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„Hass auf Christen!? Mit staatlicher Unterstützung“

11. Mai 2023 in Kommentar, 11 Lesermeinungen
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Der staatlich finanzierte TV-Sender ARTE veröffentlichte die Doku „Evangelikale – Mit Gott an die Macht“. Die Evangelikalen werden darin in erster Linie als politische Extremisten und religiöse Fanatiker porträtiert. Gastkommentar von Michael Kotsch


Straßburg (kath.net) Im Frühjahr 2023 veröffentlichte der staatlich finanzierte Fernsehsender ARTE unter dem Titel „Evangelikale – Mit Gott an die Macht“ eine dreiteilige Dokumentation über evangelikale Christen. Natürlich ist es immer erfreulich, wenn sich auch ein öffentlicher Sender mit Glaubensthemen beschäftigt. Da christliche Inhalte immer weniger bekannt sind, werden sie häufig ignoriert oder mit lediglich mit Klischees und Vorurteilen wahrgenommen.

Bei einer dreiteiligen Dokumentation staatlicher Qualitätsmedien dürfte man mindestens den Versuch einer neuralen Darstellung erwarten. Stattdessen aber werden evangelikale Christen in erster Linie als politische Extremisten und religiöse Fanatiker porträtiert.

Der historische Rückblick der Dokumentation ist sträflich verkürzend. Einhellige und leicht zugängliche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen deutlich, dass evangelikale Frömmigkeit in einer bereits 500jährigen Tradition der Reformation, des Täufertums, des Pietismus und der Erweckungsbewegungen steht. Sie ist nicht erst Mitte des 20.Jahrhunderts in den USA entstanden.


Absurderweise wird der ehemalige US-Präsident Donald Trump in der betreffenden ARTE- Dokumentation ausführlich als Aushängeschild evangelikaler Christen vorgestellt, obwohl sich der Politiker selbst nicht als evangelikal versteht und viele evangelikale Glaubensüberzeugungen nicht teilt. Deshalb ist es absurd die Politik der Trump- Administration evangelikalen Christen anlasten zu wollen. Wenn in der betreffenden ARTE- Dokumentation auf weltweit rund 800 Millionen evangelikale Christen hingewiesen wird, sollte eigentlich klar sein, dass die weitaus meisten nicht in den USA leben und schon allein deshalb auch keine Trump- Wähler sind, wie der Film suggeriert.

Es wird in diesem Zusammenhang auch bemängelt, dass die Evangelische Allianz sich nicht sofort öffentlich von Donald Trump distanziert hat. Dabei sollte allerdings nicht vergessen werden, dass die Evangelische Allianz keine politische, sondern seine religiöse Organisation ist, die sich auch nie für den US-Politiker ausgesprochen hatte.

Die ARTE- Dokumentation über evangelikale Christen berichtet weit mehr über konservative US-amerikanische Politik, als über den Glauben oder das alltägliche Leben der Evangelikalen. Kaum ein Wort wird beispielsweise über das ausgedehnte soziale Engagement evangelikaler Christen verloren, über ihre differenzierte pädagogische Arbeit oder über ihre praktische Seelsorge, die Millionen von Menschen weiterhilft.

Vom Ökumenischen Rat der Kirchen, dem man in Glaubensfragen sicher eine gewisse Expertise zusprechen kann, werden evangelikale Christen ganz anders beschrieben, als in der politisierende Arte- Dokumentation. Demnach zeichnen sich evangelikale Christen weniger durch politischen Extremismus aus, als durch Ehrlichkeit, Treue in der Partnerschaft, praktizierte Nächstenliebe, durch den Glauben an die Wahrheit der Bibel, die Auferstehung Jesu, die Vergebung der Sünden und ein Leben nach dem Tod.

Evangelikale und wertekonservative amerikanische Richter lassen „mit Blick auf die Zukunft das Schlimmste befürchten“, orakelt die von ARTE ausgestrahlte Dokumentation abschließend. Es ist allerdings schon sehr fragwürdig, wenn Journalisten die Gefährdung europäischer Demokratie durch evangelikale Christen prognostizieren, während kein einziger französischer Politiker sich zu dieser Gruppe zählt und auch fast alle deutschen Abgeordnete wenig mehr mit Evangelikalen zu tun haben als mit Handballvereinen. Noch ideologischer erscheinen diese Unterstellungen, wenn von Sympathisanten der Grünen und der Linken, wie in Hamburg 2018,  ganze Stadtteile in Schutt und Asche gelegt werden, ohne dass man hier eine Gefährdung der Politik erkennen will.

Die Zahl evangelikaler Christen beläuft sich in Deutschland auf etwa 1% der Bevölkerung. In Frankreich liegen die Zahlen noch deutlich niedriger. Fernsehzuschauern dieser beiden Länder nun ein Horrorbild fast unbegrenzter, böswilliger Machtentfaltung evangelikaler Christen vor Augen zu malen, deutet entweder auf eine ziemlich verschobene Realitätswahrnehmung oder auf böswillige Verleumdung.

Michael Kotsch ist Theologe und Vorsitzender des (evangelischen) Bibelbunds.

Foto: Symbolbild


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Lesermeinungen

 Ulrich Motte 12. Mai 2023 
 

Pfingstler

Vor Jahren nahm ich teil an einer sehr gelungenen Tagung der sehr guten Katholischen Akademie in Bayern über "Evangelikalismus". Ein katholischer Priester, Professor, ehemaliger Missionar in Brasilien, berichtete von großen Problemen mit pfingstlerischen Evangelikalen dort, lobte andere Evangelikale dort als problemlos. Grundlage der Tagung war - das keinswegs fehlerlose - Buch über Evangelikale von Prof. Dr. Stephan Holthaus, in dem dieser KONSERVATIVE (Evangelikale) auch definiert durch ihre Ablehnung der Pfingstlerei.
Im Gegensatz zur Evangelischen Allianz und den beiden Großkirchen der BRD schließen Evangelisch-Konservative solche aus, die reuelos beharren auf der nachbiblischen Existenz pfingstlerisch-charismatischer Gaben. Damit wird nicht geleugnet die Existenz anderer schwerwiegender Lehrunterschiede zur Allianz und den Großkirchen. Bibel-Konservative nehmen grobe Lehrunterschiede sehr ernst!


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 Chris2 11. Mai 2023 
 

Linke und Sachlichkeit / Toleranz / Meinungsfreiheit - das war einmal

Helmut Schmidt würde sich im Grab herumdrehen, wenn er sehen würde, was für Gestalten heute die SPD dominieren und mit wem die Partei wie regiert. Und vor allem, wie sie andersdenkende und Bürger, die verzweifelt um ihre Grundrechte kämpfen, mit Hass und Hetze überziehen. Beispielsweise Menschen mit nachweislich hohen Antikörperwerten, denen man gandenlos und jedem "follow the science" Hohn sprechend den Genesenenstatus verweigerten und sie zu verantwortungslosen Spinnern erklärte.
Dass die Volontäre der ARD vor ein paar Jahren in einer Umfrage zu 92% linke Parteien wählten (einschließlich der Merkelpartei, die praktisch alle Kernforderungen der linken Parteien umgesetzt hatte, waren es sogar 96%!) und Politikjournalisten schon 2009 4x häufiger als der Bundesdurchschnitt "Grüne" gewählt hatten, wundert einen nichts mehr. Der "Marsch durch die Institutionen" war offensichtlich also nicht nur in der Kirche, sondern auch hier erfolgreich...


2
 
 HijoDeLaLuna23 11. Mai 2023 
 

Ulrich Motte : nicht ganz aber im Umfeld


0
 
 Ulrich Motte 11. Mai 2023 
 

HijoDelaLuna- DANKE!

"Bei uns" heißt Cloppenburg, oder wo?


0
 
 HijoDeLaLuna23 11. Mai 2023 
 

Ulrich Motte bei uns dominieren die Pfingstkirchen

Und auch kleinere Gruppen Baptisten. Die allerdings im Zusammenleben kaum auffallen und sich nicht auf Bekehrung und Herabwürdigung anderer Gläubigen verstehen.


1
 
 Ulrich Motte 11. Mai 2023 
 

HijoDeLaLuna23

Sie sehen in der Tat Vielfalt unter Evangelikalen. Darf ich fragen, wo Sie wohnen: Molbergen /Cloppenburg (wo Evangelikale meist Pfingstler sind) oder anderswo? Welche evangelikale Richtung dominiert in Ihrer Gegend? Im übrigen müssen Sie nicht mit allen Glaubensformen problemlos auskommen. Toleranz erlaubt auch Ignorieren!


