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Churer Priesterkreis übt erneut Kritik am Verhaltenskodex des Bistums Chur

19. Februar 2023 in Schweiz, 7 Lesermeinungen
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Der Churer Priesterkreis ist über die jüngsten Änderungen beim Verhaltenskodex des Bistums Chur nicht zufrieden.


Chur (kath.net) Der Churer Priesterkreis ist über die jüngsten Änderungen beim Verhaltenskodex des Bistums Chur nicht zufrieden. In der von Bischof Bonnemain veröffentlichten Stellungnahme zu den Richtlinien «Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld» der Schweizer Bischofskonferenz und der Vereinigung der Höhern Ordensobern der Schweiz" wird vom Bistum Chur festgehalten: "Die Diözesen und die Ordens- und andere kirchliche Gemeinschaften verfügen über ein eigenes Präventionskonzept, welches die Grundkriterien für eine adäquate/professionelle Wahrnehmung von Nähe und Distanz und für einen respektvollen sowie achtsamen gegenseitigen Umgang festlegt. Dieses Präventionskonzept bildet die Grundlage für die Erarbeitung von praktischen Verhaltenskodizes und Standards, welche die Gegebenheiten der einzelnen Institutionen, Stellen und lokalen Strukturen berücksichtigen."

Der Bischof erklärt, dass er als Erster den Verhaltenskodex unterschrieben haben und von der Qualität dieses Instruments der Prävention überzeugt sei. Außerdem sei er überzeugt, dass der Verhaltenskodex im Einklang mit unserem katholischen Glauben stehe. "Bei der Implementierung des Verhaltenskodex geht es nicht um die reine Unterschrift. Es geht um eine Auseinandersetzung mit dessen Inhalt. Es geht um die Verinnerlichung seiner Botschaft und um die Bereitschaft, sich im kirchlichen Umfeld professionell zu verhalten: frei von jeglichem Machtmissbrauch, wie auch von sexuellem und spirituellem Missbrauch. Alle im Verhaltenskodex formulierten Handlungsanweisungen verfolgen dieses Ziel, einen Kulturwandel im kirchlichen Miteinander."


Er erwarte daher, dass alle seine Mitarbeiter den Verhaltenskodex annehmen und sich dementsprechend verhalten. "Sollte jemand beim Unterschreiben des Verhaltenskodex eine Präzisierung anbringen wollen, darf diese nicht dessen Verbindlichkeit relativieren oder seine Kriterien beliebig abändern."

Für den Churer Priesterkreis gibt es allerdings Bedenken. Deshalb bittet der Churer Priesterkreis den Bischof um die Erläuterung seiner Präzisierungen. Der Churer Priesterkreis hatte bereits am 22. April 2022 erklärt, dass er 95 % dessen, was im «Verhaltenskodex» (VK) des Bistums Chur steht, akzeptiere und sich dem Anliegen der Übergriffsprävention verpflichtet fühlt. Er hat zudem inhaltlich begründet erklärt, welche Punkte des VK im Widerspruch zur Lehre der katholischen Kirche stehen und deshalb nicht akzeptabel sind (Link). Unter anderem dürfte zukünftig unter Beachtung des VK die kirchliche Lehre über die Homosexualität nicht mehr öffentlich vertreten werden. Zudem müssten «sexuelle Rechte», zu denen nach heute verbreiteter Lesart auch die Abtreibung gehört, respektiert und die entsprechende Lehre der Kirche unterdrückt werden. Ferner haben die Mitglieder des Churer Priesterkreises die im VK enthaltene Forderung zurückgewiesen, einem «Outing» «unterstützend zur Seite» zu stehen. Dieses stellt bekanntlich seit Jahrzehnten das Mittel par excellence dar, die sogenannte «Gay-Kultur» voranzubringen.

Entgegen der transparenten Stellungnahme des Priesterkreises schreibt der Bischof von Chur nun laut "Churer Priesterkreis" ohne inhaltliche Bestimmtheit: «Sollte jemand beim Unterschreiben des Verhaltenskodex eine Präzisierung anbringen wollen, darf diese nicht dessen Verbindlichkeit relativieren oder seine Kriterien beliebig abändern.» Aufgrund dieser vagen Aussagen bittet der Churer Priesterkreis den Bischof von Chur, folgende Fragen inhaltlich zu beantworten:

1.    Stellt die «Präzisierung», den VK nur unter dem Vorbehalt der kirchlichen Glaubens- und Sittenlehre, wie sie im «Katechismus der katholischen Kirche» enthalten ist, und unter dem Vorbehalt der Stellungnahme des Priesterkreises vom 22. April 2022 zu unterzeichnen, eine unzulässige Relativierung der Verbindlichkeit des VK dar?

