Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbrüder und Vatikan suchen Weg zur Einheit
  2. Voll in die Falle getappt
  3. Leere Hörsäle: Dramatischer Einbruch bei katholischen Theologie-Studenten
  4. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  5. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  6. George Orwell wohnt in Brüssel, aber nicht nur dort!
  7. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?
  8. Kinderschutz oder Staatskontrolle? Das Dilemma der Social-Media-Verbote
  9. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  10. Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung
  11. Traditionsbruch: New Yorks Bürgermeister Mamdani nicht bei Installation von Erzbischof Hicks
  12. Die Kirche – nicht nur – im deutschsprachigen Raum: «the big picture»
  13. Wann sind wir zu Gottes Chefs geworden?
  14. Fünfmal Mary: Eine US-Familie und ihre ungewöhnliche Namenstradition
  15. Großbritannien: Anglikanischer Ehrendomherr John Dunnet legt sein Amt aus Gewissengründen nieder

'Unser Kirche ändert sich, und zwar schnell und massiv'

26. November 2009 in Interview, 15 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Wir sind Vermittler, nicht Wiederholer" – Warum "Radio Vatikan" kein Verkündigungssender ist - Kath.Net-Exklusiv-Interview mit P. Bernd Hagenkord, neuer Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan, über seinen neuen "Traumjob"


Rom (kath.net/rn)
P. Bernd Hagenkord ist seit wenigen Tagen der neue Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan. Kath.Net sprach mit ihm über „Radio Vatikan“, seine journalistischen Pläne und warum „Radio Vatikan“ kein Verkündigungsradio ist.

Kath.Net: Herr P. Hagenkord, Sie übernahmen vor wenigen Tagen das Amt des Chefredakteurs von "Radio Vatikan" von P. Eberhard von Gemmingen. Geht damit Ihr Traumjob in Erfüllung?

Hagenkord: Ich war ziemlich überrascht, als mein Ordensoberer mir sagte, ich solle doch als nächstes - nach meinen sechs Jahren als Jugendseelsorger in Hamburg - nach Rom zum Radio gehen. Nicht im Traum wäre mir das eingefallen. Aber jetzt, wo ich hier bin und die Arbeit lerne und die Menschen und die Stadt, jetzt muss ich schon sagen, dass es ein Traumjob ist.

Kath.Net: Wieviel Menschen erreicht "Radio Vatikan"? Wer hört "Radio Vatikan" im deutschen Sprachraum?

Hagenkord: Das weiß ich gar nicht so genau. Keine gute Antwort, ich weiß, aber ich habe keine andere. Zunächst ist der Sender ja nicht einer der wirklich großen Sender. Und da er auf deutsch auch nur 35 Minuten pro Tag zu hören ist, ist das Erfassen von Hörerzahlen auch schwer. Andererseits bekommen wir viel Mails von Hörerinnen und Hörern, die uns über das Internet hören oder per podcast. Oder die unseren Newsletter lesen. Das nimmt zu. Aber ich bin noch nicht lange genug dabei, um einen genauen Überblick zu haben.


Kath.Net: Wie finanziert sich "Radio Vatikan"?

Hagenkord: RV ist ein Sender des Heiligen Stuhles, bezahlen tut also der Papst. Das gilt für alle 40 Redaktionen und natürlich auch für den gesamten technischen Stab. Insgesamt arbeiten fast 400 Menschen hier. Und wir alle arbeiten für den Papst.

Kath.Net: In einem Interview mit der KNA sprachen Sie diese Woche davon, dass "Radio Vatikan" kein Verkündigungssender ist und Sie eine "professionelle Distanz" zum System bewahren müssen. Warum eigentlich nicht? Was ist "Radio Vatikan" sonst und warum brauchen Sie die "professionelle Distanz" zum System?

Hagenkord: Wir sind Vermittler, nicht Wiederholer. Der Papst und die ganze Kirche sprechen heute gleichzeitig in allen Sprachen, sozusagen. Derselbe Satz hat aber in Deutsch vielleicht eine ganz andere Bedeutung, sagen wir, weil bei uns Ökumene sehr wichtig ist, als er es in einem rein katholischen oder rein atheistischem Land. Also müssen wir vermitteln. Das können wir aber nur, wenn wir unsere Hörerinnen und Hörer verstehen. Und das können wir nur, wenn wir verstehen, worum es gerade geht. Da können wir, wenn wir unseren Auftrag ernst nehmen, nicht einfach nur wiederholen. Dazu bräuchte es keine Journalisten.

Noch etwas Anderes: gerade das Netz ist ja voller Meinungen. Und die ersetzten zunehmend die Fakten. Jeder, der was meint, macht einen Blog oder eine Seite. Da fehlt völlig die Distanz und die Professionalität. Wer uns hört oder liest, der kann sich im Gegenteil dazu auf beides verlassen.

Kath.Net: Wo sehen Sie die Zukunft für "Radio Vatikan"? Wird es Änderungen im "internen System" geben? Werden Sie versuchen, "neue Märkte" zu bearbeiten?

Hagenkord: Das muss ich erst noch schauen, das kann ich noch nicht direkt beantworten. Zum einen ist natürlich das Internet der Markt der Zukunft, Kurzwellenradio und die Mittelwelle sind bei uns in Zentraleuropa nicht wirklich Medien der Zukunft. Andererseits ändern sich die Änderungen da auch sehr schnell, wenn ich das einmal so ausdrücken darf. Ja, wir wollen die "neuen Märkte"
bearbeiten, werden aber genau sehen, wie wir das tun können und wollen.

Kath.Net: An "Radio Vatikan deutsch" gab es in der Vergangenheit manchmal Kritik, weil ab und zu auch kirchenkritische Stimmen zu Wort kommen durften, beispielsweise durfte Anfang 2009 Prof. Fuchs in Radio Vatikan die Zulassung von Frauen zum Priesteramt fordern. Etwa zum selben Zeitpuntk wurde dann Novartis-Chef Vasella als Kommentar von RV abgesetzt, weil Novartis Verhütungsmittel verkauft und auch bei der Forschung von embryonalen Stammzellen tätig ist. Wo sehen Sie die Grenzen, was in der Berichterstattung von "Radio Vatikan" vorkommen darf?

Hagenkord: Die Vergangenheit kann ich nicht kommentieren. Aber erst einmal gilt, dass es keine ideologischen Schranken gibt. Natürlich melden wir nicht jeden, der irgend etwas fordert, aber manchmal ist eine solche Forderung - um was auch immer es geht - Teil unserer kirchlichen Realität und dann gehört das in unser Programm. Zum anderen: Kritik ist ja nicht immer gleich Kritik. Wenn wir ein Programm so machen wollten, dass alle einverstanden wären, dann wäre das ja völlig nichtssagend. Sobald etwas interessant ist oder stark oder neu oder von uns Änderung verlangt, wehren sich viele. Und das heißt dann auf einmal "umstritten" oder so. Unser Kirche ändert sich, und zwar schnell und massiv. Da ist es ein Gebot der Redlichkeit, genau hinzusehen und zu berichten, was aus unserer Sicht - und wir sind ja nicht irgendein Sender, sondern der Sender des Papstes - wichtig und berichtenswert ist. Was genau das ist, dafür gibt es keine benennbaren Grenzen, dass muss von Fall zu Fall unterschieden und entschieden werden.

Kath.Net: Letzte Frage: Wie beurteilen Sie die Amtszeit von Papst Benedikt?

Hagenkord: Dazu steht mir kein Urteil zu.

Kath.Net: Danke für das Interview und Gottes Segen für Ihre Arbeit!

Foto: (c) www.sankt-ansgar-schule.de


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Medien

  1. Wenn das 'Drehbuch' schon vorher feststeht
  2. Gebetshaus Augsburg reagiert mit Stellungnahme auf ARD-Doku „Die hippen Missionare“
  3. Kardinal Müller: „Von Anfang an ist Radio Maryja zu einer Stimme in dieser modernen Wüste geworden“
  4. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  5. "Hassprediger und Hofnarr"
  6. Die BBC hatte eine Trump-Rede gezielt frisiert, so dass sie zum angeblichen Gewaltaufruf wurde
  7. Skandal: ZDF bestätigt, dass langjähriger palästinischer Mitarbeiter der Hamas angehörte
  8. WELT-Reporter Bojanowski: Die Welt ist viel besser, als behauptet wird
  9. Aktuelle Daten zeigen: Keine Übersterblichkeit in Europa während der Hitzewelle
  10. NDR-Format ‚Zapp‘ erklärt konservatives Denken mit Gehirnanomalie und geringer Bildung







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Voll in die Falle getappt
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Piusbrüder und Vatikan suchen Weg zur Einheit
  6. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  7. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  8. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  9. Die Kirche – nicht nur – im deutschsprachigen Raum: «the big picture»
  10. Leere Hörsäle: Dramatischer Einbruch bei katholischen Theologie-Studenten
  11. Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung
  12. George Orwell wohnt in Brüssel, aber nicht nur dort!
  13. Fünfmal Mary: Eine US-Familie und ihre ungewöhnliche Namenstradition
  14. 'Ich bin der Liebe Gottes würdig, einfach weil ich existiere.'
  15. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz