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Wilheringer Abt als Lebensretter bei versuchtem Mord

23. Dezember 2022 in Österreich, 2 Lesermeinungen
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Ordensmann im Zeugenstand bei Linzer Gerichtsprozess - Der Ordensmann half einer Frau, die von ihrem eigenen Mann mit dem Messer angegriffen worden war - Dabei war auch der Zisterzienser mit dem Messer bedroht worden


Linz (kath.net/KAP) Zum Lebensretter ist der Abt von Stift Wilhering geworden: An einem hellichten Tag Ende Mai sei er in Linz auf der Oberen Donaulände mit dem Auto unterwegs gewesen, als er glaubte, Zeuge einer Rauferei zu werden - wie Abt Reinhold Dessl laut den "Oberösterreichischen Nachrichten" am Mittwoch im Zeugenstand vor Gericht zu Protokoll gab. Tatsächlich handelte es sich jedoch um einen 52-jährigen syrischen Staatsbürger, der auf seiner Frau kniete und mit einem Stanley-Messer auf ihren Hals einstach.

Der Zisterziensermönch schritt ein und nahm erst beim zweiten Blick das Messer wahr. Er habe daraufhin den Angeklagten angeschrien, aber dieser habe gar nicht reagiert, sondern eine "Drohgebärde" mit dem Messer gemacht, so Abt Dessl weiter. Auch eine Krankenschwester kam laut dem Bericht vorbei und half der schwer verletzten Frau. "Die beherzte Hilfe der Passanten dürften dem Opfer das Leben gerettet haben", heißt es in dem Zeitungsbericht. Die angegriffene Frau kam mit Schnitt- und Stichwunden im Gesicht, am Kopf und Hals davon.


Im Mordprozess behauptete der angeklagte Syrer, er wisse nicht mehr, ob er einen Geistlichen mit dem Stanley-Messer bedroht habe, da er nicht bei Bewusstsein gewesen sei - was Gerichtspsychiaterin Adelheid Kastner als Gutachterin jedoch infrage stellte. Die Persönlichkeitsstruktur des Angeklagten sei "noch nicht als höhergradige seelisch-geistige Abartigkeit" einzustufen. Vielmehr wolle sich der Mann offenbar nicht an die Begebenheit erinnern. Der Angeklagte betonte, als "orientalischer Mann" verkrafte er es nicht, von einer Frau angegriffen zu werden. Gegenüber Abt Dessl sagte er, er schäme sich für den Vorfall.

Wie es hieß, dürfte das mutmaßliche Motiv der lebensbedrohlichen Szene Eifersucht gewesen sein. Zwischen dem Angeklagten und der Frau - eine Mutter von Zwillingen - sei offenbar ein Streit über ein von ihr auf TikTok gepostetes Foto ausgebrochen, das ein anderer Mann kommentiert hatte, mit einem "ganz normalen Kommentar", wie das Opfer in einer vor Gericht abgespielten Videoaufzeichnung aussagte. Daraufhin habe der Angeklagte ihr Handy einkassiert. Der Angriff sei dann passiert, als die Frau zum Zigarettenkauf hinausging und der Mann ihr nachging. Der Prozess wurde auf Jänner vertagt.

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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