0
 
 Fink 11. Mai 2023 
 

Der Sender ARTE ist, wie ARD und ZDF, total linkslastig

Ich schaue mir gern Dokumentationen oder auch die Nachrichtensendung "Arte-Journal" um 19:20 an. Aber eines geht mir jeden Tag auf die Nerven- die Einseitigkeit und Stimmungsmache. "Gegen Rechts" natürlich, gegen das Bürgerliche, gegen das Christliche. Was ich nicht weiß: Wird ARTE finanziert mit unseren GEZ-Gebühren oder aber mit (deutschen und französischen) Steuergeldern?


5
 
 Ulrich Motte 11. Mai 2023 
 

Der Begriff "Evangelikale" ist schwammig

Theologisch sind schon zu unterscheiden die auch noch sehr grob definierten Gruppen der Hoch- und Staatskirchler, Pietisten, Pfingstler, Allianzevangelikalen (Evangelische Allianz) , Neoreformatorischen. Politisch sind zumindest zu unterscheiden diejenigen, die vom Staat die Förderung bis Durchsetzung christlicher Werte fordern (ich bezeichne sie gern als politisch Konservative) und diejenigen, die das- wie mir besonders nahe neoreformatorischen Konfessionen- strikt ablehnen (politisch strikte Liberaldemokraten). Wie sehr Evangelikale sich unterscheiden, möge zeigen, daß ich jede Zusammenarbeit mit Herrn Kotsch ablehnte, weil er gegen die These - auch- des 2.Londoner Bekentnisses verstößt, daß nach Vollendung der Bibel Gott nicht mehr redet (außer eben indirekt durch die Verkündigung der Bibel), auch nicht zu Einzelnen. Hier geht es schließlich - wie bei der Ablehnung der Pfingstlerei- um die so sehr zentrale Frage der Offenbarung Gottes, fast so zentral wie die der Rechtfertigung...


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 HijoDeLaLuna23 11. Mai 2023 
 

Evangelikal : hier muss man etwas differenzieren

Bei uns lebt eine große Anzahl aus Russland zugezogener deutschstämmiger Familie die sich in einer Freikirche zu großen Teilen organisiert haben und streng vom Umfeld abgekapselt leben. Sie berufen sich auf das Evangelium und leben streng danach; Integration kaum. Nun plant man eine eigene Grundschule um der Verweltlichung der Kinder entgegenzutreten. Wir werden als Ungläubige tituliert die mit aller Macht bekehrt werden müssen. Gottesdienste sind stets über-übervoll und die Gemeinde muss zum X-ten Mal ihr Gotteshaus Vergrössern. Ich war zur ersten Erweiterung eingeladen; bewegender Gottesdienst mit Wehklagen und Ekstase über Stunden. Aber mit derartiger (sich abkapselnder) Frömmigkeit habe ich mit Verlaub meine Probleme.


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 Taubenbohl 11. Mai 2023 
 

Der Neo-liberale Kolonialismus will keine Konkurrenz...und erst Recht nicht von Christen..

Eine Übersetzung einer Studie...

Jimmy Carter reiste 1976 ins Weiße Haus, getragen von der doppelten Strömung seines Rufs als „New South“-Gouverneur und einem Wiederaufleben des progressiven Evangelikalismus in den frühen 1970er Jahren. Der progressive Evangelikalismus, der seine Abstammung auf Evangelikale des 19. Jahrhunderts und auf die Gebote Jesu zurückführt, sich um „die Geringsten von ihnen“ zu kümmern, stellte das Protestantische Gewissen vom Demokratischen Basis.

Im Zuge des zweiten großen Erwachens in den Jahrzehnten um die Wende zum 19. Jahrhundert setzten die Evangelikalen in der Antebellum-Zeit ihre moralischen Energien frei, um die Gesellschaft gemäß den Normen der Frömmigkeit zu reformieren. Sie engagierten sich in Friedensbewegungen, kritisierten den Kapitalismus und versuchten, die Sklaverei abzuschaffen. Sie unterstützten die Gefängnisreform zur Rehabilitierung von Kriminellen und die öffentliche Bildung....und heute Pro-life. und ARTE missbilligt...natürlich.


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 girsberg74 11. Mai 2023 
 

Was dagegen tun?


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