Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  3. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  4. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  5. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  6. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  7. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  8. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  9. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“
  10. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  11. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  12. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!
  13. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer
  14. Papst betont in Algier Gemeinsamkeit von Christen und Muslimen
  15. Viel Lärm um nichts?

Kirchenrechtler Lüdecke legt Overbeck, Bischof von Essen, den Rücktritt dringend nahe

16. Februar 2023 in Aktuelles, 10 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Nach Veröffentlichung der Missbrauchsstudie des Bistum vertritt der Kirchenrechtler: „Verantwortlicher ist immer der Diözesanbischof“ – Overbeck ist übrigens ein eifriger Verfechter des umstrittenen Deutsch-Synodalen Wegs


Essen (kath.net) Kirchenrechtler Norbert Lüdecke spart nicht mit deutlichen Worten. Nach Veröffentlichung der erschreckenden Ergebnisse der Essener Missbrauchsstudie sagt der Bonner Theologe im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Einer muss doch mal sagen, dass er einer der Köpfe in diesem System ist – und selbigen dann hinhalten.“ Wenn es nun wieder heiße, dass „alle … dazulernen“ müssten, dann „lernt am Ende niemand“. Denn „ein Bistum kann als solches keine Fehler machen. Verantwortlicher ist immer der Diözesanbischof. Der muss für Fehler geradestehen, denn in Bistümern ist Verantwortung nie kollektiv, sondern amtlich-individuell.“ Er erläuterte weiter, dass die vordergründig einsichtig wirkende Rede von „Systemfehlern“ inzwischen der “Entpersonalisierung von Verantwortung“ diene. Auch sei keineswegs derjenige, „der die größten Fehler gemacht hat, am besten geeignet, hinterher alles besser zu machen“, mahnt Lüdecke.


Lüdecke erläutert weiter, dass Overbeck bereits als Diözesanverwalter in Münster mit mehreren Missbrauchsfällen konfrontiert worden sei. „Und doch hat er sich in Essen angeblich nicht konsequent die Altakten kommen lassen“. Der Kirchenrechtler vertritt: „War das Desinteresse, oder hat er doch den Schutz der Kirche über den der Opfer gestellt? Eine Lernkurve kann ich hier jedenfalls nicht erkennen.“

Auch ingesamt sehe er „in allen Bistümern nur Reaktionen auf die Entlarvung bisheriger Fehlleistungen“, so Lüdecke gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er weißt eigens darauf hin: „Ohne mutige Betroffene, hartnäckige Journalisten und engagierte Anwälte würde hier wenig passieren.“ Lüdecke legte dem Ruhrbischof nahe, persönliche Konsequenzen zu ziehen. "Einer muss doch mal sagen, dass er einer der Köpfe in diesem System ist - und selbigen dann hinhalten."

Bei Bischof Overbeck handelt es sich übrigens um einen der großen Verfechter des Synodalen Weges in Deutschland. Nachdem der Vatikan beim Ad-Limina-Besuch der deutschen Bischöfe mit deutlichstem Nein auf die kirchenverändernden Reformwünsche aus Deutschland reagiert hatte (siehe Link), posaunte Overbeck, dies sei „kein Stoppschild für die wichtigen und notwendigen Diskussionen“, die im Zuge des deutschen Reformdialogs zu Themen wie etwa der Öffnung des Zugangs zu Weiheämtern geführt würden. Er sei dankbar dafür, dass sich hier kein autoritatives „Stopp“ mehr verordnen lasse, berichtete das Kölner „Domradio“ im vergangenen November. Gegen alle Realität behauptete Overbeck seinerzeit sogar, dass es dem Synodalen Weg nicht darum gehe, die Lehre der Kirche eigenmächtig zu verändern oder einen deutschen Sonderweg zu gehen.

Overbeck zählte auch zu jenen Bischöfen, die in der September-Versammlung des Synodalen Wegs für das gescheiterte Synodalpapier gestimmt hatten. Das Papier hatte die Liberalisierung der katholischen Sxuallehre gefordert und war am Bischofs-Quorum gescheitert. Overbeck hatte danach gemäß Darstellung der Diözesan-Website kommentiert: „Mit der Ablehnung des Grundtextes zur Sexualmoral geht einmal mehr Vertrauen in uns Bischöfe verloren.… Alle deutschen Bischöfe tragen eine hohe Verantwortung dafür, den Synodalen Weg nicht scheitern zu lassen. Dieser Verantwortung will ich gerecht werden und setze mich mit aller Kraft dafür ein, diesen Weg fortzusetzen – hier auf der Synodalversammlung und im Bistum Essen.“

Archivfoto Bischof Overbeck (c) Nicole Kronauge/Bistum Essen


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  3. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  4. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  5. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  6. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  7. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  8. "Derselbe Polarstern"
  9. Bischof: „Bin durch diese Äußerungen von Staatsanwälten und Richtern verletzt. Das ist Hassrede“
  10. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  11. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  12. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  13. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?
  14. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger
  15. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz