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Sind wir „rechtskatholisch“?

17. August 2023 in Kommentar, 48 Lesermeinungen
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„Überhaupt kommt es den Deutschen auf den römischen Glauben nicht an, und wer heute noch den Glauben der Kirche teilt, wird in den aus Kirchensteuermitteln finanzierten Medien als ‚rechtskatholisch‘ diffamiert“. Kommentar von Joachim Heimerl


Linz (kath.net/joh) Seit Jahren verbreiten Bischof Bätzing, Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz, und seine „Synodalkatholiken“ das enervierende Narrativ, man dürfe ihnen nicht absprechen „katholisch“ zu sein.

Wie so oft, fehlt dafür jede Begründung und dies obwohl nach Bätzings Auffassung „katholisch“ ja immer „anders katholisch“ bedeuten soll. Das heißt im Klartext, dass man die Kirche jetzt einfach neu „gründen“ müsse, denn so, wie Jesus Christus sie gegründet hat, sei sie nach Bätzing nicht zukunftsfähig. Überhaupt sei die „Kirche“ lediglich das, was wir „seit 120 Jahren für Kirche halten“; was sie davor gewesen sei, lässt Bätzing geflissentlich offen.

Wer derlei Plattitüden für „katholisch“ hält, der mag dies tun. Ich tue es nicht und sage frank und frei: Bätzing und seine Leute sind nicht katholisch, und die Überzahl des deutschen Episkopates ist es – seien wir ehrlich – ja auch nicht.

Die „deutsche“ Kirche befindet sich im Schisma, auch wenn das niemand zugeben will: Die deutschen Bischöfe fürchten nur noch um ihren Einfluss auf die Weltkirche, in Rom fürchtet man dagegen nur ums deutsche Geld.

Je länger diese Pattsituation dauert, umso mehr verfestigt sich die Spaltung; derzeit wird in Rom über die Lösung der „deutschen Frage“ diskutiert, mit anderen Worten: der deutsche Sonderweg soll notdürftig „katholisch“ übertüncht werden, „römisch-katholisch“ wäre er dann aber auch nicht mehr.

Überhaupt kommt es den Deutschen auf den römischen Glauben nicht an, und wer heute noch den Glauben der Kirche teilt, wird in den aus Kirchensteuermitteln finanzierten Medien als „rechtskatholisch“ diffamiert und in die Schmuddelecke geschoben, in Richtung AfD und am liebsten noch ein Stückerl weiter, dorthin wo sich die Schnauzbärte der Geschichte tummeln und anderes Gelichter.


In einer Zeit, in der man ohnehin gesellschaftlich auseinanderdriftet, ist es leicht mit banalen Etikettierungen zu hantieren, und dies erst recht, wo theologische Begriffe fehlen. Was soll den „rechtskatholisch“ eigentlich sein, außer dass es halt nicht „synodalkatholisch“ ist?

Bin ich wirklich „rechts“, wenn ich glaube, was im Katechismus steht und wenn ich an dem festhalte, was uns seit der Zeit der Apostel überliefert ist?

Bin ich „rechts“, wenn ich mich ans Lehramt der 21 Konzile halte und nicht nur an den vagen „Geist“ des letzten Konzils?

Oder heißt „rechts“ einfach nur „konservativ“ und was soll das in der Kirche sein?

Wäre Jesus Christus dann nicht auch „rechts“, wenn er beispielsweise die Scheidung als Ehebruch verdammt und sogar vom Ehebruch in Gedanken spricht (vgl. Mt. 5, 28 und 19, 6)?

Ist es schlicht „rechts“, der Heiligen Schrift zu glauben, und ist der, der sie ernst nimmt, nach Kardinal Marx einfach nur ein ungebildeter „Fundamentalist“, während es die deutschen „Katholiken“ – wie immer – einfach besser wissen, und zwar besser als die göttliche Offenbarung? Ist „rechts“ einfach alles, was nicht der Diktatur des Relativismus huldigt und was sogar Papst Franziskus und sein neuer Glaubenspräfekt Fernandez als „Rückwärtsgewandtheit“ diffamieren? – Und wären dann nicht alle Päpste bis Benedikt XVI. eigentlich auch „rechts“?

Die Maske des Synodalkatholizismus ist spätestens jetzt gefallen: Bätzings „anders katholisch“ ist eine Luftnummer und weiter nichts, denn wo man den katholischen Glauben durch menschliche Konstrukte ersetzt, verflacht er zum Politikum und verkommt zum Spiegelbild gesellschaftlicher Diskurse. Eine „Kirche“, die sich nicht mehr an Jesus Christus orientiert, muss sich deshalb auf politische Begriffe wie „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ verlegen und diese als „theologische“ Kategorien ausgeben.

Kein Wunder, wenn Bätzings „Kirche“ nur noch um die schnöde Gunst des linksliberalen Mainstream buhlt und überhaupt nichts mit Evangelisierung anzufangen weiß. Stattdessen werden die letzten Katholiken medienwirksam an den Pranger gestellt: Wer nicht „synodalkatholisch“ ist und sich der allgemeinen Verweltlichung ergibt, wird zur sektiererischen Randgruppe erklärt, irgendwo zwischen Paria und Staatsfeind, das zieht bekanntlich ja immer. Nichts ist eben verdächtiger, als ein römischer Katholik, den man mit dem Kampfbegriff „rechtskatholisch“ einfach niederknüppeln darf. Von Bismarck über Hitler bis Stalin hätten alle Kirchenfeinde ihre helle Freude daran.

Natürlich ist diese Etikettierung nur plumpe Demagogie und erledigt sich insofern von selbst. Dies entschuldigt aber nicht, dass man rechtgläubige Katholiken herabwürdigt und sie mit Nazis und  anderen Extremisten konnotiert. Nein, ich bin kein „Rechter“ und trage keinen katholischen Schnauzbart, sondern ich gehöre zur Mitte der Gesellschaft, und gerade deshalb erwarte ich, dass ich mich zum katholischen Glauben bekennen darf, und zwar zum Glauben, wie er ist und nicht wie ihn abtrünnige „Katholiken“ gerne hätten; den neuen „Glaubenspräfekten“ Fernandez schließe ich da übrigens ausdrücklich mit ein.

Kurzum: Ich möchte nicht „Bätzing-katholisch“ sein müssen, sondern „römisch-katholisch“ bleiben, und ich möchte schon gar nicht von denen als „Radikaler“ abgestempelt werden, die Jesus Christus und seine Kirche verleugnen, um rasch an eine heidnische Mehrheitsgesellschaft Anschluss zu finden.

Gewiss, das Evangelium ist im besten Sinne „radikal“ und deshalb ist die Botschaft Christi heute vielen unerträglich geworden; das betrifft beispielsweise die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen ebenso wie die Unauflöslichkeit der Ehe oder die Ablehnung praktizierter Homosexualität. Wer diese Radikalität jedoch als „rechtsradikal“ abstempelt, versündigt sich an Jesus Christus und all jenen, die ihn noch heute mit ihrem Blut bezeugen. Die Kirche ist eben schon immer eine Kirche der Märtyrer und als solche ist sie seit den Tagen Kaiser Neros daran gewöhnt, politisch verdächtigt und verfolgt zu werden. Bei uns geschieht dies nun aus den eigenen Reihen – pardon, ich meine natürlich aus den Reihen derer, die „anders katholisch“ sind und die den katholischen Glauben längst an einen pseudoliberalen Protestantismus verraten haben.

Zum richtigen katholischen Glauben gibt es jedoch keine Alternative, und dies auch dann nicht, wenn man als „rechtskatholisch“ oder „rückwärtsgewandt“ verunglimpft wird.

Allen rechtgläubigen Katholiken möchte ich deshalb ans Herz legen: Ertragen Sie die Auszeichnung „rechtskatholisch“ zu sein in der Nachfolge Christi und im Bewusstsein, dass immer nur die verfolgte Kirche die wahre Kirche ist (vgl. Mt 5,10).

Diese Verfolgung beginnt bereits überall dort, wo man Katholiken erst verleumdet und schließlich diskriminiert, von weiteren Feindseligkeiten ganz zu schweigen. Insofern sind die Flammenzeichen unserer Zeit überdeutlich: Die Kirche wird auch in Deutschland wieder eine Kirche der Bekenner werden – Bätzings verweltlichte „Synodalkirche“ wird dies aber nicht sein.

Dr. Joachim Heimerl ist Priester und Oberstudienrat.


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