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Nicht die hochmütige Distanz des Besserwissenden

4. Mai 2009 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Passauer Diözesanbischof Wilhelm Schraml bei Pontifikalamt in St. Pölten: Ohne Liebe zu Christus kann es keine Erneuerung der Kirche geben - Das schließe auch die "Liebe zur Kirche" ein; zu einer Kirche in dieser Welt: mit all den Schwachheiten, Fehl


Passau/St. Pölten (kath.net/iop) Der Passauer Diözesanbischof Wilhelm Schraml hat in der ältesten Stadt Österreichs ein Pontifikalamt gefeiert. Zum 850-jährigen Jubiläum der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten betonte der Bischof am Sonntag die Bedeutung der christlichen Wurzeln. Der Oberhirte sagte: „Das Christentum ist mehr und etwas anderes als ein moralisches System, als eine Reihe von Forderungen, Gesetzen und Geboten“. Es sei das Geschenk einer Freundschaft, die im Leben und im Sterben trage. „Und diese Freundschaft ist Person: Jesus Christus“, so der Bischof.


Ohne den Sohn Gottes im Zentrum bliebe es ein „gespenstisches Christentum ohne Kraft und ohne Wirklichkeit“. „Ohne Liebe zu Christus kann es keine Erneuerung der Kirche geben“, unterstrich Wilhelm Schraml. Das schließe auch die „Liebe zur Kirche“ ein; zu einer Kirche in dieser Welt: mit all den Schwachheiten, Fehlern, Unzulänglichkeiten. Solche Liebe helfe der Kirche, so Bischof Schraml, „nicht die hochmütige Distanz des Besserwissenden, der nur die Narben der Geschichte sieht und das eigentliche Antlitz niemals erblicken kann“.

Der Passauer Bischof rief zur Anbetung Jesu Christi auf. So werde der „stille Protest unseres Glaubens laut gegen jede Art von Selbsterlösung und Machbarkeit der Dinge durch den Menschen, die uns nicht Hoffnung und Zukunft verheißen, sondern letztlich erstarren lassen in lähmendem Entsetzen vor den vergänglichen Werken des Menschen“. Bischof Schraml feierte mit dem St. Pöltener Bischof DDr. Klaus Küng, ein Pontifikalamt im Dom.

Bereits am Samstag, 2. Mai, wurde im Diözesanmuseum die Ausstellung „St. Pölten im Mittelalter“ eröffnet. St. Pölten hat vom Passauer Bischof Konrad II. als erster Ort in Österreich das Stadtrecht erhalten. Konrad, der Sohn des heiligen Leopold – Markgraf von Österreich – war von 1148/49 bis 1164 Bischof von Passau. Er starb als Erzbischof von Salzburg im Jahr 1168.

Foto: (c) Bistum Passau


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