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„Islamistischer Hass nicht revolutionär – Nicht Terror bedeutet Befreiung, sondern Demokratisierung“

26. November 2024 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
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Islamismusexperte Ahmad Mansour: „Wenn es heißt: ‚Befreit Gaza!‘ ergänze ich: ‚von der Hamas!‘ Und staune über die Leute, die mitten in der liberalen Demokratie an mörderische Terrorgruppen glauben wollen.“


Berlin-Jerusalem (kath.net) „Ich bin Palästinenser, israelischer Araber. Und ich staune über die tausenden von Linken und anderen an Unis in Europa oder Amerika, die Leuten wie mir das Land meiner Herkunft erklären wollen.“ Das schreibt Ahmad Mansour auf X. Mansour (Link) ist moderater Muslim arabisch-palästinensischer Herkunft mit deutscher und mit israelischer Staatsangehörigkeit. Er setzt sich seit Jahren für einen „Euro-Islam“ ein und arbeitet in Programmen der Extremismusprävention mit. Er lebt mit seiner Familie in Berlin unter Polizeischutz.

„Die Wege, die die palästinensische Führung und Gesellschaft in den letzten Jahren gegangen sind, halte ich für falsch und zerstörerisch“, stellt er fest. „Es gibt einen anderen Weg – es muss einen anderen Weg geben.“ Dann kritisiert er: „Doch genau hier sehe ich ein großes Hindernis: die Pro-Palästina-Bewegungen im Westen. Sie leisten meiner Meinung nach keinen nennenswerten Beitrag zum Frieden. Im Gegenteil: Sie verhindern das Umdenken, das mein Volk dringend braucht. Sie nähren Narrative, die uns in der Opferrolle festhalten, anstatt Verantwortung zu übernehmen und nach Lösungen zu suchen, die wirklich etwas verändern.“


In seinem bewegenden Doppeltweet schildert er, wie auch seine eigene Jugend und seine palästinensische Herkunftsfamilie von den Konflikten zutiefst geprägt worden waren. „Ich wurde Islamist und hörte andächtig die Kampflieder der Hamas und der Muslimbruderschaft. Es drehte sich immer um die Befreiung Palästinas, um den Kampf gegen Israel, gegen Juden.“

Er habe in seiner Jugend den Konflikt gesucht, erzählt er. „Jeden Donnerstagabend fuhr ich nach Jerusalem, um in der Al-Aqsa-Moschee zu übernachten, zu beten, und um Israels Soldaten und Polizisten zu provozieren. Ich hasste Israelis, ich hasste Juden. Mein politischer Traum war, dass der Staat Israel verschwindet. Egal, was in unserem Leben nicht gut lief: Schuld waren immer ‚Israel und die Juden!‘. Immer.“

Doch dann habe er „Islamismus und Judenhass überwunden. Ich habe studiert, mich mit der Geschichte der Shoah befasst, jüdische Freunde gefunden.“

Einen Tag später veröffentlich Mansour eine Sammlung von Beschimpfungen, die direkt an ihn gerichtet waren. Er schreibt dazu: „Es hat mich enorme Überwindungskraft gekostet, meine persönliche Geschichte zu erzählen. Aber diese Empathielosigkeit, dieser Hass – sie treffen mich ins Herz. Es tut weh … so sehr.“

Archivfoto Ahmad Mansour (c) Wikipedia/Elena Ternovaja/CC BY-SA 3.0

 

 


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