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Bätzing über Nuntius-Korrektur: „Wir haben diese Worte wahrgenommen, nehmen sie auch ernst, aber…“

3. März 2023 in Aktuelles, 70 Lesermeinungen
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DBK-Vorsitzender serviert Nuntius Eterović höflich ab und beruft sich plötzlich aufs Kirchenrecht - Dann direkte Kritik am Papst: „Da sage ich: Heiliger Vater, das kannst du vortragen, ja. Du kannst aber nicht verlangen, dass man das annimmt“!


Dresden (kath.net) Mit höflicher Miene erläuterte der DBK-Vorsitzende Bischof Georg Bätzing vor laufender Kamera, wie die Deutsche Bischofkonferenz mit dem Klartext des Apostolischen Nuntius Nikola Eterović zur Synodalen Struktur der Kirche (siehe Link) umzugehen gedenkt: „Wir haben diese Worte wahrgenommen, nehmen sie auch ernst, aber dazu gab es auch, äh, das können Sie sich denken, eine sehr lebendige Aussprache. Wir begegnen dem, was der Nuntius ausrichtet, mit Respekt, aber das setzt nicht die Notwendigkeit außer Kraft, sich diesbezüglich auch auseinanderzusetzen. Ich wiederhole das nochmal: verabredet war und ist nach dem interdikasteriellen Gespräch, dass wir mit römischen Stellen über die Umsetzung von Dingen des Synodalen Weges im Gespräch bleiben, damit es so geschieht, wie es auch dem Kirchenrecht entspricht und nach den kirchenrechtlichen Möglichkeiten geschieht.“

Link zum Statement des Nuntius: Nuntius Eterović bringt päpstlichen Klartext zur DBK – „Ich wurde von Amts wegen beauftragt zu präzisieren, dass nach richtiger Auslegung des Inhalts dieses Schreibens nicht einmal ein Diözesanbischof einen synodalen Rat auf diözesaner oder pfarrlicher Ebene errichten kann.“

Die Äußerungen von Bischof Bätzing zur Nuntius-Kritik in voller Länge ab Minute 7,30:

Zum Synodalen Weg heißt es in der Abschlusspresseerklärung der DBK wörtlich:
Synodaler Weg der katholischen Kirche in Deutschland

Der Synodale Weg und die abschließende fünfte Synodalversammlung vom 9. bis 11. März 2023 in der kommenden Woche haben unsere Vollversammlung wesentlich mitgeprägt. Im Mittelpunkt stand ein Studientag am gestrigen Mittwoch, der ein intensives Gespräch über die weitere Entwicklung des Synodalen Weges war. Vor allem haben wir dabei eingehend über die Textvorlagen beraten, die bei der Synodalversammlung zur Beschlussfassung vorliegen werden. Den Hintergrund unserer Diskussionen bilden auch die kritischen Hinweise, die uns während unseres Ad-limina-Besuchs im vergangenen Herbst und in dem Brief der Kardinäle Pietro Parolin, Marc Ouellet und Luis Ladaria vom 16. Januar 2023 sowie den Hinweisen im Grußwort des Apostolischen Nuntius am Montag gegeben wurden.


Dabei steht für uns unsere Verantwortung im Vordergrund, den Synodalen Weg in guter Weise mit der fünften Synodalversammlung abschließen zu wollen. Die breite Mehrheit der Bischöfe steht hinter den Reformanliegen des Synodalen Weges und strebt nachhaltige Veränderungen an. Es geht dabei um eine Kirche, die den Menschen nahe ist, die Missbrauch, sexualisierte Gewalt und deren Vertuschung aufarbeitet, und die sich dafür einsetzt, Strukturen zu überwinden, die Missbrauch begünstigen. Zugleich werden wir auf dem weiteren Weg die Bedenken und Hinweise der vatikanischen Dikasterien ernst nehmen. Es geht uns ja um die eine Kirche, deren Teil wir sind. Es versteht sich eigentlich von selbst, dass das nicht immer ohne Spannungen, Meinungsverschiedenheiten und Kontroversen möglich ist. Und natürlich ist für uns klar, dass wir immer Teil der katholischen Weltkirche sind, weshalb ich Vorwürfe von außen an die Deutsche Bischofskonferenz, wir steuerten auf eine Nationalkirche zu oder würden Spaltung betreiben, erneut deutlich und entschieden zurückweise. In einigen Fragen, wie z. B. des Synodalen Rates, ist es auch ein Verständnisproblem, denn die Einordnung des
Synodalen Rates kann noch gar nicht erfolgen, weil weder Struktur noch Aufgaben zum jetzigen Zeitpunkt genau und abschließend umrissen sind.

