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Exorzist widerspricht P. Amorths These von Satanismus im Vatikan

12. März 2010 in Aktuelles, 15 Lesermeinungen
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"Auch im Vatikan gibt es Mitglieder von satanischen Sekten", sagt der römische Chef-Exorzist P. Gabriele Amorth in seinen Memoiren. Sein spanischer Kollege Jose Antonio Fortea Cucurell kritisierte dies.


Rom (kath.net / CNA) „Der Teufel wohnt im Vatikan!“ Das sagte der bekannte italienische Exorzist P. Gabriele Amorth (85) der italienischen Tageszeitung "La Repubblica". „Es gibt Kardinäle, die nicht an Gott glauben, Bischöfe, die mit dem Teufel im Bund sind“, meinte er. Und: „Die Kinderschändungen durch Geistliche sind auch Werke des Teufels.“

Die These von der Existenz satanischer Sekten im Vatikan erläuterte P. Amorth auch in seinen Memoiren, die er im Februar veröffentlichte. Das Buch „Pater Amorth. Erinnerungen eines Exorzisten. Mein lebenslanger Kampf gegen Satan“ wurde vom italienischen Journalisten Marco Tosatti geschrieben, der darin eine Reihe von Interviews mit dem Priester und römischen Chef-Exorzisten verarbeitet.

Auf die Frage des Journalisten, ob es unter anderem auch im Vatikan das Problem satanischer Sekten gibt, antwortet Pater Amorth: „Ja, auch im Vatikan gibt es Mitglieder von satanischen Sekten.“ Und auf die Frage, ob sich diese Mitgliedschaft auf Laien, die im Vatikan arbeiten, beschränke, entgegnet er: „Es gibt Priester, Monsignors und auch Kardinäle!“

Tosatti fragt weiter, wie er denn wisse, dass Vertreter des Klerus dabei sind. Pater Amorth: „Ich weiss es von denen, die es mir berichten konnten, weil sie einen direkten Zugang zu dieser Information hatten. Und es ist etwas, was oft vom Dämon selbst unter Gehorsam des Exorzisten ,gebeichtet wird'.“

Der bekannte Exorzist wird auch gefragt, ob Papst Benedikt XVI. Bescheid wisse über die Existenz solcher Sekten. Amorth: „Ja, natürlich weiss er davon. Er tut, was er kann. Es ist eine schreckliche Sache.“


Pater Amorth erläutert auch, dass der deutsche Papst aus einem Land stammt, das dem Exorzismus generell skeptisch gegenüber stehe. Es gäbe in Deutschland „praktisch keine Exorzisten“. Der Papst hingegen sei überzeugt von der Notwendigkeit des Exorzismus.

Der italienische Exorzist warnte auch vor Bischöfen und Priestern, die nicht an die Existenz Satans glaubten. „Und dennoch spricht Jesus im Evangelium ausführlich darüber. Also muss gesagt werden, dass sie (diese Geistlichen) entweder nie das Evangelium gelesen haben oder sie einfach nicht daran glauben!“

Jose Antonio Fortea Cucurell, ein spanischer Priester und Theologe, der in Rom sein Doktorat im Bereich „Dämonologie“ absolviert, entgegnete Anfang März in seinem Blog, es sei eine „Pflicht der Gerechtigkeit“, die im Vatikan tätigen Geistlichen zu verteidigen.

Er bestätigt einerseits, dass einige Priester „spiritueller und andere weltlicher“ seien, „einige tugendhafter und andere menschlicher veranlagt“, aber „von da aus zu behaupten, dass einige Kardinäle Mitglieder satanischer Sekten seien, ist inakzeptabel“.

Der spanische Priester erklärt danach, von welchen Quellen Pater Amorth die Informationen besäße, sodass er behaupten könne, dass satanische Sekten im Vatikan aktiv sind. Neben den Menschen, die zu einem Exorzisten kommen, um von einer Bessessenheit befreit zu werden, kommen auch „unzählige Menschen, die behaupten, Visionen zu haben und Botschaften von unserem Herrn zu empfangen“.

Unter diesen Menschen befindet sich wieder „eine gewisse Anzahl, die über apokalyptische Visionen und Botschaften über die Infiltrierung von Freimaurerei und Satanismus“ in der Kirche sprechen. Fortea erklärt, dass die einzige mögliche Haltung gegenüber solchen Botschaften sei, sich eines Urteils zu enthalten und sie eine zeitlang intensiv zu untersuchen. Manchmal brauche man dafür für jeden einzelnen Fall mehrere Monate, so der spanische Priester.

„Wir können mit einer großen Sicherheit feststellen, wenn ein Dämon die Wahrheit in einer Person aussagt, die direkt mit dem Exorzismus in Verbindung steht. Hier geht es um die Anzahl von Dämonen, ihre Namen und ähnliche Dinge. Aber wir können nicht sicher gehen, wenn es sich um konkrete Nachrichten über andere Personen handelt“, erklärt der spanische Exorzist.

„Pater Amorth hat keine anderen Quellen der Information, als diese beiden, die ich gerade erwähnt habe. Ich beziehe mich bei dieser Behauptung auf seine eigenen Worte.“

Fortea erläutert weiter, dass die Existenz solcher Botschaften „mehreren Kollegen seit vielen Jahren bekannt ist. Unter den Exorzisten haben einige daraus einen ähnlichen Schluss wie Pater Amorth gezogen, andere nicht.“

Fortea verteidigt in seinem Blog auch das Kardinalskollegium, das - verglichen mit jenen Kardinalskollegien der letzten Jahrhunderte - „das erbaulichste und tugendhafteste seit Jahrhunderten ist“. Er gibt zu, dass einige Kardinäle „besser oder schlechter“ sind, „aber alle haben eine aufrechte Einstellung und suchen die Ehre Gottes“.

Abschließend hebt Fortea hervor, dass solche „Behauptungen erst bewiesen werden müssen, vor allem, wenn es sich um so gravierende Angriffe handelt, die die Ehre jener betrifft, die das Haupt der Kirche darstellen, sofern sie dem höchsten Hirten behilflich sind“.


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