Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  2. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  3. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  4. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  5. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  6. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  7. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  8. Pax tecum – Wenn der Papst über Frieden spricht
  9. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  10. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  11. Papst ruft zu christlichem Lebensstil im Urlaub auf
  12. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  13. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  14. Papst Leo: „So können wir als Christen das Alter leben: gebrechlich, aber zugleich berufen“
  15. Leo beruft den lehramtstreuen US-Erzbischof Cordileone in die Apostolische Signatur

Alle Macht den synodalen Räten?

19. November 2024 in Kommentar, 8 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Der deutsche Synodale Weg folgte einem säkular-politischen Pfad, der immer weiter von Bibel, Konzil und Kirche wegführt.“ Gastbeitrag von Hubert Hecker


Limburg (kath.net) Nach einem Bericht der Limburger Kirchenzeitung ‚Der Sonntag‘ vom 24.10.2024 soll mit einer neuen Leitungsstruktur im Rahmen des neuen Diözesanstatuts „die Konzentration von Macht auf eine Person oder ein Gremium verhindert werden“. Diese Zielbestimmung wurde auf dem Synodalen Weg aus der „Aufarbeitung des Missbrauchsskandals“ entwickelt. Doch der Begründungszusammenhang ist falsch. Denn das wissenschaftliche Missbrauchsgutachten von 2018 konnte in keiner der Teilstudien Machtkonzentration als relevante Ursache von Missbrauch herausfinden. Gleiches gilt für systemische, sogenannte kirchenspezifische Ursachen, ein Konstrukt der Bischöfe Marx und Bode. Noch auf der vatikanischen Bischofssynode versuchte Bischof Bätzing, den Begriff ‚systemische Ursachen für Missbrauch‘ im Abschlussdokument zu verankern. Als das nicht gelang, stimmte er indigniert gegen die entsprechende Passage (vgl. Die Tagespost vom 7.11.2024).

Einen weiteren Beleg für die Fehleinschätzung von kirchlicher Macht als Missbrauchsursache liefert die evangelische Missbrauchsstudie ForuM. Sie hat gezeigt, dass die Strukturen der evangelischen Kirche als „antihierarchisch und grundlegend partizipativ“ (also ohne sogenannten Machtkonzentrationen) zu einer ebenso hohen Prozentzahl an Missbrauchsfällen von protestantischen Pastoren führten. Nach der Strukturtheorie müssten die partizipativen und geschwisterliche Strukturen der evangelischen Kirche in gleicher Weise missbrauchsbegünstigend gewirkt haben. Angesichts dieser Ergebnisse erklärte der Missbrauchsforscher Großbölting seine frühere Warnung vor klerikaler Machtkonzentration für verfehlt.


Die Begriffe „Machtkonzentration“ und deren Verhinderung durch „Gewaltenteilung“ sind Kategorien aus staatspolitischen Ansätzen, die auf kirchliche Verfahren und Legitimationen nicht anwendbar sind. Denn Beratungen, Beschlüsse und Entscheidungen von Papst, Bischöfen und synodalen Gremien sind im Geiste und nach Maßgabe von Schrift und Glaubenslehre der Kirche zu fassen – und nicht im Streit von gegensätzlichen Ansätzen und gleichwertigen Interessen von Parteien und gesellschaftlichen Gruppen auszufechten.

Zu den Aufgaben des neuen Leitungsgremiums im Bistum Limburg, dem „Diösesansynodalrat“, gehören, „den Bischof zu beraten“ und zu „entscheiden über mittel- und langfristige Ziele“ des Bistums. Der Bischof habe sich grundsätzlich an die Mehrheits-„Beschlüsse des Gremiums zu binden“. Beide Elemente, sowohl die Letztentscheidung für Bistumsziele durch ein mehrheitliches Laiengremium als auch die geforderte Selbstbindung des Bischofs an die Gremiumsbeschlüsse widersprechen den fundamentalen Prinzipien der hierarchischen Kirche, wie sie im Konzil bestätigt wurden. Daran rüttelt auch das Abschlusspapier der Weltsynode in Rom nicht. Nach dem Dokument sollen bei kirchlichen Beratungsprozessen (decison making) möglichst viele Katholiken einbezogen werden, während die abschließende Entscheidung (decison taking) allein in der Verantwortung von Papst, Bischöfen und Pfarrern liegt, so die Einschätzung vom Synodenbischof Stefan Oster.

Die Synode in Rom hat auch methodisch einen völlig anderen, eben kirchlich-christlichen Ansatz für das gemeinsame Beratungsgespräch entwickelt als der deutsche Synodale Weg: das gegenseitige vertrauensvolle Hören, die geistliche Unterscheidung, das Streben nach ‚Umkehr‘ (in vier der fünf Dokumentenüberschriften benannt) und die Ausrichtung auf missionarische Jüngerschaft – so die Erklärung der Bischöfe Woelki, Hanke, Oster und Voderholzer. Dagegen war auf dem Synodalen Weg Kampfstimmung angesagt im Sinne einer parlamentarischen Auseinandersetzung, bei der die liberale Mehrheit teilweise mit unlauteren Methoden, jedenfalls mit massivem Druck und Abstimmungstricks ihre Themen und Tendenzen durchstechen wollte und konnte.

Festzustellen bleibt: Drei der vier Hauptthemen des Synodalen Wegs: Zölibat, Sexualmoral und Teilhabe von Frauen am sakramentalen Weiheamt sind für das Abschlussdokument der römischen Synode irrelevant. Die Frage der Macht wird in dem Papier mit dem genuin kirchlichen Ziel eines gemeinsamen, geistlichen Wegs der Kirche beantwortet – und eben nicht mit politischer Gewaltenteilung, parlamentarischer Auseinandersetzung und aggressiver Mehrheitsbeschaffung in laiendominierten Gremien.

Der Synodale Weg folgte einem säkular-politischen Pfad, der immer weiter von Bibel, Konzil und Kirche wegführt. Die Ziel-Parole: Brecht die Macht der hierarchischen Klerikalen – Alle Macht den synodalen Räten! – soll auf nationaler Ebene mit dem deutschen Synodalrat erreicht werden und auf Bistumsebene mit dem Diözesanrat, mit dem in Limburg der Anfang gemacht wurde.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  5. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  6. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  7. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  8. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  9. Kardinal Burke: ‚Die Synodalität muss gestoppt werden‘
  10. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  11. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber
  12. Leo beruft den lehramtstreuen US-Erzbischof Cordileone in die Apostolische Signatur
  13. Birkenstock springt auf "Nun Girl Summer"-Trend auf: Animierte Filz-Nonne in Birkenstock-Sandalen
  14. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  15. Irrtümer über den Jakobsweg

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz