SucheSuchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln: 



Top-15meist-diskutiert- Vom Elend der Fürbitten
- Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
- Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
- Der entschärfte Gott
- Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
- EuGH-Urteil: Deutscher Kirchenaustritt kein automatischer Kündigungsgrund
- Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
- Papst Leo auf Versöhnungskurs
- „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
- "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"
- Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
- Peinlich - Deutsche Protestanten glauben mehrheitlich nicht an den dreieinigen Gott
- Realitätsverlust im Bistum Chur
- Muslime wählen SPD und Linke, Christen wählten CDU
- Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
| 
Jesus-Latschen14. Juli 2024 in Spirituelles, keine Lesermeinung Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Gedanken zum Sonntag von Prälat Wilhelm Imkamp.
Regesburg (kath.net)
Schon immer stellte sich im Sommer die Frage: Was trägt Mann (Frau) an den Füßen? Da gibt es von Sneakers, über die Jesus-Latschen bis hin zu den Flip-Flops durchaus eine reiche Auswahl. Da hat die Sandale, eine mit Riemen am Fuß befestigte Sohle, meist ohne Absatz, ihren Auftritt, auch in der Bibel.
Schon Moses musste seine Fußbekleidung ausziehen, als er sich dem brennenden Dornbusch näherte und der assyrische Feldherr Holofernes sah als letztes in seinem Leben die Sandale am Fuße der Judith.
Davon war er so begeistert, dass er, um sie näher in Augenschein zu nehmen, den Nacken beugte, was Judith die Gelegenheit zum finalen Schlag bot. Bei der im Tagesevangelium geschilderten Aussendung der zwölf Apostel finden wir sie auch, sie soll nämlich angezogen werden, d. h. keine Luxusstiefel für die Füße, sondern nur das absolute Minimum. Und selbst das war ja bei der ähnlichen Schilderung im Lukasevangelium noch verboten (Lk 10,3). Fundamentalisten, die sich in buchstäblicher Evangeliumstreue wähnten, schickten ihre Jünger dann auch gerne barfuß in die Welt. 
Doch, wie meistens, die Fundamentalisten lagen falsch. Denn nicht nur Sandalen waren ja nach Markus erlaubt, sondern wir erfahren, dass Petrus sogar bei seiner Befreiung aus dem Kerker des Herodes seine Schuhe (!) anziehen und seinen Mantel umwerfen sollte. Das erzählt der gleiche Lukas (Apg 12,8), der in seinem Evangelium sogar die Sandale verboten sein ließ. Schauen wir genau hin. Jesus ruft seine zwölf Apostel, er gab ihnen – und nur ihnen – von seiner Vollmacht.
Und damit verknüpfte er auch Ausführungsbestimmungen, die sicherstellen sollten, dass sich die sechs Apostelpaare auf nichts anderes verließen, als auf sein Wort. Besitzlosigkeit bedeutet hier Marscherleichterung und Marschtemposteigerung. Inhalt ihrer Sendung ist es, unreine Geister auszutreiben, zur Umkehr zu ermutigen und Kranke durch Salbung zu heilen. Auch für den Fall eines Misserfolges gab es eine klare Anweisung. Die Jünger sollten den Staub des Ortes von den Sandalen schütteln, das bedeutet, die Gemeinschaft aufheben (exkommunizieren) und dem Gericht überantworten.
Aber diese Erfahrung blieb den Jüngern erspart. Sie trieben Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie. Die Sendung der Apostel war zeitlich befristet. Sie selbst standen ja erst am Anfang der Nachfolge. Es war eine Art Pastoralpraktikum! In der Salbung mit Öl hatte Jesus schon die Krankensalbung angedeutet, insinuiert, wie das Konzil von Trient gelehrt hat. Jesus beruft also zwölf Männer, bevollmächtigt sie, die Welt zu entdämonisieren und Kranke mit Öl zu salben und zu heilen.
Die Praktikumserfahrung wird nach Pfingsten zum Lebensinhalt der Apostel, zur sakramentalen Wirklichkeit der Kirche. Halten wir uns also nicht lange bei den Sandalen, Sneakers oder Flip-Flops unserer Tage auf. Es geht darum, im Auftrag Jesu Umkehr zu verkünden, die Welt zu entdämonisieren, d. h. aus ihren Vorläufigkeiten und Plausibilitäten zu befreien, den Kranken beizustehen, ohne dass wir Äußerlichkeiten viel Gewicht geben. Dieser Verkündigungs- und Heilungsauftrag gilt auch dann, wenn man uns entgegenhält: „Hier darfst Du nicht mehr als Prophet reden, das hier ist ein Heiligtum des Königs und ein Reichstempel“ (Am 7,15). Wer meint, die Botschaft Jesu nur barfuß oder in Sandalen verkünden zu müssen, wird das Schicksal des Holofernes erleiden, der auf Judiths Sandale fixiert war.
Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net) kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen. | 
Mehr zu | 





Top-15meist-gelesen- kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!!!
- Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
- Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
- Realitätsverlust im Bistum Chur
- „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
- Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
- Vom Elend der Fürbitten
- Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
- Einladung zur Novene zum Hl. Josef
- Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
- Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
- Papst Leo auf Versöhnungskurs
- Papst bezieht diesen Samstag seine Wohnung im Apostolischen Palast
- Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
- Der entschärfte Gott
|