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Der Trost – bei Gott allein werde ruhig meine Seele

vor 5 Tagen in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Franziskus: der Trost Gottes und nicht der Gott des Trostes. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Bei Gott allein wird ruhig meine Seele, von ihm kommt mir Rettung. Er allein ist mein Fels und meine Rettung, meine Burg, ich werde niemals wanken. (...) Bei Gott allein werde ruhig meine Seele, denn von ihm kommt meine Hoffnung“ (Ps 62,2-3.6).

Papst Franziskus setzte seine Katechesenreihe zur „Unterscheidung“ fort. In der neunten Katechese beschäftigte sich der Papst mit weiteren Elementen und widmete sich dem Thema: „Der Trost“.

Nachdem einige Aspekte der Trostlosigeit betrachtet wurden, „wollen wir heute über den Trost sprechen, ein weiteres wichtiges Element für die Unterscheidung, das nicht als selbstverständlich angesehen werden sollte, weil es zu Missverständnissen führen kann“.

Der Trost, jene tiefe Freude, die uns Gottes Gegenwart in allen Dingen erkennen lasse, die in uns den Glauben und die Hoffnung stärke und uns mit einem Frieden erfülle, der aller Anfechtung standhalten könne.

Dieser geistliche Trost sei nicht planbar oder machbar, denn er sei wesentlich eine Gabe des Heiligen Geistes, die uns in eine innige Vertrautheit mit Gott bringe. Die heilige Therese von Lisieux beschreibe diesen Zustand der Seele „als ein Gefühl der Zärtlichkeit Gott gegenüber, der uns ermutigt und den Wunsch in uns weckt, an seinem Leben teilzunehmen, seinen Willen zu tun und uns bei ihm ganz zu Hause zu fühlen“.

Es gebe aber auch falsche Tröstungen. Während echte Tröstung die Seele mild, leicht und sanft wie ein Wassertropfen berühre, der in einen Schwamm eintrete (vgl. hl. Ignatius, Geistliche Übungen, 335), innerlich seine Wirkung entfalte und unsere Sehnsucht nach Gott vertiefe, seien die falschen Tröstungen laut und aufdringlich, aber nicht von Bestand.

„Denken wir an die Erfahrung des heiligen Augustinus“, so der Papst „als er zu seiner Mutter Monika von der Schönheit des ewigen Lebens sprach. Oder an die vollkommene Freude des heiligen Franziskus, die auch mit sehr schwer zu ertragenden Situationen verbunden war. Und denken wir an so viele Heilige und heilige Männer und Frauen, die zu großen Taten fähig waren, nicht weil sie sich für gut und fähig hielten, sondern weil sie von der beruhigenden Süße der Liebe Gottes besiegt wurden“. Es sei der Friede, den eben der heilige Ignatius mit Ehrfurcht an sich selbst wahrgenommen habe, als er das Leben der Heiligen las. Es sei der Friede, den Edith Stein nach ihrer Bekehrung erlebte: „ein Jahr nach ihrer Taufe schrieb sie: ‚während ich mich diesem Gefühl hingebe, beginnt mich nach und nach ein neues Leben zu erfüllen und mich – ohne jede Anspannung meines Willens – zu neuen Erkenntnissen zu drängen. Dieser Lebensstrom scheint einer Tätigkeit und einer Kraft zu entspringen, die nicht die meine ist und die, ohne mir selbst Gewalt anzutun, in mir wirksam wird“.

Die Art des Trostes dagegen, der um seiner selbst willen gesucht werde, führe in die Selbstbezogenheit, „er hinterlässt innere Leere, weil er nicht zum Herrn führt, dem wahren und eigentlichen Quell unserer Freude“.

Es gebe diese falschen Tröstungen. Im geistigen Leben geschehe also etwas Ähnliches wie in der menschlichen Produktion: „es gibt Originale und es gibt Nachahmungen. Während der echte Trost wie ein Tropfen auf einem Schwamm ist, sanft und intim, sind seine Nachahmungen lauter und auffälliger, sie sind Strohfeuer, ohne Konsequenz, sie führen dazu, dass man sich in sich selbst zurückzieht und sich nicht um andere kümmert“. Falscher Trost lasse uns schließlich leer zurück, weit weg vom Zentrum unserer Existenz.

Deshalb müssten wir unterscheiden, auch wenn wir uns getröstet fühlten. Denn falscher Trost „kann zu einer Gefahr werden, wenn wir ihn zwanghaft als Selbstzweck suchen und dabei den Herrn vergessen“. Wie der heilige Bernhard sagen würde, „sucht man den Trost Gottes und nicht den Gott des Trostes. Es ist die Dynamik des Kindes, von dem wir beim letzten Mal sprachen, das seine Eltern nur sucht, um etwas von ihnen zu bekommen, aber nicht für sich selbst. Auch wir laufen Gefahr, unsere Beziehung zu Gott auf kindliche Weise zu leben, ihn zu einem Objekt für unseren eigenen Gebrauch zu reduzieren und dabei das schönste Geschenk, das er ist, zu verlieren“.

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum grüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Liebe Brüder und Schwestern deutscher Sprache, von den Heiligen können wir lernen, wie wir Gottes Nähe und Liebe in uns aufnehmen können. Folgen wir ihrem Beispiel und lassen wir die Gegenwart des Herrn in unserem Leben aufscheinen, damit unser Lobpreis sich einst mit dem Chor der Heiligen im himmlischen Jerusalem vereine.

 


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