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Erzdiözese Wien: Caritas-Chef Michael Landau stellt sich gegen Rom

18. Oktober 2010 in Österreich, 49 Lesermeinungen
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Der hochrangige Kirchenfunktionär der Erzdiözese Wien ignoriert kirchliche Aussagen zum Priestertum für Frauen - Vor wenigen Wochen war Landau noch als neuer Sekretär für die Österreichische Bischofskonferenz im Gespräch


Wien (kath.net)
Der Wiener Caritas-Chef Michael Landau hat sich am Sonntag in einem Interview mit dem ORF gegen Rom gestellt und eine Diskussion über den Zölibat sowie die Priesterweihe für Frauen gefordert. Wörtlich sagte Landau zum Zölibat: "Das ist in der Geschichte der Kirche irgendwann einmal eingeführt worden und lässt sich auf die gleiche Weise auch einmal abschaffen." Der hochrangige Kirchenfunktionär der Erzdiözese Wien möchte über diese Dinge "viel offener und viel deutlicher" diskutieren als dies in der Vergangenheit geschehen ist. Auch die Weihe von Frauen zu Priestern kann sich Landau vorstellen. Er glaube, dass dies in der Kirche zumindest "einiges verändern" würde, wenn die Kirche auch die Weiheämter für Frauen öffne. Besonders brisant an der Sache: Landau war vor wenigen Wochen noch als neuer Sekretär der Österreichischen Bischofskonferenz im Gespräch. Dies konnte kath.net aus bischöflichen Kreisen erfahren. Laut der Tageszeitung "Die Presse" wollte Kardinal Christoph Schönborn Landau sogar als möglichen Bischof vorschlagen.


Papst Johannes Paul II. hatte im Schreiben "Ordinatio Sacerdotalis" klar festgestellt, dass die Kirche niemals die "Frauenweihe" erlauben werde. Wörtlich heißt es in dem Schreiben: "Obwohl die Lehre über die nur Männern vorbehaltene Priesterweihe sowohl von der beständigen und umfassenden Überlieferung der Kirche bewahrt als auch vom Lehramt in den Dokumenten der jüngeren Vergangenheit mit Beständigkeit gelehrt worden ist, hält man sie in unserer Zeit dennoch verschiedenenorts für diskutierbar, oder man schreibt der Entscheidung der Kirche, Frauen nicht zu dieser Weihe zuzulassen, lediglich eine disziplinäre Bedeutung zu. Damit also jeder Zweifel bezüglich der bedeutenden Angelegenheit, die die göttliche Verfassung der Kirche selbst betrifft, beseitigt wird, erkläre ich kraft meines Amtes, die Brüder zu stärken (vgl. Lk 22,32), daß die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und daß sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben."


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