Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  3. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  4. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  5. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  6. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  7. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  8. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  9. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  10. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  11. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  12. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  13. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  14. Vatikan bestätigt Sexualverbrechen des toten Ordensgründers Buela
  15. Das Houellebecq-Szenario: Wenn die politische „Mitte“ die Ränder großfüttert

Wir leben in einer Neidgesellschaft

14. August 2010 in Spirituelles, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Jeden Samstag im August exklusive Leseproben aus "Chancen im Wertechaos - Die 10 Gebote in unserer Zeit". Ein neues Buch von DDr. Peter Egger.


Linz (kath.net)
Zehntes Gebot: Du Sollst Nicht Begehren Deines Nächsten Gut!

Das zehnte Gebot wendet sich gegen Habsucht und Neid und fördert damit in entscheidender Weise den sozialen Frieden. Das zehnte Gebot steht in einem direkten Bezug zum siebten Gebot: Es betrifft die inneren Fehlhaltungen gegenüber dem Eigentum und soll dazu führen, dass es nicht zu falschen Handlungen im Sinne des siebten Gebotes kommt. Die Beachtung des zehnten Gebotes ist gerade in unserer materialistisch geprägten Gesellschaft von größter Bedeutung.

1. Materielle Begierden
Das zehnte Gebot bezieht sich auf die ungeordneten Begierden gegenüber materiellen Dingen. Diese Begierden können das Essen und Trinken betreffen, sie können sich aber auch auf Geld, Häuser und Besitz beziehen. Wenn diese leiblichen und materiellen Güter unser ganzes Streben erfüllen, dann riskieren wir, dass unser Menschsein nur noch aus Haben besteht. Wir vergessen dann, dass der Sinn unseres Lebens nicht im Haben, sondern in der Vollendung unseres Seins besteht. Dieser ungezügelte Drang nach dem Haben kann sogar so weit gehen, dass wir dabei unsere Seele und unser ewiges Heil vergessen. Für uns gelten dann die eindringlichen Worte Jesu: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt?“ (Lk 9,25).

2. Habgierige Spekulationen
Das zehnte Gebot wendet sich vor allem gegen die Habgier auf Kosten der Mitmenschen. Wenn ein Kaufmann danach trachtet, einem Kunden mehr Geld abzuknöpfen, als die Ware tatsächlich wert ist, dann sündigt er durch Habgier. Wenn ein Vermieter sich dazu entschließt, einem Arbeiter aus der Dritten Welt eine hohe Miete abzuverlangen, dann nützt er die Notsituation dieses Menschen aus. Wenn ein Zahnarzt eine Behandlung empfiehlt, die es eigentlich nicht bräuchte, dann handelt er aus Habgier. Wenn ein Handwerker mehr Kosten veranschlagt, als nötig sind, will er den Kunden ausnehmen. Es gibt sogar Menschen, die regelrecht mit Notsituationen spekulieren, um mehr Gewinn einzuheimsen: Ein Kaufmann hortet die Ware, um sie in Notzeiten teurer zu verkaufen; ein Automechaniker freut sich über den Neuschnee, weil es dadurch mehr Unfälle gibt; ein Polizist begibt sich an neuralgische Verkehrspunkte, weil er dort mehr Strafzettel verteilen kann; eine Polizeistreife postiert ihr Radargerät an einer pfeilgeraden Strecke, damit mehr Autos in die Radarfalle fahren; der Rechtsanwalt freut sich über die vielen Scheidungen, weil er dadurch eine Unmenge Geld verdient. Eine solche Einstellung widerspricht aber völlig der Nächstenliebe.


3. Materielle Güter
Das zehnte Gebot warnt uns auch vor dem Neid auf die Güter unserer Mitmenschen. Bei diesen Gütern handelt es sich meistens um die materiellen Güter von Leuten aus unserem Bekanntenkreis: Der eine ist neidisch, weil sich der Nachbar schon wieder ein neues Auto leisten kann; der andere ist neidisch auf die Villa seines Kollegen und ärgert sich, dass dieser sich jetzt sogar ein Reitpferd gekauft hat. Eine junge Dame ist giftig, weil ihre Kollegin im Büro schon wieder ein neues Kleid aus der Boutique hat. Der Oberhuber hört mit Neid, wie der Unterhuber von seiner Reise auf die Seychellen berichtet. Die Leute im grünen Wohnblock wurmt es, dass ihre Nachbarn im roten Wohnblock schon wieder neue Möbel gekauft haben.

