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Neue Aufregung rund um Franziskus-Äußerung zur Ukraine - Mut zur 'weißen Fahne'?

10. März 2024 in Aktuelles, 38 Lesermeinungen
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Dass Russland kein Interesse an Verhandlungen hat und die gesamte Ukraine erobern erobern möchte, wird von Franziskus in einem Interview ignoriert. UPDATE: Vatikan muss erneut Franziskus-Aussagen relativieren!


Rom (kath.net)

Papst Franziskus hat laut Medienberichten erneut mit unfassbaren Aussagen zum Angriff von Russland auf die Ukraine für Aufsehen gesorgt. Laut N-TV soll er gegenüber dem Schweizer Fernsehen in einem Interview die Ukrainer aufgefordert haben, eine "weiße Fahne" zu hissen und ein Ende des Krieges mit Russland auszuhandeln. So behauptet Franziskus, dass der Stärkste derjenige sei, der die Situation betrachte und  an die Menschen denke und den Mut habe zu verhandeln.

"Wenn man sieht, dass man besiegt wird, dass die Dinge nicht gut laufen, muss man den Mut haben, zu verhandeln. Schämt euch nicht, zu verhandeln, bevor es noch schlimmer wird.", meint Franziskus und übersieht klar, dass z.B. Putin-Vertrauter Medwedew vergangene Woche klar gemacht hat, dass die Ukraine als Teil Russlands bezeichnet werde und man die gesamte Ukraine erobern erobern möchte. Er gestand ein, dass man Null Interesse an Friedensverhandlungen habe. kath.net hat berichtet!

Ein jetzt bekannt gewordenes, geheimes Putin-Papier hat vergangene Woche auch das Märchen vom russischen "Friedenspapier' wiederlegt. Das "Wall Street Journal" bekam Einblick in ein von Russland vorgelegtes "Friedensabkommen" von April 2022. In dem Papier verlangten die Russen die totale Unterwerfung der Ukraine. kath.net hat berichtet!


Die meisten Ukrainer haben nach wie vor kein Interesse an Verhandlungen mit den Russen, weil sie inbesonders seit 2022 hautnah erleben mussten, was für unfassbare Verbrechen die Russen in der Ukraine angerichtet haben. So wurden tausende Ukrainer getötet, zahlreiche Frauen vergewaltigt und unzählige Kinder von den Russen verschleppt. Zahlreiche Dörfer und Städte wurden zerbombt.

Paul Ronzheimer, der bekannte BILD-Vize-Chefredakteur, der seit 2022 immer wieder aus der Ukraine berichtet, meinte zu den Papst-Aussagen auf X: "Der Papst ist für Frieden in der Ukraine einfach: Völlig egal. Das hat er schon ganz zu Beginn des Krieges bewiesen, als er nicht nach Kyiv kommen wollte, um sich schützend vor die Zivilisten zu stellen. Von „weißer Flagge“ zu sprechen, während in den gleichen Minuten Ukrainer in den besetzten Gebieten gefoltert, vergewaltigt und getötet werden, ist beschämend."

UPDATE von SONNTAG MORGEN:  Der Vatikan musste am Sonntag die Aussagen von Papst Franziskus relativieren. Ein Sprecher betonte, dass Franziskus nicht die Kapitulation Kiews gemeint habe, sondern vielmehr einen Aufruf zum Dialog durch Verhandlungen gemeint sei. Laut dem Sprecher hat der Papst die Metapher der weißen Fahne aufgegriffen, die der Interviewer vorgeschlagen hatte, um die Einstellung der Kämpfe zu bezeichnen. Franziskus wünsche sich vor allem eine diplomatische Lösung für einen "gerechten und dauerhaften Frieden".

 

In der Ukraine wird dies als Aufforderung zur Kapitulation verstanden und löst erboste Reaktionen aus. "Es erscheint merkwürdig, dass der Papst nicht zur Verteidigung der Ukraine aufruft, nicht Russland als Aggressor verurteilt, der Zehntausende Menschen tötet", schreibt etwa der frühere Abgeordnete und Vizeinnenminister Anton Heraschtschenko auf X. Und der ehemalige ukrainische Botschafter in Österreich, Olexander Scherba, nennt den Papst mit einem Bibelwort einen "Kleingläubigen". Schon aus früheren Papstäußerungen haben die Ukrainer das Gefühl, dass Franziskus mehr Verständnis für Russland aufbringt als für ihr angegriffenes Land. Der Vatikan versucht derweil, die Aussage des Pontifex einzufangen.

Foto: Opfer von den jüngsten Angriffen auf Odessa


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