Wir haben im Gespräch dieses Studientages trotz der schwierigen Ausgangssituation zu einem ebenso offenen wie konstruktiven Miteinander gefunden. Intensiv haben wir dabei auf die Texte geschaut, für die besonders viele Bischöfe noch Gesprächs- und Abstimmungsbedarf angemeldet hatten. Ich hoffe sehr, dass wir durch das Ringen der vergangenen Tage Barrieren für die Zustimmungsfähigkeit der Texte abbauen konnten, gleichwohl sind dafür auch noch Änderungen notwendig, die wir als Anträge in die Beratungen in der nächsten Woche einbringen wollen. Für diese Synodalversammlung wird die Bischofskonferenz keine Nachnominierung jener vier Plätze vornehmen, die durch das Ausscheiden von vier Mitgliedern der Synodalversammlung vakant geworden sind.

Am Ende steht nicht die Frage, wer welchen Textpassus erfolgreich über die Hürden der Versammlung und ihrer Satzung gebracht hat. Entscheidend ist vielmehr, dass eine synodale Kirche ihre Strukturen und ihren Umgang mit Entscheidungsmacht partizipativ und transparent gestaltet. Das gilt auch für die Debatte um den Synodalen Rat und den Synodalen Ausschuss. Die Synodalversammlung hat im vergangenen Jahr diesbezüglich klar gezeigt, hier umsichtig vorzugehen. Der Synodale Ausschuss soll bis 2026 diesen Weg vorbereiten. Vor allem brauchen wir aber den Synodalen Ausschuss, um die Ergebnisse des Synodalen Weges mit seinen fünf Synodalversammlungen auszuwerten, an und mit diesen Ergebnissen weiterzuarbeiten und sie zu evaluieren.

Wichtig ist, dass wir als Kirche eine Beziehungs- und Sexualethik entwickeln, die Menschen hilfreiche Orientierung für ihr Leben anbieten kann. Wir konnten hier in Dresden durch ein eindrückliches Zeugnis eines jungen Menschen erleben, dass queere Menschen selbstverständlich Teil der Kirche sind – heute zum Glück ein sichtbarer Teil. Der Dienst des Priesters ist für unsere Kirche unverzichtbar und muss veränderte Rahmenbedingungen kirchlichen Lebens berücksichtigen. Nicht zuletzt ist es für die zukünftige Gestalt der Kirche unabdingbar, Frauen mehr Raum zu Mitgestaltung, Mitverantwortung und Entscheidung zu eröffnen. Diesen Anliegen waren und sind die vier Synodalforen verpflichtet.

Nach unserem Gespräch gehen wir zuversichtlich in die Synodalversammlung in der kommenden Woche, wo wir gemeinsam mit allen Synodalen hoffentlich gute Ergebnisse für die Kirche erzielen. (Ende des Auszugs aus der DBK-Pressemeldung)

Nach Darstellung der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) hat der DBK-Vorsitzende Bätzing Nuntius Eterovic, scharf kritisiert. Es sei ihm phasenweise fast unerträglich gewesen, dem Grußwort des Nuntius zum Auftakt der DBK-Vollversammlung zuzuhören, sagte Bätzing nach KNA-Darstellung. Der Nuntius hatte das Nein des Papstes zu einer künftigen Frauenpriesterweihe überbracht und dies u.a. mit der päpstlichen Darstellung unterschiedlicher Prinzipien begründet, dem „petrinischen“, dem „marianischen“ und dem „administrativen“ Prinzip. Daraufhin habe sich Bätzing mit Blick auf das „Verwaltungsprinzip“ auch vom Papst distanziert: „Da sage ich: Heiliger Vater, das kannst du vortragen, ja. Du kannst aber nicht verlangen, dass man das annimmt.“ Auch das „marianische Prinzip“ sei ein Bild, das nicht unmittelbar auf die Wirklichkeit zu übertragen sei, denn es betreffe ja die ganze Kirche, nicht nur Frauen, habe der Limburger Bischof betont, so die Darstellung der KNA.

Foto aus der Pressekonferenz: Bischof Bätzing © DBK/katholisch.de/Screenshot

 


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