nur – im deutschsprachigen Raum: «the big picture»
  15. Niederösterreich: Pfarrer während Messfeier verstorben

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz