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Ägypten: Katholiken gedachten der koptischen Märtyrer von Libyen

17. März 2025 in Chronik, 4 Lesermeinungen
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Vor zehn Jahren wurden 20 koptische Christen aus Ägypten und ein junger Ghanaer in Libyen von IS-Terroristen brutal ermordet - Die Opfer wurden inzwischen als Glaubenszeugen auch in die offizielle römisch-katholische Märtyrerliste aufgenommen


Kairo/Wien (kath.net/KAP) Das römisch-katholische Vikariat in Ägypten lud vor Kurzem zu einer Pilgerfahrt in die ägyptische Stadt Samalut, wo der 21 Märtyrer gedacht wurde, die 2015 von Terroristen des "Islamischen Staates" in Libyen ermordet worden waren. Das berichtete der "Pro Oriente"-Informationsdienst am Donnerstag unter Berufung auf das Infoportal "abouna.org". Die Wallfahrt mit mehr als 300 Teilnehmenden wurde von Bischof Claudio Lurati geleitet. Die Märtyrer werden weit über die Koptische Kirche hinaus verehrt.

In der Kirche der Märtyrer, die nach der Ermordung der 21 errichtet wurde und in der auch die sterblichen Überreste der Märtyrer ruhen, fand ein Gottesdienst statt, der auch von orthodoxen Pilgern mitgefeiert wurde, wie es hieß. Sr. Chiara Latif vom Pastoralbüro des römisch-katholischen Vikariats erläuterte die Grundintention der Wallfahrt, die die alle Menschen verbindenden Werte von Solidarität und Liebe fördern und den katholischen Christinnen und Christen in Ägypten das Lebenszeugnis der koptischen Märtyrer näher bringen soll, "die trotz ihrer Einfachheit bis zum letzten Moment an ihrem Glauben festhielten". Der koptisch-orthodoxe Pfarrer der Märtyrer-Kirche berichtete den katholischen Pilgern vom Leben der Märtyrer.


Die 21 Opfer waren als Gastarbeiter in Libyen beschäftigt, als sie von IS-Terroristen entführt wurden. Diese versuchten, die Männer durch Folter zum Übertritt zum Islam zu bewegen. Doch alle blieben standhaft und wurden deshalb vor laufenden Kameras an einem Strand in Libyen enthauptet. Das Video ihrer Enthauptung wurde am 15. Februar 2015 von dschihadistischen Websites online gestellt. Nur eine Woche nach dem Massaker beschloss der koptisch-orthodoxe Papst-Patriarch Tawadros II., die 21 Märtyrer in das Synaxarium, das Buch der Märtyrer der koptischen Kirche, aufzunehmen. Ihr Gedenktag wird am 15. Februar gefeiert. Die koptisch-orthodoxen Christinnen und Christen Ägyptens verehren sie als Heilige. Zum Gedenken an die Märtyrer wurde in Samalut eine neue Kirche gebaut.

Bei den Recherchen über die Märtyrer stellte sich heraus, dass es ursprünglich um 20 koptische Gefangene der IS-Terroristen ging. Der 21. Märtyrer war ein Bürger aus Ghana, eigentlich ein Nichtchrist. Angesichts der Bekenntnistreue der Kopten hatte er auf die Frage der IS-Terroristen, ob er Jesus als "wahren Gott und wahren Menschen" bekenne, geantwortet: "Ihr Gott ist mein Gott", obwohl ihm bewusst war, dass er damit sein Leben verwirkt hatte.

Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn besuchte 2016 die Familienangehörigen der Ermordeten in Ägypten. Er zeigte sich im Anschluss zutiefst beeindruckt vom Lebenszeugnis der Märtyrer und von der christlichen Art und Weise, wie die Hinterbliebenen damit umgingen.

Im Mai 2023 besuchte Papst Tawadros II. Papst Franziskus im Vatikan. Bei dem Treffen verkündete Franziskus, die Namen der 21 Getöteten als Zeichen der geistlichen Verbindung beider Kirchen in das Römische Martyrologium aufzunehmen, also in die römisch-katholische Märtyrerliste. "Diese Märtyrer haben mit ihrem Blut Zeugnis für die Einheit aller abgelegt, die Jesus nachfolgen", sagte Franziskus zu Tawadros bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz.

Die Aufnahme nicht-katholischer Glaubenszeugen in die offizielle römische Märtyrerliste ist ausgesprochen selten. Papst Johannes Paul II. (1978-2005) hatte bereits im Jahr 2001 veranlasst, dass einige orthodoxe und orientalisch-orthodoxe Märtyrer in dieser Liste geführt werden.

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