Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  2. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  3. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  4. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  5. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  6. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  7. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  8. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  9. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  10. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  11. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  12. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden
  13. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  14. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  15. „Auf dass doch alle eins seien“ (Joh 17,21)

Lasttiere des Herrn

23. Dezember 2023 in Spirituelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Wir sind die Lasttiere Gottes, weil er uns in den Dienst nimmt und uns dorthin führt, wo vielleicht wir selbst nicht hingehen wollen… Wer sich Christus anvertraut, der wird ...“ Geistliche Betrachtung zum Weihnachtsfest von Thorsten Paprotny


Hannover (kath.net) Wenn wir inmitten der grausamen Kriege, der vielen sichtbaren und verborgenen Nöte in der Welt und auch angesichts der Wüsten der Gottferne in dieser Zeit, nach Bethlehem schauen, so mögen wir – trotz allem, was uns bewegt, bedrängt und bekümmert – voller gläubiger Dankbarkeit die Geburt unseres Erlösers Jesus Christus feiern und uns von Herzen freuen. Viele Katholiken in Deutschland werden auch an das letzte Weihnachtsfest zurückdenken, das unser verehrter, geliebter Papst Benedikt noch auf Erden feierte, ehe er am Gedenktag des Papstes Silvester für immer nach Hause gehen durfte. Ein Weggefährte auf seinem langen Lebensweg war der heilige Augustinus. Einige Gedanken aus dessen Weihnachtspredigt (siehe Link) mögen vielleicht auch uns heute berühren, bewegen und ins Herz treffen.

Er sprach zu den Gläubigen, die ihm zuhörten, von der Jungfrauengeburt. Verständlich sei es, weltlich gedacht, sich darüber zu verwundern. Die Leugnung der Jungfrauengeburt reichen heute bis in Theologie und Kirche hinein. Kann das wirklich wahr sein? So fragten sich auch Christen in der Antike. Ich erinnere mich daran, wie im Studium sich aufgeklärt wähnende Kommilitonen jene für töricht, einfältig und „primitiv“ hielten, die an diesem Glauben festhielten. Noch sehe ich die entsetzten Blicke einer Studentin vor mir, die mich anschaute und das letzte Wort wiederholte. Wir hatten beide nicht den Mut zu widersprechen, der Dozent schwieg. Wer die Jungfrauengeburt bezweifelt, der bezweifelt alles. Augustinus legt dar: „Er ist Gott. Laß deine Verwunderung fahren, gib Raum dem Lobpreis! Dein Glaube ist gefragt: glaube, daß es sich so verhält. Glaubst du nicht – dies geschah (dennoch) –, so bleibst du ein Ungläubiger.“ Zugleich weist er alle müßigen Grübeleien und Spekulationen ab. Manche Menschen denken geradezu zwanghaft nach, bleiben säkular gesinnt und befangen in den Gespinsten ihrer eigenen Gedanken. Sie halten sich für klug und wissend, unterscheiden zwischen dem, was man glauben kann, glauben sollte oder vernünftigerweise nur für ein frommes Märchen halten kann. Augustinus zeigt auf die Lichtspur der göttlichen Wahrheit: „Er geruhte Mensch zu werden: Was suchst du weiter zu ergründen? Scheint es dir zu wenig, daß Gott sich für dich erniedrigt hat? Gott wurde Mensch. Eng war seine Herberge, in Windeln gehüllt, wurde er in eine Krippe gelegt. Ihr habt es vernommen, als das Evangelium verlesen wurde. Wen wundert dies nicht? Jener, der die Welt erfüllte, fand keinen Platz in der Herberge; in die Krippe gelegt, wurde er Futter für uns.“


Der Name Bethlehem – „Haus des Brotes“ – erinnert uns daran, dass Gott, der sich nach der Liebe seiner Geschöpfe sehnte, selbst uns zur Speise geworden ist, die wir mit dem Leib Christi empfangen, auf dass wir uns von ihm erfüllen lassen, als „liebesdurchglühte Menschen“ – wie der junge Joseph Ratzinger eher nüchterne Worte des heiligen Thomas von Aquin übersetzte – Zeugnis geben für die anstößige Wahrheit des Glaubens, die wir am hochheiligen Weihnachtfest feiern, zu der wir uns gläubig und freudig bekennen dürfen und die vor den Augen der Welt bezeugen sollen, durch das Beispiel unseres eigenen Lebens. Das ist nicht immer einfach, oft mühsam und anstrengend, im Alltag und im Beruf, auch in der eigenen Familie. Schmerzhaft sehen wir, wie die Verhöhnung Christi bis mitten in die Kirche hineinreicht.

Augustinus erwähnt auch Ochs und Esel, die an die Krippe des Herrn treten. Wir sind als Gläubige somit auf gewisse Weise zu den Eseln Gottes erwählt: „Achte auf die Krippe, und schäme dich nicht, ein Lasttier deines Herrn zu sein! Christus wirst du tragen, so wirst du nicht in die Irre gehen und vom Weg abkommen. Der Weg selbst (Christus) sitzt auf dir. Erinnert ihr euch an jenen jungen Esel, der dem Herrn zugeführt wurde? Niemand schäme sich darüber, daß wir damit gemeint sind. Möge der Herr auf uns sitzen und uns lenken, wohin immer er will. Wir sind sein Lasttier auf dem Weg nach Jerusalem. Sitzt er auf uns, so werden wir nicht erdrückt, sondern erhöht; führt er uns, so gehen wir nicht in die Irre. Wir gehen zu ihm, wir gehen durch ihn. So gehen wir nicht zugrunde.“

Wir sind die Lasttiere Gottes, weil er uns in den Dienst nimmt und uns dorthin führt, wo vielleicht wir selbst nicht hingehen wollen, aber wohin er uns führen will. Wer sich Christus anvertraut, der wird nicht in die Irre gehen, sondern darf auf Vollendung hoffen. Jedes Jahr neu dürfen wir uns zu Weihnachten darüber freuen, dass wir zu einem Lasttier des Herrn erwählt sind – und dem Glauben der Kirche aller Zeiten und Orte treu bleiben dürfen, was immer in der Welt sich zutragen mag.

Dr. Thorsten Paprotny (siehe Link) lehrte von 1998-2010 am Philosophischen Seminar und von 2010 bis 2017 am Institut für Theologie und Religionswissenschaft der Leibniz Universität Hannover. Er publizierte 2018 den Band „Theologisch denken mit Benedikt XVI.“ im Verlag Traugott Bautz und arbeitet an einer Studie zum Verhältnis von Systematischer Theologie und Exegese im Werk von Joseph Ratzinger / Benedikt XVI.

kath.net-Buchtipp
Theologisch denken mit Benedikt XVI.
Von Thorsten Paprotny
Taschenbuch, 112 Seiten
2018 Bautz
ISBN 978-3-95948-336-0
Preis 15.50 EUR


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  3. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  4. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  5. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  6. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  7. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  8. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  9. Bischof Erik Varden bei Fastenexerzitien im Vatikan: „Tausende fallen“
  10. „Es ist verlockend aber zweifelhaft zu glauben, wir müssten mit den Moden der Welt Schritt halten“
  11. Mexiko in Angst: Priester spenden auf einem Dach eucharistischen Segen
  12. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  13. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  14. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  15. Varden: „Als Jesus erklärte, was es bedeutet, bei ihm zu bleiben und in das Reich Gottes einzugehen…

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz