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Schulkollegen: Prevost half allen bei den Hausaufgaben

18. Mai 2025 in Chronik, 2 Lesermeinungen
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Klassenkameraden erinnern sich an Schulzeit des nunmehrigen Papstes Leo XIV.: Vielseitig begabt und engagiert, intelligent und dennoch zu Scherzen aufgelegt.


Washington (kath.net/ KAP)
Nachdem Papst Leo XIV. bei seiner Wahl zum Papst vergangenen Donnerstag in der Öffentlichkeit noch kaum ein Begriff war, werden nun durch inzwischen aufgetauchte Berichte von Zeitzeugen zunehmend Details zu seiner Biografie bekannt. Robert Prevost, so sein bürgerlicher Name, war in seiner Gymnasialzeit ein außerordentlich begabter und vielseitig engagierter und zu Scherzen aufgelegter Schüler - der bei seinen Kommilitonen zudem für seine Hilfsbereitschaft bekannt war. Das geht aus von der "Chicago Sun Times" veröffentlichten Berichten hervor.
Prevost sei in der Volksschulzeit "immer der Klügste in der Klasse" gewesen, erinnerte sich sein Mitschüler Joseph Merigold daran zurück. Die Sitzplätze seien damals nach Noten vergeben worden, und er habe dabei stets den Platz ganz hinten bekommen. Zu Scherzen sei der spätere Papst dennoch aufgelegt gewesen: "Er hat mich ständig mit dem Bleistift in den Hinterkopf gepiekt - einfach, weil ich selbst ein Spaßvogel war", so Merigold. Prevost habe definitiv Humor gehabt, auch wenn er nicht besonders extrovertiert war.

Ehemalige Mitschüler gaben demnach an, man habe bereits früh gespürt, dass Prevost eine geistliche Berufung hatte. "Es war damals ziemlich offensichtlich, dass er diesen Weg gehen würde", sagte John Doughney. "Für ihn war es eine echte Berufung." Andere erinnerten sich an seine Ernsthaftigkeit - und seinen Humor.
Marianne Angarola, eine weitere ehemalige Mitschülerin, sagte: "Er konnte gut singen, hat sich um die Menschen gekümmert und das Gute im Leben gesucht." In der Schule sei er der "Stolz aller Priester und Nonnen" gewesen.


Nach der achten Klasse schlug Prevost einen anderen Weg ein als viele seiner Mitschüler: Statt wie seine Brüder auf die Mendel Catholic Prep zu gehen, wechselte er an die inzwischen geschlossene St. Augustine Seminary High School in Holland, Michigan - eine damals nur etwa 65 Schüler umfassende Vorbereitungsschule des Augustinerordens, dem er später beitreten sollte - ein klares Zeichen seiner frühen Berufung zum Ordensleben.
Ausführlichere Darstellungen aus der Gymnasialzeit lieferte ebenfalls in der "Chicago Sun Times" Becket Franks, nunmehr Benediktinermönch aus dem Kloster St. Procopius im US-Bundesstaat Illinois. Franks war eine Schulstufe über jener von Prevost, "aber bei so kleinen Klassen kannte man sich alle", sagte der Ordensmann. In Chor und Theater seien beide gemeinsam gegangen und hätten somit ständig zusammengearbeitet. Der 1955 in Chicago geborene Robert sei - wie im englischen üblich - als "Bob" bekannt gewesen und habe mit diesem Kurznamen auch unterschrieben.

Auch Frank beschrieb seinen früheren Mitschüler als außergewöhnlich klug, zudem auch als bescheiden und hilfsbereit: "Er war bekannt als der 'Tutor' der Schule - wenn du Probleme mit deinem Englischaufsatz hattest: Geh zu Prevost. Schwierigkeiten mit Mathe? Geh zu Prevost. Wenn du ein Geschichtsprojekt nicht verstanden hast - geh zu Bob. Und Bob hat uns geholfen." Ein Zeitungsausschnitt aus dem Jahr 1972 bescheinigt Prevost herausragende Leistungen beim standardisierten "Preliminary Scholastic Aptitude Test" (PSAT/NMSQT). "Er war in allem drin, wusste über alles Bescheid - und es fiel ihm leicht. Und er hat uns alle mitgezogen", so der einstige Kommilitone.
Prevost, so berichtet Franks weiter, habe zudem schon in jungen Jahren fließend Französisch gesprochen, sei im Schülerparlament als Vizepräsident aktiv gewesen, war Schulsprecher der Abschlussklasse und Senator beim landesweiten Schülerkongress in Lansing, habe weiters den Jahresbericht redigiert und sich mit ruhigem Humor in die Gemeinschaft eingebracht. Er war auch Mitglied der National Honor Society, Präsident des Büchereivereins und engagierte sich im Missionsclub - was man als frühe Vorahnung seines späteren Weges deuten könnte.

Nach einer Charakterisierung befragt, erinnerte sich der Benediktiner an Prevosts "bodenständige Persönlichkeit mit trockenem Witz und dem typischen Charme des Mittleren Westens". Der nunmehrige Papst habe schon als Jugendlicher einen guten Witz zu schätzen gewusst und sei für eine Portion Heiterkeit offen gewesen. "Er war ruhig und ernst, aber mit einem feinen Humor. Dafür hatte er wirklich Sinn - aber auf leise, zurückhaltende Art. Wenn er dieses schelmische Grinsen im Gesicht hatte, wusste man: Jetzt lacht er gleich."
Prevosts Weg führte ihn nach der Schulzeit ins Noviziat der Midwest-Augustiner, wo er 1978 die ersten Gelübde ablegte. 1982 wurde er zum Priester geweiht. Jahrzehntelang arbeitete er als Missionar in Peru, später wurde er Provinzial in Chicago und schließlich Generalprior seines Ordens. 2015 folgte die Ernennung zum Bischof von Chiclayo, 2023 dann zum Präfekten der Bischofskongregation im Vatikan. Ein Jahr später wurde er Kardinal - und am vergangenen Donnerstag schließlich zum Papst gewählt und nahm den Namen Leo XIV. an.

Copyright 2025 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

Foto: Leo XIV. erklärt seine Namenswahl und Programm den Kardinälen (C) Holy See Press Office

 


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