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Hugh O' Flaherty, der 'Scarlet Pimpernel' des Vatikans

7. Dezember 2007 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Wer ist der irische Monsignore aus dem Film "Im Wendekreis des Kreuzes”, der tausenden Juden und Kriegsflüchtlingen das Leben rettete? - Von Roland Noé.


Dublin (www.kath.net)
Spätestens seit der Verfilmung „Im Wendekreis des Kreuzes“ im Jahre 1983 hat Hugh O’ Flaherty, der „Scarlet Pimpernel“ des Vatikans, den Charakter der „Unsterblichkeit“ bekommen. Im kommenden Jahr jährt sich am 30. Oktober der 45. Todestag von Hugh O’Flaherty. Doch wer war dieser mutige Priester, der während der Nazi-Zeit in Rom viele tausende Juden und Kriegsgefangene vor den Nazis rettete?

Hugh O’Flaherty wurde am 28. Februar 1898 in Lisrobin in Irland geboren. Er studierte am Killarney-Seminar Theologie. 1922 ging er nach Rom, beendete dort seine Studien, machte mehrere Doktoratsabschlüsse und wurde am 20. Dezember 1925 zum Priester geweiht. Er blieb in Rom und war ab nun im Dienst des Vatikans tätig. Hugh war zuerst als Diplomat in Ägypten, Haiti, Santo Domingo und der Tschechoslowakei tätig. 1934 wurde er zum Monsignore ernannt. Danach wurde er Mitarbeiter im Heiligen Offizium.

Seine große Leidenschaft in der Freizeit war das Golfspielen. Er spielte regelmäßig mit Graf Ciano, dem Schwiegersohn von Mussolini und brachte es sogar zum Amateurgolf-Meister in Italien. Seine zweite Leidenschaft war das Boxen. Außerdem war er noch gut im Handball und Kugelstoßen.

Mit Kriegsbeginn änderte sich die Situation dramatisch. O’Flaherty erkannte von Anfang die Dämonie der Nazis und sah, wie auch in Rom unzählige Menschen unter der Verfolgung litten. Er konnte und wollte nicht tatenlos zusehen.

1943 begann er mit dem Aufbau einer geheimen Organisation und startete ein einmaliges Rettungsprojekt, das tausende Juden und Kriegsflüchtlinge vor dem Tode rettete. Er versteckte die Flüchtlinge in Klöstern, kirchlichen Gebäuden und in Privathäusern.

Die Arbeit war gefährlich. Sein größter Gegner war Herbert Kappler, der Chef der SS in Rom. Dieser erkannte bald, dass O’Flaherty ein Netzwerk aufgebaut hatte und wollte ihn verhaften und ermorden lassen. Doch selbst ein Mordversuch im Vatikan scheiterte.

Dem irischen Priester gelang es immer wieder, unentdeckt durch Rom zu gehen. Er verkleidete sich unter anderem als Bettler, als Postler, als Nonne und sogar als Nazi. Selbst ins Regina-Caeli-Gefängnis konnte er sich hineinschmuggeln, um dort einem befreundeten Priester die Beichte abzunehmen.

Zu seinen engsten Mitarbeitern zählte Chetta Chevalier aus Malta, die selber Flüchtlinge in ihrem Haus versteckte, und Delia Murphy, die Frau des irischen Botschafters. Außerdem waren Sam Derry aus England sowie Aurelio Borg und Ugolino Gatt beteiligt. Ein weiterer Mitarbeiter war der Malteser Egidio Galea, der am 3. Januar 2005 als letzter dieses Rettungsbundes im Alter von 86 Jahren starb.

Als die Alliierten im Juni 1944 Rom eroberten, war die Besetzung der Ewigen Stadt vorbei. Herbert Kappler wurde gefangen genommen und zu lebenslanger Gefängnishaft verurteilt. Jeden Monat hatte Kappler einen Besucher: Hugh O’Flaherty. 1959 konvertierte Kappler im Gefängnis zum Katholizismus und wurde von O’Flaherty getauft.

Von den knapp 10.000 römischen Juden wurden 1.007 nach Auschwitz gebracht. Der Großteil wurde mit kirchlicher Hilfe versteckt: Alleine 3.000 Juden waren in Castel Gandolfo untergebracht, der Rest in anderen Kirchengebäuden und in Privathäusern.

Nach dem Krieg bekam Hugh O’Flaherty für seine Verdienste zahlreiche Ehrungen. Er bekam die „Medal of Freedom“ der USA und wurde zum Kommandeur des Britischen Empire ernannt. 2003 wurde er von Israel mit dem Titel „Gerechter unter allen Nationen” geehrt. Er war der erste Ire, der diese Auszeichnung bekam.

Nach dem Kriegsende hatte O’Flaherty eine staatliche Pension durch Italien abgelehnt. 1960 erlitt er während einer Heiligen Messe eine Herzattacke. Er wurde nach Irland überstellt. Dort wohnte er in Cahirciveen bei seiner Schwester Bride Sheehan.

Am 30. Oktober 1963 starb er im Alter von 65 Jahren im Haus seiner Schwester. Sein Tod sorgte in der New York Times für eine Schlagzeile auf der Titelseite und wurde weltweit gemeldet. Die Schlagzeile lautete überall: „The Pimpernel is Dead”. Seit Jahren wird sein Grab von Gläubigen besucht und Hugh O’Flaherty wird noch heute mit Anliegen bestürmt. Eine Seligsprechung des irischen Monsignore ist nicht ausgeschlossen.

Im Killarney National Park in Irland befindet sich heute das einzige Denkmal zur Erinnerung an den Monsignore. Bei der Pflanzung der Hugh-O’Flaherty-Bäume im Park hatte der irische Dichter Brendan Kennelly folgendes Gedicht geschrieben:

Hugh O’Flaherty’s Trees

There is a tree called freedom and it grows
Somewhere in the hearts of men,
Rain falls, ice freezes, wind blows,
The tree shivers, steadies itself again,
Steadies itself like Hugh O’Flaherty’s hand,
Guiding trapped and hunted people, day and night,
To what all hearts love and understand,
The tree of freedom upright in the light.

Mediterranean Palm, Italian Cypress, Holm Oak, Stone Pine;
A peaceful grove in honour of that man,
Commemorates all who struggle to be free.
The hurried world is a slave of time,
Wise men are victims of their shrewdest plans.

Ein Nachtrag: Warum wurde Hugh eigentlich „Scarlet Pimpernel” (dt. Ackergauchheil, lt. Anagallis arvensis) genannt? Das Ackergauchheil blitzt einem im Sommer oft im Gemüsebeet mit leuchtend hellroten Sternblüten entgegen. „Scarlet Pimpernel“ lautet ein berühmter Roman von Baroness Emmuszka Orczy (1905). Die Figur des Scarlet Pimpernel ist im angelsächsischen Raum so populär wie Zorro oder Batman. Die Geschichte erzählt vom unerschrockenen Helden, dessen Identität niemand kennt.



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