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Kardinal Müller warnt vor Spaltungsgefahr der Kirche, falls kein rechtgläubiger Papst gewählt wird

28. April 2025 in Weltkirche, 11 Lesermeinungen
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Der emeritierte Präfekt der Glaubenskongregation und wahlberechtigte Teilnehmer des kommenden Konklaves betonte erneut, dass die Wertungen „liberal“ und „konservativ“ im Zusammenhang mit der katholischen Kirche nicht zutreffend sind.


Vatikan (kath.net/pl) Die katholische Kirche riskiert ein Schisma, sollte sie keinen rechtgläubigen Papst wählen, warnte der deutsche Kardinal Gerhard Müller im Vorfeld des Konklaves. Der emeritierte Präfekt der Glaubenskongregation äußerte sich gegenüber der „Times“, wie der „Catholic Herald“ berichtete. Er betonte erneut, dass die Wertungen „liberal“ und „konservativ“ im Zusammenhang mit der katholischen Kirche nicht zutreffend seien. Müller führte aus, dass die innerkirchliche Spaltung tiefer gehe. Der neue Papst, sagte er, „muss rechtgläubig sein – weder liberal noch konservativ“.

Der 77-Jährige, der am bevorstehenden Konklave wahlberechtigter Teilnehmer sein wird, erläuterte, es gehe nicht um Konservative und Liberale, sondern um Orthodoxie und Häresie. Er fügte hinzu: „Ich bete, dass der Heilige Geist die Kardinäle erleuchtet, denn ein häretischer Papst, der täglich [seine Einschätzungen] wechselt, je nachdem, was die Massenmedien berichten, wäre verheerend.“


Der nächste Papst, argumentiert Müller, sollte nicht „auf den Applaus der säkularen Welt hoffen, die die Kirche als humanitäre Organisation“ mit einem Auftrag zur Sozialarbeit verstehe.

Gleichzeitig bezeichnete Müller aber den verstorbenen Papst Franziskus als „guten Mann“, obwohl sie in vielen Punkten unterschiedlicher Meinung gewesen waren. Müller listete seine Differenzen mit Franziskus auf, angefangen mit der Entscheidung des verstorbenen Papstes im Jahr 2023, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen. Papst Franziskus sagte damals: „Wir können keine Richter sein, die nur leugnen, zurückweisen und ausschließen“, doch dieser Schritt löste enorme Kontroversen aus, da Bischöfe in Afrika und Asien die Segnungen verweigerten. Auch den Fokus des Franziskus-Pontifikats auf Migranten und Umwelt kritisierte er.

Müller sagte wörtlich: „Papst Franziskus genießt in den Massenmedien ein hohes Ansehen, und es besteht die Gefahr, dass [die Kardinäle] sagen: ‚Wir sollten [so] weitermachen‘.“ Stattdessen, so sagte er, „haben sie [beim Konklave] die Verantwortung, einen Menschen zu wählen, der die Kirche in der offenbarten Wahrheit vereinen kann.“ Er fügte hinzu: „Ich hoffe, die Kardinäle lassen sich nicht so stark von dem beeinflussen, was sie in den Schlagzeilen lesen.“

Fast 80 Prozent der 135 wahlberechtigten Kardinäle wurden von Franziskus gewählt, was auf eine mögliche sogenannte liberale Mehrheit im Konklave hindeuten könnte, kommentierte „The Times“. Die Ansichten vieler werden sich jedoch erst zeigen, wenn sie sich mit ihren Kardinalskollegen bei den Generalkongregationen treffen, die die späteren Abstimmungen durchaus beeinflussen könnten.

Auf die Frage, ob er bei diesen Treffen des Präkonklave, die nach Franziskus' Beerdigung nun an Fahrt aufnehmen, für seine Interpretation des lehramtsorientierten Katholizismus werben werde, antwortete Müller: „Ich muss das tun; ich bin das meinem Gewissen schuldig.“

Die Alternative, warnte er, sei allerdings eine Kirche, die Gefahr laufe, sich zu spalten, wenn kein „rechtgläubiger“ Papst gewählt werde. Kein Katholik ist verpflichtet, einer falschen Lehre zu gehorchen. Katholizismus bedeutet nicht, dem Papst blind zu gehorchen, ohne die Heilige Schrift, die Tradition und die Lehre der Kirche zu respektieren.“


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