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Was ist ein Sturm gegen meinen Gott?!

15. Oktober 2022 in Jugend, keine Lesermeinung
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Wie oft habe ich schon gebetet:Jesus, ich vertraue auf dich und hatte danach immer noch Angst? Nicht, weil Gott nicht treu ist,sondern, weil das Vertrauen im Kopf sitzt und nicht in meinem Herzen -Die Jugendkolumne von kath.net - Von Lucia Zimmermann


Salzburg (kath.net)

Ich übe mich nachmittags oder abends neuerdings gern im Entspannen. Ich kenne mich nicht anders, darum habe ich gedacht, in ruhigen Momenten bin ich tatsächlich locker und ruhig. Aber in Wahrheit steht mein Körper da immer noch unter Strom und so viele Muskeln sind angespannt. Erst mit den Übungen merke ich den Unterschied. Mittlerweile ist das Ganze kein Punkt auf meiner „To-Do - Liste“ mehr, sondern etwas, auf das ich mich freue. Einfach mal für eine halbe Stunde alles loslassen… Dabei muss ich an den Anblick von Kindern in der Hl. Messe denken, die auf der Schulter vom Papa eingeschlafen sind - tiefenentspannt, mit offenem Mund und baumelnden Gliedmaßen. Herrlich.

Und ich entdecke noch etwas bei diesen Übungen. Nicht nur wie gut es sich anfühlt, sondern auch wie mit der Anspannung tatsächlich meine Ängste und Sorgen innerer Freude und Zuversicht weichen. Eigentlich ja logisch - ich kann nicht entspannt sein und gleichzeitig Angst haben. Aber es tut so gut, dass körperlich zu erfahren. Ein paar Atemübungen und Worte und ich bin nicht nur tief entspannt, sondern auch tief im Vertrauen. Gott ist ganz nah.


Ich erkenne, wie sehr Körper und Geist miteinander verwoben sind. Vertrauen ist nicht nur eine Entscheidung in meinem Kopf. Das muss auch in meinem Körper ankommen.

Gott sagt ganz oft zu mir: „Hab keine Angst. Ich sorge für dich. Vertrau mir.“ Und dann sitze ich da, mit zusammengebissenen Zähnen und verkrampften Schultern und „vertraue“.

Ein Kind, das seinem Vater vertraut, grübelt nicht darüber nach, ob er es wirklich gut meint und ob wirklich alles gut gehen wird. Und es klammert sich auch nicht nervös an ihm fest, weil es Angst hat, fallengelassen zu werden. Nein, es hängt wie ein nasser Sack über seiner Schulter und genießt die Nähe und Geborgenheit.

Was macht Jesus während dem Sturm auf dem See? Er predigt nicht darüber, Gott zu vertrauen und an ihn zu glauben. Sein Körper spricht eine deutliche Sprache. Er schläft. Nichts kann ihn aus der Ruhe bringen. Was ist ein Sturm gegen meinen Gott?! 

Wie oft habe ich schon gebetet: „Jesus, ich vertraue auf dich.“ und hatte danach immer noch Angst? Nicht, weil Gott nicht treu ist, sondern, weil das Vertrauen im Kopf sitzt und nicht in meinem Herzen. Also übe ich. Ich übe, mein Gottvertrauen auch in meinem Körper spürbar zu machen. So wie Petrus einen physischen Schritt aus dem Boot gemacht hat, lasse auch ich meinen Glauben durch meinen Körper lebendig werden. Ich weiß nicht, was kommen wird. Aber ich weiß, was ich zu tun habe, wenn der Wind der Angst mich packt und die Wellen von Sorgen über mich hinwegspülen. Ich lege mich hin. Ich lege mich in den Arm des Vaters, schließe die Augen, atme tief ein und aus und lasse los.


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