2.    Bedeutet ein solcher Vorbehalt nach der Überzeugung des Bischofs, die «Kriterien» des VK «beliebig abzuändern»?

Foto: Symbolbild


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Lesermeinungen

 SalvatoreMio 20. Februar 2023 
 

Aufstand gegen Bibel, Kirche und Moral

Ganz richtig@, lieber Chris2, doch Ihr Vorschlag reicht nicht: die "rote Karte" für Bischof Bätzing und Bonnemain und gute 1000 "gelbe" an die kirchlich eingebundenen 'Bekenner' der Homo-Segnungen sowie OutInChurch & Co. usw. Doch das ist Wunschdenken, und die feinen Gehälter können ihnen kaum gestrichen werden.


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 Fischlein 20. Februar 2023 
 

Verschiedene Priesterkreise

Wir haben schon hier vom z. B. Münchner Priesterkreis. Dieser ist - wie es heißt - progressiv, möchte wahrscheinlich das erreichen, was der Bischof von Chur durchsetzen will.
Es ist wohltuend vom Churer Priesterkreis lesen zu können. Dieser wagt, den Bischof an die Botschaft der Bibel und die geltende Glaubenslehre zu erinnern.


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 Feuersgluten 19. Februar 2023 
 

Chance von Verhaltenskodex nutzen

Viele Priester schadeten mit ihrem Sexualverhalten den Menschen und der Kirche enorm. In kath.net und anderen Medien ist von den Gräueltaten viel berichtet worden.
Nutzen wir die Chancen eines Verhaltenskodex. Und zwar soll ein solcher Kodex verfasst werden, bei welchem das kirchliche Personal von Spezialisten immer wieder überprüft werden, ob sie beispielsweise pädophil sind oder in Klubs verkehren. Klubs sind zwar legal, aber wer möchte schon als Mutter oder Vater seine Kinder einer Person anvertrauen, welche regelmässig in Klubs verkehrt?! Ein Aufschrei der Liberalen beim letzteren Punkt kann man sich gewiss sein, doch muss für das Gute eingestanden werden.
Die Leute erwarten vor allem, dass keine Kinder und Erwachsene mehr sexuell missbraucht werden. Genau auf das soll sich der Kodex konzentrieren.


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 Chris2 19. Februar 2023 
 

Dieser dreiste "Befehl" zum Aufstand gegen Bibel, Kirche und Moral

ist die nächste Stufe der sich immer sicherer fühlenden troyanischen Pferde in der Stadt Gottes. Eigentlich müsste Rom Bischöfen wie Bonnemain oder Bätzing mindestens die gelbe Karte zeigen, denn die Anklageschrift gegen sich haben sie ja selbst an alle kirchlichen Mitarbeiter geschickt: Ein Bischof, der die kirchlichen Mitarbeiter des ihm anvertrauten Bistuns gegen ihren Willen, gegen das Zeugnis der Bibel und alle Lehren der Kirche zwingen will, als aktive Homo-Aktivisten einem "Outing" "unterstützend zur Seite" zu stehen, hat damit de facto und gleich aus mehreren Gründen seine Rücktrittserklärung eingereicht. Es ist an der Zeit, diese Rücktrittserklärungen auch anzunehmen...


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 Chris2 19. Februar 2023 
 

Sehr gute Fragen

Ich bin auf die Antwort des Bischofs gespannt, der mit solchen Zwangsvorgaben ganz klar seine Kompetenzen überschritten und die Lehre der Kirche für verboten erklärt hat. So die Antwort überhaupt kommt. Denn selbst in Rom wird seit Jahren nicht einmal mehreren Kardinälen geantwortet, die in einem Dubium um eine Klärung gebeten haben - eine Form der Anfrage in Glaubensdingen, die eigentlich eine Antwort erfordert.
Zur Frage von Bischofsernennungen im anderen Artikel: Bischof Bonnemain hatte nach seiner Ernennung und vor der Weihe provozierende Thesen vertreten (ich glaube, zum selben Thema), ruderte nach Kritik formal zurück, um die Thesen direkt nach der Weihe wieder offen zu vertreten. Soviel zur Unterscheidung zwischen geeigneten und ungeeigneten Kandidaten. Und zur Frage, ob jeder ernannte Kandidat auch geweiht werden muss.


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 physicus 19. Februar 2023 
 

VK vs. KKK

Auch einem Bischof sollte es möglich sein zu sagen, dass der VK nicht über dem KKK steht.


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 SalvatoreMio 19. Februar 2023 
 

Welche Überheblichkeit - oder ist es Dummheit? Beides passt nicht zum Bischofsein.

Mit seiner Forderung stellt der Bischof Bonnemain sich doch eindeutig gegen die Lehre der kath. Kirche, für die immer noch der Katechismus gültig ist, und zwar weltweit. Somit stellt sich dieser Mann sogar über das Haupt der Kirche, den Gottessohn Jesus Christus.


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