4. Persönliche Güter
Der Neid kann sich auch auf die persönlichen Güter unserer Mitmenschen beziehen. Ein junger Mann beneidet seinen Bekannten, der mit seiner großen Intelligenz das Studium spielerisch bewältigt. Ein Handwerker ist neidisch auf die große manuelle Geschicklichkeit eines Konkurrenten, die ihm ein gutes berufliches Fortkommen sichert. Eine junge Dame ist neidisch auf die künstlerischen Fähigkeiten ihrer Kollegin, die dadurch interessante Aufträge erhält. Eine Basketballspielerin ist voll Neid auf die außergewöhnliche sportliche Begabung ihrer Kameradin, die nun eine Berufung in die Nationalmannschaft erhalten hat. Und schließlich ist es für eine junge Dame unerträglich, dass ihre Mitarbeiterin außerordentlich hübsch ist und damit alle Männerblicke auf sich zieht.

5. Soziale Güter
Der Neid kann sich schließlich auch auf soziale Güter beziehen. Ein „Adabei“ beneidet einen Mitmenschen, der in der Gesellschaft hohes Ansehen genießt: Er erlebt, wie der andere im Mittelpunkt des Interesses steht und von allen geehrt wird. Ein kleiner Gemeinderat ist voll Neid gegenüber einem Abgeordneten, der im Bundestag bzw. im Nationalrat sitzt: Er beobachtet, wie dieser Politiker von allen hofiert wird und wie sich ihm sämtliche Türen öffnen. Ein Wirtschaftsmanager empfindet einen grimmigen Neid gegenüber einem Kollegen, der mehr Erfolg hat als er: Dieser Kollege hat Karriere gemacht und ist zum Spitzenmanager eines großen Konzerns aufgestiegen.
Wir können heute ohne Übertreibung feststellen, dass in allen Bereichen des Lebens und der Gesellschaft ein ungeheurer Neid vorherrscht. Ein kritischer Zeitgenosse hat sehr treffend bemerkt, dass wir heute in einer regelrechten „Neidgesellschaft“ leben.

Chancen im Wertechaos
Die 10 Gebote in unserer Zeit
Dr. mult. Peter Egger
Gebunden, 352 Seiten
€ 17,40

Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und dem RAPHAEL Buchversand (Auslieferung Schweiz) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch nur Inlandportokosten.

Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]

Für Bestellungen aus der Schweiz: [email protected]


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Geistliches Leben

  1. Um die Gnade der Unterscheidung bitten
  2. Gott gibt für unsere Zeit besondere Gnaden
  3. "Regelmäßige Pornografie wirkt sich auf das Gehirn wie Kokain aus"
  4. Ruhen im Geist – Charismatische Phänomene in der Kontroverse
  5. Die leise Sprache Gottes
  6. Verbindende Zeichen
  7. Kreuzesnachfolge ist sicherstes Zeichen für Echtheit einer Berufung
  8. Laien-Zweig der ‚Legionäre Christi’ wird unabhängiger
  9. Ging mit der Freitagsabstinenz auch katholische Identität verloren?
  10. Für viele ist das eigene geistliche Leben eine verschlossene Truhe







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Thérèse von Lisieux und die ‚Süßigkeit‘ eines Buches über die Apokalypse
  3. Gesetzesvorschlag zum Verbot von Konversionstherapien in Nordirland ist ‚gefährlich‘
  4. 'Jesus macht alles und ich nichts'
  5. UN-Bevölkerungsfonds berichtet über das Leid der Frauen in Gaza
  6. Rosenkranzmonat Oktober steht im Zeichen des Friedens
  7. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  8. Reliquien der Kinder von Fatima kommen nach Berlin!
  9. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus
  10. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  11. Frankreich und das Zeichen der Wiedergeburt
  12. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  13. Verletzter Priester: "Wir vergeben!"
  14. 'Wir sprechen deshalb zurecht hier nicht von Neuevangelisierung, sondern von Erstevangelisierung'
  15. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz